Gesehen. Gekauft. Ben Mayer und Max Schmidt aus München waren zwei Jahre lang auf der Suche nach einem passenden Heim. Jetzt renoviert das Paar ein fast hundert Jahre altes Haus in der Fränkischen Schweiz.
So schnell kann's gehen. Eigentlich waren die beiden auf der Durchreise. Dass der Kauf von einem auf den anderen Tag zustande kam, war mehr oder weniger ein glücklicher Zufall. Mayer und Schmidt besichtigten das charmante alte Häuschen in Wiesenttal genau einen Tag vor dem eigentlich angesetzten Besichtigungstermin.
Am nächsten Tag hätten sie die Chance durch andere Interessenten vielleicht schon verpasst. „Wir hatten den Makler gefragt, ob wir einen Tag früher kommen dürfen“, erinnert sich Schmidt. „Dann haben wir uns gleich entschieden“, sagt er.
Altes Häuschen besticht mit Charme
Dabei war keiner der beiden jemals zuvor in der Fränkischen Schweiz gewesen. Der eine aus Thüringen, der andere vom Chiemsee, hatten sie bestimmte Kriterien für die Haussuche: Etwas Altes sollte es sein. In einer Region, in der man Klettern kann. Nach langer Suche in der Umgebung Münchens und darüber hinaus wurden sie ausgerechnet in Wiesenttal im Landkreis Forchheim fündig. Die Holzfassade, der Wintergarten mit den weißen Holzfenstern und der grüne Kachelofen sagten ihnen zu.
Update für fast hundert Jahre altes Haus
Noch sitzen sie im Erdgeschoss ihrer Baustelle auf Gartenmöbeln. Der Türrahmen fehlt. Überall ist Werkzeug verstreut. Vor kurzem haben Mayer und Schmidt hier den Boden herausgerissen, außerdem auch die komplette Holverkleidung der Wände. „Es waren etliche Container“, sagt Schmidt.
Um aus dem Häuschen, Baujahr 1935, das Traumhaus für die Zukunft zu machen, gibt es noch einiges zu tun. Was machbar ist, renovieren Schmidt und Mayer selbst.
Das tun sie auch, um Kosten zu sparen. Die Grundsanierung ist nicht günstig, sagen beide. In den vergangenen dreißig Jahren sei an dem Haus nicht renoviert worden. Elektrik-, Sanitär- und Dacharbeiten lässt das Paar durch Profis erledigen. Mancher Handwerker schüttelte über das Vorhaben auch schon den Kopf. „Auch die Nachbarn können manchmal nicht glauben, was wir alles hier machen“, sagt Schmidt.
Jede Minute Freizeit investiert das Paar in den Umbau. „Wir haben keine Expertise im Renovieren. Zuvor habe ich schon Fliesen verlegt. Aber dafür gibt es ja Video-Anleitungen bei YouTube“ sagt Mayer. „Bisher hatte ich nur Ikea-Schränke zusammengebaut“, scherzt Schmidt.
Aktuell arbeitet er daran, mit der Brechstange die Decke im Bad herauszureißen. Weil es die schwarz-weißen Mosaik-Fliesen in der gewünschten Art nicht zu kaufen gab, klebt Mayer das Fliesenmuster einfach selbst.
Mit Liebe zum Detail zum Traumhaus
Grundsätzlich ist dem Paar daran gelegen, den Charme und die Optik des fast hundert Jahre alten Hauses zu erhalten. Die „kreative Leitung“ des Großprojekts könnte man Meyer zuschreiben. Er arbeitet als selbstständiger Hair- und Make-Up-Artist, unter anderem mit dem Model Lena Gercke.
Das Design für das Bad im Erdgeschoss ist schon entschieden. So auch die Pläne für die Gestaltung des Gartens. Die alte Holztreppe soll bleiben, aber die dunkelblauen Türen sind „zu bunt“. Der Kamin sollte unbedingt geklinkert sein. Dafür haben die beiden eigens einen örtlichen Kaminbauer aufgetrieben, der noch auf diese Weise baut.
Im Teamwork ergänzt sich das Paar gut. Schmidt arbeitet als Grundschullehrer. Er übernimmt die Rolle des Organisators auf der Baustelle: „Ich bin ein krasser Orga-Fan und übernehme alle Anrufe, Angebot und Vergleiche. Dafür rufe ich auch mal zwanzig verschiedene Leute am Tag an. Ben ist so detailverliebt, er würde drei Wochen dafür brauchen“, scherzt er.
"Wiesenthaus" beliebt auf Instagram
Seit November vergangenen Jahres können sich Schmidt und Mayer offiziell Hausbesitzer des „Wiesenthauses“ nennen. Auf dem gleichnamigen Instagram-Account posten die beiden regelmäßig den Fortschritt der Renovierung. Mehr als 7000 Follower verfolgen die Neuigkeiten aus der Fränkischen Schweiz.
„Bis Weihnachten wollen wir einziehen“, wünscht sich Mayer. Damit die Bauherren diesen Zeitplan einhalten können, gibt es noch einiges im und am Wiesenthaus zu tun. Die alten Holzfenster sind gerade im Schwarzwald. Dort werden sie von einer Firma energetisch saniert. Hoffentlich sind sie bis zum Winter wieder zurück.















