Nach Überschwemmung
Soforthilfen auch für den Landkreis Forchheim
Vor knapp zwei Wochen flutete ein Hochwasser den Aischgrund, darunter Hallerndorf.
Vor knapp zwei Wochen flutete ein Hochwasser den Aischgrund, darunter Hallerndorf.
Foto: Christian Sailer/Kreisbrandinspektion Forchheim
Hallerndorf – Zu Beginn dieser Woche hieß es, dass die Soforthilfen des Freistaats vorerst nicht nach Hallerndorf kommen. Das soll sich jetzt aber ändern.

Auch Betroffene aus den Landkreisen Forchheim und Haßberge sowie der Stadt Hof und Stadt Ansbach können Soforthilfen beantragen. Das teilte das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat am Donnerstag mit.

„Aufgrund weiterer Wetterdaten der Fachbehörden und Meldungen der Behörden vor Ort sowie nach Beschlüssen des Bayerischen Landtags wird die Gebietskulisse für Soforthilfen ergänzt. Damit können auch Hochwasser-Betroffene aus den Landkreisen Haßberge und Forchheim sowie der Stadt Hof und der Stadt Ansbach Soforthilfen beantragen“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) im Landtag klar.

Ab Freitag beantragen

Ab dem heutigen Freitag, 23. Juli, können auch für die oben genannten Regionen Soforthilfen beantragt werden. Ansprechpartner sind die Landratsämter beziehungsweise die Städte.

Entsprechende Formulare können bei den zuständigen Behörden direkt ausgefüllt und abgegeben werden. Die Auszahlung erfolgt per Überweisung oder kann nach Absprache auch in bar erfolgen.

Zur Linderung der ersten Not wird nun auch in den oben genannten Gebieten eine Soforthilfe, zum Beispiel für die Wiederbeschaffung von zerstörtem Hausrat, von bis zu 5000 Euro an betroffene Haushalte ausgezahlt.

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Hinzu kommt eine Soforthilfe für „Ölschäden an Gebäuden“ von bis zu 10 000 Euro. Bei Versicherbarkeit der Schäden gilt für Nichtversicherte jeweils ein Abschlag von 50 Prozent. Versicherungsleistungen werden auf die staatlichen Hilfen angerechnet.

Zuschüsse aus dem Härtefonds

In Fällen, in denen Menschen durch Überschwemmungen in existenzielle Notlagen kommen, können durch Zuschüsse aus dem sogenannten Härtefonds bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden erstattet werden.

Zusätzlich zu den direkten finanziellen Hilfen greifen steuerliche Maßnahmen für Privatpersonen und Unternehmen. So können im Einzelfall Steuern gestundet, Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben und Steuervorauszahlungen gestreckt werden.

Auch Sonderabschreibungen sind möglich. Muss Hausrat und Kleidung in größerem Umfang wiederbeschafft werden, können diese Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Ansprechpartner ist das jeweils zuständige Finanzamt.

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Vor dem Hintergrund, dass sich die Bayerische Staatsregierung bei ihrem Hilfsprogramm an den Grundsätzen der Bundeshilfen orientiert hat, werde sich die Staatsregierung nun, auch auf Wunsch des Bayerischen Landtags, bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass der Bund auch die Geschädigten von vergleichbaren Unwetter- und Hochwasserereignissen, die sich im Juni 2021 ereignet haben, in sein Hilfsprogramm einbezieht.

Anspruch auf Hilfen eingegrenzt

Zu Beginn dieser Woche erklärte Staatsminister Florian Herrmann (CSU) in einer Pressekonferenz am Dienstag, wie der Anspruch auf die Soforthilfen eingegrenzt werde. Man wolle mit den Hilfen die schwer betroffenen Gegenden unterstützen, die seit dem 8. Juli vom Hochwasser betroffen waren. Festgesetzt, wer Hilfsgelder beantragen kann, wurde laut Hermann anhand der „Gebietskulisse“.

Forchheim schaute zunächst in die Röhre

Unter die Landkreise, die seit 8. Juli als besonders stark betroffen galten, fällt, laut Herrmann, auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das Kabinett begrenzte die für die Hilfszahlungen berechtigten Regionen zunächst auf die acht Landkreise Fürth, Kitzingen, Schweinfurt, Hof, Berchtesgadener Land, Ansbach, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und der Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Die Soforthilfen des Freistaats waren also vorerst nicht für den Landkreis Forchheim eingeplant (wir berichteten). Das soll sich nach der Ankündigung der Staatsregierung am Donnerstag nun aber ändern.