Partei
Vogel gewählt, aber Söder im Mittelpunkt
CSU-Bezirksparteitag in Obertheres
Ministerpräsident Dr. Markus Söder (rechts) wurden von zahlreichen Bürgern und Jugendlichen begrüßt.
Foto: Günther Geiling
Obertheres – Die CSU-Unterfranken, die in Obertheres zusammenkam, hat einen neuen Bezirksvorsitzenden. Die Entscheidung war denkbar knapp.

In einer denkbar knappen Entscheidung von 77 zu 73 Stimmen setzte sich auf dem Bezirksparteitag in Obertheres der 48-jährige Landtagsabgeordnete Steffen Vogel gegen den 46-jährigen Staatssekretär im bayerischen Innenministerium Sandro Kirchner aus Premich/Bad Kissingen durch. Der Oberthereser Vogel nutzte damit seinen Heimvorteil und tritt die Nachfolge von Gerhard Eck an, der elf Jahre dieses Amt ausübte.

Bezirksparteitag in Obertheres
Gerhard Eck beim CSU-Bezirksparteitag
Foto: Günther Geiling

Bereits Ende 2021 hatte der bisherige CSU-Bezirksvorsitzende Gerhard Eck Ministerpräsident Markus Söder im Falle einer Kabinettsumbildung sein Amt als Staatssekretär angeboten, das dann auch dem Unterfranken Sandro Kirchner übertragen wurde. Aus dieser Situation heraus wollte er nun auch sein Amt als CSU-Bezirksvorsitzender für die jüngere Generation zeitnah frei machen, so dass es zu einer vorzeitigen Wahl auf Bezirksebene kam.

Bezirksparteitag in Obertheres
Beim Eintrag ins „Goldene Buch“ der Gemeinde.
Foto: Günther Geiling

Auch CSU-Landesvorsitzender Dr. Markus Söder ließ es nicht entnehmen, an diesem Bezirksparteitag teilzunehmen. Er nutzte zuvor jedoch auch noch die Gelegenheit, mit den Bürgerinnen und Bürgern von Obertheres ins Gespräch zu kommen, und trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde Theres ein.

Die CSU ist die einzige Partei mit einem klaren Plan für die Zukunft der Menschen in unserer Heimat

Der bisherige CSU-Bezirksvorsitzende Gerhard Eck stellte in seiner Rede heraus: „Mir war es eine große Ehre, dem CSU-Bezirksverband Unterfranken, den Menschen und unserer Heimat dienen zu dürfen.“ Er verwies dabei auf den „Unterfrankenplan“, die stetige Fortschreibung und Erweiterung der für Unterfranken relevanten Politikfelder seit seinem Amtsantritt. Von den politischen Mitbewerbern erhalte man auf solche Fragen keine Antworten und keinen Bezug auf die Bedürfnisse der Menschen und deren spezielle Situation. Die CSU sei die einzige Partei mit einem klaren Plan für die Zukunft der Menschen in unserer Heimat.

 

Eck: In den Parteigremien und in den Parlamenten ist der Frauenanteil der CSU gut

Gerhard Eck zeigte die Strukturdaten der Partei auf, die aktuell rund 14.600 Mitglieder in 12 Kreisverbänden und 405 Ortsverbänden habe. Das Durchschnittsalter betrage 62 Jahre und der Frauenanteil liege bei aktuell 22 %. In Parteigremien und in Parlamenten sei der Frauenanteil gut.

Bezirksparteitag in Obertheres
MdB Dorothee Bär vor der Auslosung, wer sich zuerst vorstellen darf; Steffen Vogel (links) und Sandro Kirchner (rechts)
Foto: Günther Geiling

Den Mitgliedern stellten sich dann die beiden Bewerber um das Amt des CSU-Bezirksvorsitzenden von Unterfranken vor. Das war einmal der 46 Jahre alt Sandro Kirchner, verheiratet und zwei Kinder und von Beruf Dipl.-Ing. Elektrotechnik. Er verwies auf sein politisches Fundament in der CSU und auch in der Kommunalpolitik mit zwölf Jahren Gemeinderat und 20 Jahre Kreisrat. Seit 2013 ist er auch Mitglied des Bayerischen Landtages. MdL Steffen Vogel betonte, dass er seine Kandidatur bewusst aufrechterhalten habe und diese Abstimmung als eine Wertschätzung der Basis sehe. „Wir sollten viel mehr Mut zu Abstimmungen haben und nicht in Hinterzimmern auskarten.“ Der 48-jährige Vogel ist Jurist, verheiratet und hat drei Kinder. Die kommunalpolitische Ebene hat er genauso durchlaufen, ist seit 20 Jahre im Kreistag und ebenfalls seit 2013 im Landtag.

Steffen Vogel weiß, was Unterfranken braucht

Sein Ziel formulierte er ganz klar. „Wir haben kein Problem, gute Politik zu machen. Was wir haben, ist ein Kommunikationsproblem. Wir kommen nicht mehr so richtig an die Bevölkerung heran. Wir brauchen ganz viel Schwung, um das Karussell, das durch Corona fast stillstand, wieder in Schwung zu bringen.“ Dazu brauche es nicht den Staatsmann, sondern den Staatsmotivator und Schweißkapital, um Unterfranken zu beackern.“ Vielleicht gaben diese letzten Sätze bei dem einen oder anderen Delegierten den Ausschlag für die knappe Entscheidung zu Gunsten von Steffen Vogel als neuem CSU-Bezirksvorsitzenden von Unterfranken, die mit großem Beifall bedacht wurde.

Bezirksparteitag in Obertheres
Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei seiner Rede auf dem Bezirksparteitag.
Foto: Günther Geiling

CSU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident Markus Söder gratulierte mit den Worten: „Du hast großartige Vorgänger gehabt und es ist ein großartiges Amt. Ich gratuliere dir und sage dir meine Unterstützung zu. Aber auch Sandro Kirchner ein Dankeschön für den fairen Wettbewerb zweier starker Persönlichkeiten.“ Söder gestand auch ein „ich bin gerne in Unterfranken, Bayern ist wunderschön, aber Unterfranken besonders schön. Unterfranken ist der erfolgreichste CSU-Bezirksverband bei Wahlen.“ Dabei nannte er Dorothee Bär, Andrea Lindholz und Anja Weisgerber auf Bundesebene, „denn in Berlin geht ohne die Unterfranken nichts.“ Aber auch die Landtagsfraktion sei gut aufgestellt. Große Anerkennung zollte er auch Gerhard Eck: „Du hast eine menschliche, ehrliche, total kämpferische und bürgernahe Arbeit gemacht und bis ein ganz Großer von uns.“ In diesem Zusammenhang verwies er auch auf Barbara Stamm und nannte sie die „Queen Mum von Bayern“ und „Königin der Herzen in Bayern“.

Bezirksparteitag in Obertheres
„Eine Wurst wäre auch in Ordnung“ meinte Markus Söder zu einem Buchgeschenk der Gemeinde und bekam prompt auch seine „fränkische Bratwurst“.
Foto: Günther Geiling

Auf Ministerpräsident Markus Söder warteten auf dem neu gestalteten Dorfplatz zwischen Sportzentrum und Schule schon zahlreiche Bürger und begrüßten ihn recht herzlich. Er wurde dort vom Zweiten Bürgermeister Manfred Rott begrüßt, der auf die vielen Investitionen in der Gemeinde zu sprechen kam, „die wir ohne die starke finanzielle Unterstützung durch den Freistaat nicht hätten leisten können“. Dafür sprach er den Dank der Gemeinde und der Bürger aus und überreichte ein Buch von Schloss Obertheres.

Bezirksparteitag in Obertheres
Nach der Entscheidung gratulierte Sandro Kirchner (links) seinem Konkurrenten Steffen Vogel zu seiner Wahl als neuer CSU-Bezirksvorsitzender.
Foto: Günther Geiling

Ministerpräsident Söder bedankte sich dafür und meinte: „Ein Wurstbrot wäre auch in Ordnung gewesen.“ Und das folgte auf dem Fuß, denn vor dem Tagungszentrum war ein Grill aufgebaut und der Ministerpräsident freute sich über die „fränkische Bratwurst“ zur Stärkung vor seinem Auftritt bei den CSU-Delegierten von Unterfranken. Drinnen war der Parteitag schon angegangen, aber der Ministerpräsident richtete sich auch mit einigen Worten an die, die ihn einmal live erleben wollten, wie er mit Polizeischutz angefahren kam und dieser ihn auch weiter im Auge behielt.

Bezirksparteitag in Obertheres
Hier ein Blick in die Reihen der Mitbürger, an die der Landesvater auch einige Worte richtete.
Foto: Günther Geiling

Anscheinend noch beeindruckt vom G 7-Gipfel in Elmau teilte Dr. Söder seinen Zuhörern mit, wie ausländische Gäste manchmal bei ihrer Ankunft Bayern sähen und fragten, ob das Bayern oder Deutschland sei, „so als ob wir ein eigenständiges Land wären“. Und er setzte mit eigenen Worten eins drauf: „Bei aller Schönheit von Bayern. Meine Heimat ist Franken, denn das ist für mich daham. Der ländliche Raum ist die Seele Bayerns.“

Bezirksparteitag in Obertheres
Blick in die Reihen der Delegierten aus dem CSU-Kreisverband Haßberge.
Foto: Günther Geiling

Söder: Die Franken sind das freundlichste Volk der Welt

Vor den Delegierten des Bezirksparteitages der CSU Unterfranken ging Ministerpräsident Dr. Markus Söder auch auf die aktuelle Politik ein und meinte, dass bei der jetzigen Bundesregierung unklar sei, was der Kurs ist, den Deutschland nehme. Ganz konkret meinte er dazu: „Das Spiel Lauterbach und Buschmann ist nicht unser Maßstab.“

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Stv. Bürgermeister Manfred Rott (links) und die Vorsitzende der JU Oberes Maintal Isabell Rott holten den Gast aus München ab.
Foto: Günther Geiling

Er ging auf die Pandemie ein, auf den Krieg in der Ukraine, die Energieversorgung, die hohen Lebensmittelkosten, den Arbeitsmarkt mit der angespannten Personalsituation und ging dabei hart mit der Bundesregierung ins Gericht.

 

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