Im Rahmen des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ lädt die Gemeinde Ebelsbach mit Winzern und zahlreichen Organisationen wie dem Fränkischen Weinbauverband, dem Amt für Denkmalpflege sowie Slow Food Bamberg in den Weinberg Nonnenberg in Steinbach ein, um Einblick in die Besonderheit der historischen Weinlage zu geben. Neben den aktuellen Rebsorten können mit dem „Alten Satz“ auch einige Tropfen der Weingeschichte verkostet werden.
Das wird beim „Tag des offenen Denkmals“ in Steinbach geboten
In Franken sind sieben historische Weinberge in die bayerische Denkmalliste eingetragen. Dazu zählen der Pfaffenberg und der Nonnenberg in Steinbach, die 1981 in die Liste aufgenommen wurden. Inzwischen kümmert sich auch die „AG Steinbacher Nonnenberg“, bestehend aus den Winzern der Region, dem Abt-Degen-Weintal, der Gemeinde Ebelsbach und dem Slow Food Mainfranken/Hohenlohe-Bamberg, um die denkmalgeschützten Fischgrät-Terrassen von Steinbach, einer in Deutschland einmaligen, weinbaulichen Kulturlandschaft.
Historische Terrassenweinberge von Steinbach vor Herausforderungen
Wie Andreas Schneider und Harald Spitzner von Slow Food ausführen, sind die Probleme der historischen Terrassenweinberge von Steinbach vielschichtig. Einerseits drohe der Verlust der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft des Weinbaus im östlichen Maintal mit all seinen baulichen Merkmalen, andererseits gehe die weinwirtschaftliche Nutzung immer mehr zurück.
Sämtliche Terrassen und Weinberge befinden sich mit wenigen Ausnahmen in privater Hand, werden jedoch von ihren Eigentümern immer weniger genutzt. Gleichzeitig verbuschen die nicht mehr genutzten oberen Terrassen und überwuchern inzwischen Wasserstaffeln und Trockenmauern. Dabei haben sich die Gemeinde Ebelsbach mit dem Ortsteil Steinbach schon einmal intensiv bemüht, dieses kulturelle Erben für die nachwachsende Generation zu erhalten.
Aufwendige Sanierung für Erhalt der Fischgrät-Terrassen
In den 1980er Jahren wurde die gesamte Rebfläche einer Flurbereinigung unterzogen. Dabei wurde ein Kompromiss zwischen der Flurbereinigung und der Denkmalpflege umgesetzt, indem man die Rebflächen am unteren Hang bereinigt und die Fischgrät-Terrassen oben erhalten hat. Mit den Mitteln der Flurbereinigung sind dazu die historisch bedeutsamen Trockenmauern, Winzerstaffeln und Unterstände aufwendig saniert worden
Für die Zukunft gelte es, einen Ausgleich zu finden zwischen den Themenfeldern „Weinbau“, „Denkmalpflege“, „Naturschutz“und „Tourismus“, um den Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft und des Weinbaus in dieser Region zu gewährleisten. Auf diesem Wege seien universitäre Projekte in Vorbereitung, die sich dem konkreten Erhalt der Trockenmauern widmen und Slow Food organisiere Weinverkostungsreihen.
Winzer präsentieren ihre Weine in Steinbach
Mit dem „Tag des offenen Denkmals“ wolle man diese einzigartige weinbauliche Kulturlandschaft in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rücken und allen ermöglichen, die historischen Trockenmauern, Winzerstaffeln, Steinriegel und Unterstände in den Steillagen eines seit dem 11. Jahrhundert bestehenden Weinbaugebietes auf besondere Weise zu erwandern.
Dabei präsentieren auch lokale Winzer ihre Weine und Slow Food „Fränkische Sätze“ aus den Steillagen des „Steinbacher Nonnenbergs“. Die Teilnahme an den Führungen ist für alle Interessierten möglich, wobei entsprechende Kleidung, festes Schuhwerk und vielleicht Wanderstock erforderlich sind.
Das ist das Programm am „Tag des offenen Denkmals“:
- 10-18 Uhr: Treffpunkt Infopoint am Dorfzentrum in Steinbach
- 10 Uhr: Wanderung I: Kultur-Wege mit Harald Spitzner (Slow Food Bamberg). Trockenmauern, Kelterhaus und Winzertreppe. Erkunden der denkmalgeschützten Fischgrät-Terrassen aus historischer und denkmalkundlicher Perspektive. Anschaulich wird bei dieser Wanderung, wie der Weinbau früher funktioniert hat.
- 14.30 Uhr: Wanderung II: Treffpunkt terroir-f-Punkt mit Naturpark-Rangerin Katja Winter. Natur-Wege mit Amphibienleben, seltenen Orchideen, exotischen Insekten. Erkunden der Terrassenweinlage, des Naturschutzgebietes und des Trockenmauer-Lebensraums als Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten.
- 17 Uhr: Wanderung III: mit Andreas Schneider von der Slow Food Weingruppe. Mischsatz, alte fränkische Landsorten und Kopferziehung. Lebendige Weinbau-Tradition des „Steinbacher Nonnenberg“ – auf historischen Steillagen wächst dort seit 100 Jahren ein „Fränkischer Satz“ auf Parzellen von 1925. Zum Abschluss Einblick in die historische Rebkultur und die letzten Zeugnisse lebendiger Weinbaugeschichte mit Verkostung einiger Tropfen vom „alten Satz“.














