Klamme Kasse
Knausern bei der Feuerwehr?
Die beiden Löschfahrzeuge der Feuerwehr Gädheim-Ottendorf sind bereits über 30 Jahre alt und weisen immer mehr Defekte auf. Deshalb soll das Fahrzeug der ehemals selbstständigen Feuerwehr Ottendorf (links) gegen ein neues Hilfeleistungslöschfahrze...
Die beiden Löschfahrzeuge der Feuerwehr Gädheim-Ottendorf sind bereits über 30 Jahre alt und weisen immer mehr Defekte auf. Deshalb soll das Fahrzeug der ehemals selbstständigen Feuerwehr Ottendorf (links) gegen ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF 10) ausgetauscht werden.
Foto: Christian Licha
F-Signet von Christian Licha Fränkischer Tag
Gädheim – Notwendig oder eine Spielerei? Wie ein Streit im Gädheimer Gemeinderat um den Kauf eines neuen Löschfahrzeugs ausging.

Lange diskutiert und schlussendlich vertagt wurde im Gädheimer Gemeinderat in der Sitzung am Montag ein wichtiges Feuerwehr-Thema. Es ging um die Beschaffung eines fabrikneuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF 10) für die Feuerwehr Gädheim-Ottendorf. Die beiden vorhandenen Löschfahrzeuge (LF 8/6) der Feuerwehr Gädheim-Ottendorf haben beide mittlerweile das Alter von 30 Jahren überschritten. „Aus diesem Grund muss hier zeitnah über Ersatz nachgedacht werden, da immer mehr Schäden an den Fahrzeugen auftreten“, erklärte Bürgermeister Peter Kraus.

Die Gewichtskategorie eines neues Feuerwehrfahrzeugs hat sich seit 2019 verändert

Bereits im August 2019 verabschiedete der Gemeinderat ein Fahrzeugkonzept, wonach zunächst das Fahrzeug der ehemals selbstständigen Feuerwehr Ottendorf ersetzt werden soll. Das bisherige Maximalgewicht von 7,49 Tonnen kann vor allem auf Grund der deutlich schwereren Fahrzeuggestelle nicht mehr eingehalten werden. Bei gleichbleibender technischen Ausrüstung beläuft sich die Gewichtskategorie eines Neufahrzeuges auf zwölf bis 14 Tonnen.

Angestrebt wird eine gemeinsame Ausschreibung mit der Gemeinde Theres

Da gleichzeitig auch für die Feuerwehr Obertheres in der Gemeinde Theres ein HLF 10 beschafft werden soll, wird die gemeinsame Ausschreibung angestrebt. Schließlich erhöht das die Förderquote um zehn Prozent auf insgesamt rund 110.000 Euro je Fahrzeug.

Die Gesamtkosten für das Fahrgestell und den feuerwehrtechnischen Aufbau belaufen sich zurzeit auf rund 350.000 Euro. Die Gemeinde Gädheim hätte somit einen Eigenanteil von circa 250.000 Euro zu tragen.

Unter anderem ist in dem auszutauschenden LF 8/6 die Heckpumpe defekt und kann nicht mehr benutzt werden.
Unter anderem ist in dem auszutauschenden LF 8/6 die Heckpumpe defekt und kann nicht mehr benutzt werden.
Foto: Christian Licha

Ein Vorteil ist, dass ein Großteil der technischen Ausrüstung vom vorhandenen Fahrzeug übernommen werden kann und nur Ergänzungen zusätzlich zu beschaffen sind, erklärte Gemeinderat und Kommandant Alexander Brehm. Die Ausgaben für das neue Fahrzeug würden vermutlich auf drei Haushaltsjahre aufgeteilt, da Zahlungen beispielsweise bei Auftragserteilung oder bei Lieferung des Fahrgestells geleistet werden müssen, ergänzte Bürgermeister Kraus.

Der Gemeinderat Gädheim muss bald entscheiden, ob das neue Feuerwehrfahrzeug gekauft wird

Es muss bald entschieden werden: Die aktuelle Lieferzeit für ein HLF 10 liegt bei etwa 30 Monaten. Im Gegensatz zu den bisherigen Feuerwehrfahrzeugen wird für das Führen eines HLF 10 der Führerschein Klasse C (Lkw) benötigt. Dieser muss von den Fahrern teilweise erst gemacht werden. Angedacht ist, dass die Gemeinde den Führerschein komplett oder aber zumindest teilweise für die Ehrenamtlichen bezahlt.

„Die Gemeinde Gädheim ist verschuldet“

Einige Gemeinderäte zeigten ihren Unmut wegen der hohen Kosten. Die finanzielle Situation der Gemeinde sei angespannt, sie sei relativ hoch verschuldet, sagten die Kritiker, die die Meinung vertraten, dass eine Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig sei. Auch wurde ein Tenor wiedergegeben, der angeblich in der Bevölkerung herrscht. Sinngemäß: „Die Feuerwehr soll mit ihrem neuen Feuerwehrhaus zufrieden sein.“

„Unterhalt einer Feuerwehr Pflichtaufgabe der Gemeinde“

Bürgermeister Kraus und ein anderer Teil der Gemeinderäte widersprachen solchen Äußerungen vehement. Die Feuerwehr brauche das HLF 10 nicht, weil die Einsatzkräfte„ein neues Spielzeug brauchten“, wie manche Leute es deuteten. Vielmehr sei das Einsatzfahrzeug zur Sicherheit aller Bürger da und der Unterhalt einer Feuerwehr Pflichtaufgabe der Gemeinde, betonte der Bürgermeister.

Es sei auf jeden Fall der Worst Case zu vermeiden, dass die Feuerwehr aufgrund von defekten oder liegengebliebenen Fahrzeugen nicht rechtzeitig helfen könne. Im Übrigen sei die Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch die günstigste Variante, so Kraus. Man wisse nicht, ob die staatlichen Zuschüsse weiterhin so hoch bleiben, und auch bei den Fahrzeugherstellern sei in den kommenden Jahren wohl mit einer Kostensteigerung zu rechnen.

Alternativen für ein neues Feuerwehrfahrzeug sollen geprüft werden

Weil in der Sitzung keine Einigung erzielt werden konnte, wurde der Tagesordnungspunkt vertagt. Bürgermeister Peter Kraus sagte zu, Alternativen prüfen zu lassen, obwohl ein Gebrauchtfahrzeug seiner Meinung nach wenig wirtschaftlich wäre.

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