Caritas löst Problem
Hilfe für Rollstuhlfahrer aus der Ukraine
Caritas-Sprachmittlerin Antonina Bedenk unterstützt Rollstuhlfahrer Yevhen Shmakov und seine Mutter Maryna Pohorelova, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind.
Caritas-Sprachmittlerin Antonina Bedenk unterstützt Rollstuhlfahrer Yevhen Shmakov und seine Mutter Maryna Pohorelova, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind.
Foto: Caritas
Ukraine
LKR Haßberge – Unter den geflüchteten Ukrainern sind auch Menschen mit Behinderung. Der Caritasverband will ihnen geeigneten Wohnraum beschaffen.

Der Caritasverband im Landkreis Haßberge hat sich in vielen Bereichen auf die Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine eingestellt. Dazu gehört es, vorhandene Ressourcen zu bündeln.

Die Zahl der aus der Ukraine ankommenden Flüchtlinge steigt auch in den Haßbergen. Seit einigen Wochen kommen laut einem Bericht des Verbands zunehmend Geflüchtete auf der Suche nach einer sicheren Bleibe, vor allem Frauen und Kinder und Menschen mit Behinderung. Die Geflüchteten in den Stadt- und Gemeindegebieten unterzubringen sei eine große Herausforderung, bei der auch der Caritasverband Haßberge unterstützt.

Umdisponiert

„Wir sind aktuell dabei, sehr kurzfristig ein in unserem Besitz befindliches Gebäude in Haßfurt zu ertüchtigen, um Geflüchtete aufzunehmen. Dort stehen dann neun Zimmer mit Bädern und Gemeinschaftsräumen zur Aufnahme zur Verfügung. Ursprünglich sollte die Immobilie verkauft werden, um ein anderes soziales Projekt damit querzufinanzieren“, berichtet Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Kreis Haßberge.

„Passenden Wohnraum zu finden, war schon vor dem Krieg höchst problematisch“

Neben kleineren und größeren Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen, muss das Gebäude nun komplett möbliert und mit allen notwendigen Alltagsgegenständen ausgestattet werden.

Die über die offizielle Zuteilung ankommenden Geflüchteten werden in den Notunterkünften in den Gemeinden des Landkreises untergebracht, die inzwischen aufgebaut wurden. Von dort sollen die Menschen schnell dezentral in Wohnungen verteilt werden. „Eine besondere Herausforderung ist dabei die Unterbringung von Menschen mit Behinderung. Passenden barrierefreien Wohnraum und gar Pflegeunterstützung zu finden, ist höchst problematisch – das war es auch schon vor dem Krieg in der Ukraine“, schildert Anke Schäflein.

Vorübergehend im Caritas-Seniorenheim

Seit Anfang April wohnt beispielsweise ein ukrainischer Rollstuhlfahrer mit Pflegebedarf zusammen mit seiner Mutter im Caritas-Seniorenheim Sankt Bruno. Vorübergehend. Die stationäre Einrichtung ist durch Corona-bedingte Personalausfälle und den generellen Pflegenotstand seit Wochen stark gebeutelt. „Daher müssen Mitarbeitende aus der ambulanten Pflege von der Caritas-Sozialstation Haßberge einspringen und die Pflege übernehmen“. Anke Schäflein erklärt dazu: „Einerseits haben wir hier im Verband eben den Vorteil, uns einrichtungsübergreifend zu unterstützen. Andererseits sind wir kollektiv am Limit. Unsere Ressourcen sind durch die lange Zeit der hohen Arbeitsbelastung mit und durch Corona eigentlich ausgereizt.“

Unterstützt, koordiniert und übersetzt wird in dieser Situation von zwei neuen Kolleginnen in der Flüchtlings-und Integrationsberatung, die ad-hoc neu eingestellt wurden.

Neue Teilzeitstellen

Die beiden Stellen sind über Projektmittel der „Aktion Mensch“ mitgefördert und kümmern sich um geflüchtete Menschen mit Behinderung, Kinder Jugendliche und deren Begleitpersonen.

Thomas Jakob ist zuständig für den Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst und erklärt die aktuelle Aufgabenverteilung im Teilbereich der Flüchtlingshilfe: „Beide sind erst seit einer Woche bei uns und sind schon eifrig unterwegs. Sie unterstützen das Team der Fachberater. Eine weitere Kraft wurde kurzfristig angestellt und wird mit Eigenmitteln finanziert. Sie kümmert sich auch um die Geflüchteten anderer Nationen – zum Beispiel aus Afghanistan. Die Lage dort ist seit einigen Monaten sehr kritisch.

Diese Hilfe kostet viel Geld

„Die Geflüchteten anderer Herkunftsländer dürfen durch die Lage in der Ukraine nicht gänzlich aus dem Blick geraten, weil dort eben verfahrensrechtliche Maßgaben und Fristen weiterhin beachtet werden müssen“, sagt Schäflein. Sie verweist auf den hohen Finanzbedarf im Zusammenhang mit der Kriegslage und bittet um Spenden.

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