Versorgung
Woher Rauhenebrach bald Trinkwasser bezieht
Seit Jahren kämpft die Gemeinde Rauhenebrach damit,  die eigene Wasserversorgung aufrechtzuerhalten.
Seit Jahren kämpft die Gemeinde Rauhenebrach damit, die eigene Wasserversorgung aufrechtzuerhalten.
Foto: Symbolfoto: samopauser/Adobe Stock
F-Signet von Sabine Weinbeer Fränkischer Tag
Rauhenebrach – Der Untergrund in der Umgebung von Rauhenebrach ist schwierig. Für eine Sanierung ihrer Quellen und Brunnen gibt die Gemeinde Prinzipien auf.

Seit Jahren kämpft die Gemeinde Rauhenebrach damit, die eigene Wasserversorgung aufrechtzuerhalten, und schmiedet Pläne für die Sanierung der vorhandenen Einrichtungen. Gleichzeitig müssen aber die Wasserrechte neu beantragt werden. Deshalb fasste der Gemeinderat Rauhenebrach am Dienstag drei Basis-Beschlüsse, die zum einen die rechtliche, vor allem aber auch die Versorgungssicherheit während der Sanierungsarbeiten sicherstellen sollen.

Gips im Gestein erhöht die Sulfatwerte

Trinkwasser war im Rauhenebracher Gemeinderat schon immer ein Thema. Viele dezentrale Wasserversorgungsanlagen – Quellen und Brunnen – , eine große Fläche und damit entsprechend lange Versorgungsleitungen und die Geologie machen Trinkwasser in Rauhenebrach zum „heißen Eisen“. Eines der Probleme entsteht aus den geologischen Gegebenheiten: Wenn man in Rauhenebrach tief genug bohrt, um einen halbwegs leistungsfähigen Brunnen zu erschließen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man in Gips bohrt und damit die Sulfatwerte nicht der Trinkwasserverordnung entsprechen.

Koppenwinder Brunnen ist seit Jahren außer Betrieb

Dieses Dilemma hat man beispielsweise mit dem Koppenwinder Brunnen. Dieser ist seit Jahren außer Betrieb, weil das Wasser keine Trinkwasserqualität hat – die Schüttung jedoch war immer gut, im Gegensatz zu anderen Brunnen, die in trockenen Sommern wie heuer an ihre Leistungsgrenze kamen.

Ob eine Sanierung des Koppenwinder Brunnens zu einer ausreichenden Wasserqualität führe, dahinter stünden „viele Fragezeichen“, sagte Bürgermeister Matthias Bäuerlein, doch natürlich könne der Gemeinderat beschließen, welche Brunnen er sanieren lässt und welches der diskutierten Sanierungskonzepte er umsetzt. Vorher jedoch müssten bei der Regierung die Wasserrechte verlängert werden und die Versorgungssicherheit gewährleistet sein.

Vorerst zehn Jahre lang soll Wasser von der Aurach-Gruppe bezogen werden

Bürgermeister Matthias Bäuerlein hält es für unbedingt erforderlich, vor einem Abschalten eines Brunnens für die Sanierung den Anschluss an die Aurach-Gruppe herzustellen und von dort vorerst für zehn Jahre Wasser zu beziehen. Das bedeutet für die Gemeinde einen „Einkauf“ in die Gruppe in Höhe von 42.000 Euro und den Bau einer Versorgungsleitung von Theinheim nach Untersteinbach. Dann habe man den Rücken frei, um ein fundiertes und bezahlbares Sanierungskonzept aufzustellen und umzusetzen.

In der Zwickmühle zwischen Versorgungssicherheit und Wasserpreis

Da es dabei um hohe Investitionen geht (eine Brunnensanierung kostet 350.000 bis 400.000 Euro, ein Hochbehälter über eine Million Euro), steht die Gemeinde in der Zwickmühle zwischen Versorgungssicherheit und Wasserpreis.

Ein Beschluss und mehrere Folgebeschlüsse zur Sicherung der Trinkwasserversorgung

Schließlich wurde in den Beschluss eigens hineingeschrieben, dass die Gemeinde Rauhenebrach als oberstes Ziel die autarke Wasserversorgung aller Gemeindeteile anstrebt. Gegen den Folgebeschluss, für die mittelfristige Versorgungssicherheit einen Anschluss an die Aurach-Gruppe herzustellen, gab es dennoch vier Gegenstimmen. Nur eine Gegenstimme gab es gegen den Grundsatzbeschluss, eine Verbundleitung von Theinheim nach Untersteinbach herzustellen, einstimmig war schließlich der Beschluss, zunächst den wichtigen und rund 40 Jahre alten Brunnen in Untersteinbach auf seine Sanierungsfähigkeit hin zu untersuchen. Die Einzelmaßnahmen und die Form ihrer Umsetzung werden dann noch im Gemeinderat behandelt.

In der ehemaligen Schule ist der Kindergarten in Prölsdorf untergebracht. Das Gebäude soll saniert werden, deshalb erfolgt in den Weihnachtsferien ein Umzug ins Übergangsquartier nach Untersteinbach.
In der ehemaligen Schule ist der Kindergarten in Prölsdorf untergebracht. Das Gebäude soll saniert werden, deshalb erfolgt in den Weihnachtsferien ein Umzug ins Übergangsquartier nach Untersteinbach.
Foto: Sabine Weinbeer

Ebenfalls einen Grundsatzbeschluss fasste das Gremium für die Sanierung des Kindergartens in Prölsdorf, der für die Beantragung der Fördermittel nötig ist. In den Weihnachtsferien wird das Übergangsquartier in der Schule Untersteinbach eingerichtet, das sich schon während der Sanierung des Untersteinbacher Kindergartens bewährt hat.

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