Grundstücke
Warum der Radwegbau nicht weitergeht
Der Radweg entlang der Staatsstraße endet bisher an der Finkenmühle vor Breitbrunn und der Weiterbau über Kirchlauter bis Goggelgereuth wurde jetzt erneut verschoben.
Der Radweg entlang der Staatsstraße endet bisher an der Finkenmühle vor Breitbrunn und der Weiterbau über Kirchlauter bis Goggelgereuth wurde jetzt erneut verschoben.
Foto: Günther Geiling
Kirchlauter – Für die Radwegstrecke müssen Flächen zugekauft werden. Doch einige stellen sich stur. Der Gemeinderat ringt um eine Lösung.

Ein Thema, das schon seit Jahren im Gemeinderat diskutiert wird, ist der Ausbau eines Radweges an der Staatsstraße 2274 von Breitbrunn über Kirchlauter nach Goggelgereuth. Die Pläne liegen auf dem Tisch, aber die weitere Ausführung kam ins Stocken. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler teilte bei der jüngsten Sitzung mit, dass das Straßenbauamt bei den Grundstücksverhandlungen nicht weitergekommen sei, weil einige Grundstückseigentümer sowohl aus Breitbrunn als auch aus Kirchlauter mit anderen Vorstellungen in die Verhandlungen gekommen seien.

Eigentlich sollten die Grundstücksverhandlungen bis März abgeschlossen seien. Weil dies nicht der Fall gewesen sei, werde mit dem Projekt nicht weitergemacht, erklärte Kandler. „Das Straßenbauamt hat deswegen die Maßnahme für die nächsten zwei Jahre zurückgestellt“, bedauerte der Bürgermeister die augenblickliche Situation.

„Die Besitzer der Grundstücke sollten darüber nachdenken, etwas für die Gemeinschaft zu tun“

Lilo Stubenrauch (CSU) hatte dafür kein Verständnis. Sie sagte: „In allen anderen Gemeinden werden Radwege gebaut und eröffnet. Warum kommt das in unserer Gemeinde nicht voran und warum sind Grundstückseigentümer nicht bereit zum Verkauf? Für unsere Bürger wäre es doch wichtig, einen Radweg zu schaffen, und auch die Besitzer der Grundstücke sollten darüber nachdenken, etwas für die Gemeinschaft zu tun, und sich nicht sturstellen.“

Hier vor der Finkenmühle bei Breitbrunn endet bisher der Radweg durch das schöne Ebelsbachtal und eine Weiterführung bis in den Baunachgrund ist schon lange der Wunsch.
Hier vor der Finkenmühle bei Breitbrunn endet bisher der Radweg durch das schöne Ebelsbachtal und eine Weiterführung bis in den Baunachgrund ist schon lange der Wunsch.
Foto: Günther Geiling

Steffen Kandler (SPD), selbst Landwirt, bedauerte, dass man als Ratsgremium hier keine Chance habe, etwas zu kreieren. „Ich appelliere hier auch an die Sozialgerechtigkeit des Eigentums. Außerdem müssen sie nur einen Streifen für den Radweg für das Gemeinwohl abtreten. Es ist eine wichtige Verbindung in den oberen Haßbergen und auch gut für unsere Kinder“, sagte Steffen Kandler.

Auch bei einem anderen Radwegbau gab es Probleme:

Robert Muckelbauer (CSU) missfiel, dass Radwege immer wieder im Maintal oder entlang der Baunach so angepriesen würden, „und hier lässt man es fallen. Wir haben noch keinen solchen Weg gefördert bekommen, und es ist ein Witz, wie es mit dem Radweg bei uns läuft.“

Der Landrat soll Einfluss nehmen

Uwe Derra erinnerte an das große Ziel der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE), mit den Radwegen gerade Lückenschlüsse zu erreichen wie den in Richtung Salmsdorf. Dies müsste von der Politik stärker unterstützt werden und wäre auch Sache von Landrat Wilhelm Schneider, der hier stärker Einfluss nehmen müsste. „Die müssten sich mehr für die Randbereiche einsetzen und nicht nur für das Maintal“, meinte Derra.

Mehr Kinder im Kindergarten Neubrunn erfordern mehr Personal

Auf nunmehr 34 Kinder wurde die Betriebserlaubnis für den Kindergarten im Ortsteil Neubrunn beantragt, was auch steigende Personalkosten nach sich zieht. Dazu müssen auch die Spielgeräte in der Außenanlage erneuert werden, was unweigerlich zu einer finanziellen Klemme führen würde. Um ein Defizit abzuwenden, beantragte der Caritas-Kindergartenverein St. Andreas hierfür einen Zuschuss. Dies stieß im Gemeinderat nicht auf taube Ohren.

Neue Spielgeräte erhält der Kindergarten Neubrunn, weil die alten Mängel aufwiesen.
Neue Spielgeräte erhält der Kindergarten Neubrunn, weil die alten Mängel aufwiesen.
Foto: Günther Geiling

In einem Brief wies der Vorsitzende des Kindergartenvereins, Norbert Reinwand, darauf hin, dass es im Laufe der letzten Jahre gelungen sei, den Kindergarten Neubrunn mit den zustehenden Fördermitteln wirtschaftlich zu betreiben und auch Rücklagen zu bilden. Außerdem habe man bei den geringen Kinderzahlen im Rahmen der Landkindergartenregelung auch gute Förderungen bekommen.

Erfreulicherweise seien die Belegungszahlen wieder angestiegen. Dieser Trend setze sich fort, so dass man eine Erweiterung der Betriebserlaubnis auf 34 Kinder erreicht habe. Durch die höhere Zahl der Kinder sei man jedoch auch in der Pflicht, mehr Personal zur Verfügung zu stellen. Die dadurch steigenden Personalkosten würden leider nicht durch die zustehenden Fördergelder kompensiert. Dazu kämen aktuell steigende Energiekosten. Schließlich seien durch die Corona-Pandemie Einnahmen aus Veranstaltungen weggebrochen.

Mehr Ausgaben, weniger Einnahmen – Gemeinde wird um einen Zuschuss gebeten

Um das Defizit abzufedern, habe der Vorstand bereits eine Erhöhung der Elternbeiträge angestoßen. Hier müsse noch eine Anhörung des Elternbeirates erfolgen“, teilte Vorsitzender Reinwand mit. Hinzu komme, dass bei der jährlichen Prüfung an den Gartenspielgeräten Mängel festgestellt worden seien und einige Geräte ersetzt werden müssten. Man habe deswegen schon neue Geräte mit Spiel- und Klettermöglichkeiten in Auftrag gegeben, hier kämen Kosten von 14.000 Euro auf den Verein zu. Reinwand: „Deswegen bitten wir die Gemeinde um einen finanziellen Zuschuss und eine Entscheidung zugunsten unseres Kindergartens.“

Dieser Antrag war dann in einer regen Diskussion auch nicht umstritten, sondern wurde von allen befürwortet. Uwe Derra (FW KL) kritisierte nur, dass sich der Verein nicht von einer einheimischen Firma ein Angebot für die neuen Spielgeräte geben ließ.

Hans-Jürgen Derra (IG HL) sagte, dass der Kindergarten ja eigentlich auch Gemeindesache sei, und deswegen begrüße er eine Förderung. Gleichzeitig sollte man aber die beiden Kindergartenvereine in Neubrunn und Kirchlauter ermutigen, ihre Beiträge etwas anzupassen. Dies sollte in einer gemeinschaftlichen Sitzung geschehen, wo man nach Möglichkeit gleiche Beiträge erreichen sollte. Reinhold Stöhr (SPD) schlug einen Zuschuss von 5000 Euro vor, Lilo Stubenrauch und Peter Stretz (CSU) waren für 7000 Euro. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) sagte, es gebe zwar Unterschiede zwischen den beiden Kindergärten, er werde jedoch das Gespräch mit beiden Einrichtungen suchen, um mit gleichen Beiträgen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Der Gemeinderat beschloss dann einstimmig, die neuen Spielgeräte in Neubrunn mit 7000 Euro zu bezuschussen.

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