Betreuung
Kita-Erweiterung ohne Speiseraum
Diese Visualisierung zeigt, wie der Kindergarten St. Martin nach den Umbau- und Neubaumaßnahmen aussehen soll.
Diese Visualisierung zeigt, wie der Kindergarten St. Martin nach den Umbau- und Neubaumaßnahmen aussehen soll.
Foto: Architekturbüro Pollach
F-Signet von Christian Licha Fränkischer Tag
Sand am Main – Für den Kindergarten St. Martin gibt es ein Raumkonzept, nach dem gebaut werden soll. Dort zusammen Mittag zu essen, ist nicht vorgesehen.

Die Planungen zur Erweiterung des Kindergartens Sankt Martin haben eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat beschloss mit einer Gegenstimme das Raumkonzept, das Architekt Sebastian Pollach vom gleichnamigen Planungsbüro dem Gremium in seiner Sitzung am Dienstag vorstellte. Der Planungsentwurf ist zur Vorlage für das Zuschussverfahren bei der Regierung von Unterfranken notwendig.

Bereits in der Dezember-Sitzung beschloss der Gemeinderat, den Kindergarten St. Martin um eine Gruppe zu erweitern. Die Planunterlagen wurden zur Vorprüfung an die zuständige Fachaufsicht für Kindergärten am Landratsamt Haßberge weitergegeben. Von dieser Stelle wurde angefragt, ob nicht zusätzlich ein Raum für die Einnahme des Mittagessens (Speiseraum) vorgesehen werden solle. In der Konzeption des Betriebs der beiden Kindergärten ist vorgesehen, die Kinder mit längeren Buchungszeiten im Kindergarten St. Nikolaus zu betreuen, für kürzere Buchungszeiten im Kindergarten St. Martin. Im Kindergarten St. Nikolaus ist die Nachfrage nach Mittagessen gering (10 bis 14 Kinder). Die Kinder bekommen das Essen portionsfertig geliefert und nehmen es in ihren Gruppen ein.

Ein Speiseraum für den Kindergarten St. Martin?

Bei einer Vorstandssitzung des Caritas-Kindergartenvereins St. Nikolaus wurde keine Notwendigkeit für das Vorhalten eines solchen Raumes im Kindergarten St. Martin gesehen. Die Einnahme eines warmen Mittagessens bei Kindergartenkindern sei nicht vergleichbar mit dem in der Schule. Es werde in kleineren Einheiten eingenommen. Für die kurze Zeit des Mittagessens für wenige Kinder einen eigenen Raum zu schaffen, sei wirtschaftlich nicht vertretbar und aufgrund der räumlichen Enge auf dem Grundstück auch problematisch.

Im Gegensatz zu seinen Ratskollegen stimmte Paul Hümmer als einziger Gemeinderat gegen das vorgestellte Raumkonzept, weil er einen zusätzlichen Essensraum als sinnvoll betrachtete. Bürgermeister Bernhard Ruß erinnerte daran, dass man auch an die Nachhaltigkeit denken müsse: „Es ist erstrebenswert, das Ziel in kleineren Einheiten zu erreichen.“ Das Raumprogramm konzentriere sich auf den tatsächlich benötigten und gleichzeitig vom Kindergartenpersonal erwünschten Umfang.

Auf 1.843.000 Euro schätzt Architekt Sebastian Pollach die Gesamtkosten für die Erweiterung. Dabei entfallen 109.000 Euro auf die notwendigen Veränderungen am bestehenden Gebäude und 1.734.000 Euro auf den Neubau. Die Kosten für eine neue Heizungsanlage, die sowieso demnächst notwendig wäre, sind hierbei noch nicht enthalten. Darüber und über die genaue Gestaltung des Neubaus wird im Bauausschuss beziehungsweise in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beraten.

Lob für Anja Hey

„Neben der Bereitstellung der Räumlichkeiten für die Kindergartenkinder muss die Betreuung durch das erforderliche Fachpersonal im Auge behalten werden“, sagte Bürgermeister Bernhard Ruß. Auch wenn die Betriebsführung formal beim Caritas-Kindergartenverein liege, so werde die tatsächliche Führung durch die Gemeindebediensteten Kerstin Deschner und insbesondere Anja Hey geleistet. Als Vorsitzende des Caritasvereins zeige Anja Hey ein überaus großes Engagement. Darüber hinaus habe sie während der coronabedingten Engpässe in den Gruppen mitgeholfen.

Bei den Kindergarten-Belegungszahlen wirkt sich besonders der starke Jahrgang 2017 (42 Geburten und vier Zuzüge) noch aus; die Geburtenzahlen und Zuzüge der Folgejahre waren deutlich niedriger. Für das Kindergartenjahr 2022/23 sind aufgrund der Anmeldungen der Kindergarten St. Martin und die Kinderkrippen (3) in St. Nikolaus belegt; im Kindergarten St. Nikolaus (3 Gruppen) sind noch wenige Plätze frei. Aufgrund von personellen Veränderungen werden für den Kindergarten St. Nikolaus zwei Kinderpflegerinnen (27 bis 28 Stunden) und eine Erzieherin (20 Stunden plus Betreuung eines „Integrationskindes“) benötigt, für den Kindergarten St. Martin eine Kinderpflegerin (20 bis 25) Stunden. Die Vorsitzende des Caritasvereins hat die Personalsuche aufgenommen. Bei der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt ist es allerdings nicht einfach, Personal zu bekommen, zumal keine Vollzeitarbeitsplätze angeboten werden können.

Zwei Räume für geflüchtete Ukrainer

Auch in Sand wurden kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten für Ukraine-Flüchtlinge von der Gemeinde geschaffen. Im Untergeschoss der Turnhalle wurde hierfür zwei Räume eingerichtet, informierte Bürgermeister Bernhard Ruß. Gemeinderat Gerhard Zösch koordiniert als Vorsitzender des Sozialbeirates die Hilfsaktion, bei der zahlreiche ehrenamtliche Helfer mitwirken. Weiterhin rief der Bürgermeister dazu auf, Wohnungen oder Zimmer der Gemeinde zu melden, in denen eine Flüchtlingsunterbringung möglich ist. Es werde kein Mietvertrag abgeschlossen, sondern eine Nutzungsvereinbarung. Durch das Landratsamt werde eine entsprechende Entschädigung und Nebenkostenerstattung an die Eigentümer gezahlt.

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