Tag vier am Berg
Viel Alkohol unter E-Scooter-Fahrern
Besonders E-Scooter-Fahrer werden von der Polizei oft alkoholisiert angetroffen.
Besonders E-Scooter-Fahrer werden von der Polizei oft alkoholisiert angetroffen.
CMT
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Erlangen – Viel Alkohol, ein Faustschlag wegen der Toilettengebühr und geklaute Handtauschen sind die Bilanz des Sonntags auf der Bergkirchweih.

Stark bewölkt und schwül begann der Sonntag, der vierte Bergtag dieses Jahres. Wie die Polizei mitteilt, herrschte bereits zum Frühschoppen reger Besucherzulauf, so dass die Keller um 11 Uhr zu 90 Prozent ausgelastet waren. Trotz einsetzendem Regen war kein merklicher Aufbruch der Besucher zu erkennen. Die Auslastung bei den Schaustellern betrug zu dieser Zeit ca. 50 Prozent.

Im weiteren Verlauf des Bergtages schwankte die Auslastung zwischen 80 und 90 Prozent. Bei den Schaustellern lag dieser Wert bei ca. 60 bis 70 Prozent.

Um 20.20 Uhr beleidigte ein stark alkoholisierter Besucher nach einem Platzverweis die eingesetzten Polizeibeamten. Der Mann wurde zur Wache gebracht und nach Feststellung seiner Identität vom Festgelände verwiesen. Eine Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,18 Promille.

Zwei Kinder klauen Handtaschen

Am Fahrgeschäft „Rocket“ ereigneten sich im Zeitraum von 20.45 bis 21.05 Uhr zwei Handtaschendiebstähle. Zwei tatverdächtige Kinder im Alter von 9 und 12 Jahren aus Erlangen konnten kurz darauf festgehalten werden. Die beiden amtsbekannten Kinder waren bereits in den letzten Monaten massiv mit Diebstählen und anderen Straftaten in Erscheinung getreten. Sie wurden ihren Eltern überstellt. Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte ein Geldbeutel einer Geschädigten wieder gefunden werden. Nachdem nicht auszuschließen war, dass die beiden Kinder künftig weitere Diebstähle auf dem Festgelände begehen könnten, wurde für die restliche Zeit der Bergkirchweih ein Betretungsverbot bei der Stadt Erlangen beantragt. Das Betretungsverbot wurde den Eltern ausgehändigt.

Ob die beiden auch für einen weiteren Handtaschendiebstahl am Erich-Keller verantwortlich sind, ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

An einem Toilettenhäuschen ereignete sich eine Körperverletzung. Ein Bergkirchweihbesucher wollte die 50 Cent für die Benutzung nicht bezahlen und schlug dem Toilettenhäuschenbetreiber mit der Faust ins Gesicht. Dieser wurde leicht verletzt.

Mit Maßkrug auf Kopf geschlagen

Um 22.45 Uhr teilte das BRK mit, dass eine Person am Hofbräu-Keller einen Maßkrugschlag verpasst bekam und eine Kopfplatzwunde davontrug. Der Täter ist US-Soldat und kommt aus dem weiteren Bekanntenkreis des Geschädigten. Er ist namentlich bekannt.

Gegen 22.30 Uhr setzte bereits ein massiver Aufbruch in Richtung Innenstadt ein. Unterwegs vom Festgelände in das Stadtzentrum gerieten gegen 22 Uhr zwei Gruppen in Streit. Vorangegangen waren mehrere Beleidigungen, die die Atmosphäre zwischen den Mitgliedern der beiden ethnischen Gruppen anstachelte, so dass es schließlich zu gegenseitigen Faustschlägen kam. Dadurch wurden die vier beteiligten Personen leicht verletzt. Nur einer der „Täter“ war mit 1,5 Promille erheblich alkoholisiert, während die anderen beteiligten Personen nüchtern waren.

Im weiteren Verlauf der Nacht wurden dann während der Nachfeiern keine weiteren Körperverletzungsdelikte bekannt. Die eingesetzten Kräfte mussten jedoch mehrere verbale Auseinandersetzungen schlichten.

Darüber hinaus wurde eine Streife des Verkehrsdienstes durch einen 42-jährigen Erlanger völlig grundlos beim Aufstellen der Verkehrssperren in der Hauptstraße durch das Zeigen des ausgestreckten Mittelfinger beleidigt. Nach Feststellung seiner Personalien erhielt der alkoholisierte Erlanger einen Platzverweis für das Festgelände und die Innenstadt.

2,10 Promille

Im Zuge von durchgeführten Verkehrskontrollen im Stadtgebiet wurden insgesamt zehn Personen beanstandet, die übermäßig alkoholisiert mit Kraftfahrzeugen unterwegs waren. Die Betroffenen nutzten in acht Fällen E-Scooter (Leihgeräte) und in zwei Fällen einen Pkw. In vier Fällen wurden Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet. In zwei Fällen stellten die Beamten zudem drogentypische Ausfallserscheinungen fest. Ein Pkw-Fahrer wollte mit rund 2,10 Promille mit seinem Pkw fahren; er konnte noch vor Fahrtantritt belehrt werden und ließ sein Gefährt stehen. Die gemessenen Atemalkoholwerte lagen zwischen 0,6 und 2,10 Promille.

Am Wochenende gab es immer wieder Regen auf dem Erlanger Berg. Besucher mussten sich Unterstellmöglichkeiten suchen.
Am Wochenende gab es immer wieder Regen auf dem Erlanger Berg. Besucher mussten sich Unterstellmöglichkeiten suchen.
CMT

Besonders uneinsichtig zeigte sich ein 39-jähriger Erlanger. Dieser wurde bereits gegen 19 Uhr im Bereich der Wöhrmühle dabei beobachtet, wie er mit rund 1,60 Promille gerade im Begriff war, auf sein Fahrrad zu steigen. Die eingesetzten Beamten belehrten den 39-Jährigen und verboten ihm, mit dem Fahrrad zu fahren.

Gut 90 Minuten später fiel der 39-Jährige in Büchenbach einer Streife auf, wie er beim Erblicken der Polizeistreife von einem E-Scooter sprang und sich in einem Gebüsch am Fahrbahnrand verstecken wollte. Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten fest, dass der Mann offenbar noch weiter getrunken hatte, da der Atemalkoholtest rund 1,8 Promille anzeigte.

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