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Heroldsberg
Mehr als drei Jahre Haft für Frau wegen Betrugs im Internet
Eine 31-Jährige aus Heroldsberg hat übers Internet mehrere Personen um Tausende von Euros gebracht.
Eine 31-Jährige aus Heroldsberg hat übers Internet mehrere Personen um Tausende von Euros gebracht. // Franziska Gabbert, dpa-tmn
Heroldsberg – Eine 31-Jahre alte Frau hat die Bankdaten und die Identität einer älteren Dame missbraucht und diese um mehrere Tausend Euro gebracht. Für ihre Taten nutzte sie das Internet. Nun muss sie ins Gefängnis.

Eine 31-Jährige aus Heroldsberg musste sich vor dem Landgericht Erlangen wegen Diebstahls und Computermissbrauchs verantworten. Es war ein komplexer Fall mit mehreren Fremdschädigungsdelikten. Das Gericht hat die Angeschuldigte schuldig des Diebstahls, des Computerbetrugs in drei Fällen, des Betrugs in acht Fällen, des Computerbetrugs in fünf Fällen in Tateinheit mit Fälschung beweiserheblicher Daten sowie der Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug gesprochen. Sie wurde deswegen unter Einbeziehung der Einzelstrafen aus vorherigen Verurteilungen durch das Amtsgericht Nürnberg im November 2022 und das Amtsgericht Erlangen vom Januar 2023 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren, zwei Monaten verurteilt. Zudem wird ein Betrag von 20.031 Euro eingezogen.

Die Angeschuldigte hatte zwischen August und November 2022 in der Wohnung der 75-jährigen Ingrid G. in Heroldsberg Goldschmuck in Form von Ringen, Halsketten und Ohrsteckern, die EC-Karte und den Personalausweis sowie einen Ordner mit Bankunterlagen der Geschädigten im Gesamtwert von circa 7500 Euro entwendet. Später hob die Angeschuldigte mit der entwendeten EC-Karte an insgesamt drei Geldautomaten der Sparkasse und Volksbanken in Heroldsberg am 16. November 2022 Geld im Gesamtwert von 4.074,50 Euro ab. Weiter wurde der Angeschuldigten zur Last gelegt, sich der Identität der Seniorin in betrügerischer Absicht angeeignet zu haben.

Betrug im Internet: Frau nutzt Daten einer Seniorin

Sie habe in fünf Fällen zwischen Ende Mai und Anfang Oktober 2022 bei diversen Onlinehändlern Waren im Gesamtwert von 7011,43 Euro bestellt und hierbei den Namen der Seniorin sowie deren Geburtsdatum und Adresse verwendet. Sie handelte demnach in der vollen Absicht, die Onlinehändler über ihre Identität zu täuschen und so einer Bezahlung der Waren zu entgehen. Da die Angeschuldigte an der gleichen Adresse wie die Geschädigte wohnte, konnte sie sich mühelos als Zustellungsempfänger angeben oder die Lieferanten abfangen.

Der Plan ging auf, und die Waren wurden, wie von der Angeschuldigten beabsichtigt, an sie ausgeliefert. Damit nicht genug beabsichtigte die Frau, aus den zu Unrecht angeeigneten Waren eine weitere Einnahmequelle zu generieren und bot sie zwischen September und November 2022 über die Internetplattformen Ebay-Kleinanzeigen und Vintage zum Verkauf an. Sie täuschte dabei in acht Fällen vor, in der Lage zu sein, die angebotenen Gegenstände zu liefern. Im Vertrauen hierauf überwiesen die Käufer den Kaufpreis auf die von der Angeschuldigten angegebenen Konten bei der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, bei der Stadtsparkasse München sowie auf ihr Konto bei Paypal.

Haft wegen Betrug an Reiseunternehmen

Nach dem Erhalt des Geldes lieferte die 31-Jährige die Ware nicht aus. Durch diese betrügerische Absicht erschlich sich die Frau insgesamt 1450 Euro. Die letzte ihr zur Last gelegte Tat fand zu einem nicht mehr genau feststellbaren Zeitpunkt vor dem 14. November 2022 statt. Die Angeschuldigte füllte einen Überweisungsträger auf den Namen der Geschädigten Güney Tours GmbH aus und unterschrieb ohne Berechtigung mit deren Namen. Diesen Überweisungsträger, mit dem Auftrag, eine Überweisung in Höhe von 1200 Euro auf ihr Konto bei der Deutschen Bank durchzuführen, reichte sie bei der Commerzbank ein.

Die Commerzbank führte die Überweisung am 16. November 2022 aus. In allen Fällen handelte die 31-Jährige laut Gericht mit der Absicht, sich unrechtmäßig zu bereichern, und nahm dafür in Kauf, andere zu schädigen.

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