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Telefonbetrug
Polizei: Geldabholer mit Hilfe eines Seniors gefasst
Keinen Erfolg hatten mutmaßliche Telefonbetrüger in Eckental.
Keinen Erfolg hatten mutmaßliche Telefonbetrüger in Eckental. // Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Eckental – Am Mittwochabend haben Betrüger versucht, einen 76-Jährigen aus einem Eckentaler Gemeindeteil um mehrere Zehntausend Euro zu erleichtern. Doch das ging nach hinten los.

Der Senior erkannte den Betrugsversuch und ermöglichte die Festnahme eines 19-jährigen Tatverdächtigen. Der im Raum Eckental wohnende 76-Jährige erhielt gegen 20.30 Uhr einen Anruf einer angeblichen Polizeibeamtin.

Die unbekannte Frau erklärte ihm, dass ein nahestehendes Familienmitglied einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte und nun ins Gefängnis käme. Nur die Zahlung einer Kautionsleistung durch den 76-Jährigen könnte die Haft für den Angehörigen abwenden. Hierfür müsse er 80.000 Euro in bar übergeben.

Betrugsmasche erkannt

Der Senior schaltete schnell und erkannte die gängige Betrugsmasche. Er verständigte heimlich die Einsatzzentrale Mittelfranken über den Polizeinotruf 110 und informierte die echten Polizeibeamten über den laufenden Betrugsversuch.

Unter Anleitung durch die Polizei ging der 76-Jährige zum Schein auf die Forderung der unbekannten Anruferin ein und vereinbarte ein Treffen zur Geldübergabe in Erlangen.

Treffpunkt in Erlangen

Am ausgemachten Treffpunkt im Erlanger Stadtgebiet übergab der 76-Jährige daraufhin bei einer fingierten Geldübergabe eine Schachtel an einen 19-Jährigen. Dieser gab an, dass er zur Abholung der angeblichen Kautionsleistung geschickt worden sei. In diesem Moment schlugen die echten Beamten aus mehreren umliegenden Polizei- und Verkehrspolizeiinspektionen zu und nahmen den 19-jährigen Geldabholer auf frischer Tat fest.

Was der Tatverdächtige zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte: Die zum Anschein übergebene Schachtel enthielt kein Geld. Im weiteren Verlauf durchsuchten die Beamten das Hotelzimmer des 19-Jährigen und stellten mehrere Mobiltelefone sowie das von ihm genutzte Auto sicher.

Wer sind die Hintermänner?

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken traf die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen. Das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei „BAO Herbst“ hat die weiteren Ermittlungen, unter anderem bezüglich der Hintermänner und eventuell weiterer zurechenbarer Taten im Bundesgebiet übernommen. Auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

Verhaltenstipps

Mit dieser oder ähnlichen Betrugsmaschen gelingt es Tätern immer wieder, ihre Opfer um hohe Geldbeträge zu bringen. Das Polizeipräsidium Mittelfranken gibt daher folgende Verhaltenstipps: Sprechen Sie mit Angehörigen über Gefahren durch betrügerische Telefonanrufe. Wenn Ihre Telefonnummer nicht in öffentlichen Verzeichnissen stehen soll, dann lassen Sie die Nummer dort löschen. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder nach Ihren Vermögensverhältnissen ausfragen. Übergeben Sie niemals Geld oder Schmuck an unbekannte Personen. Die Polizei wird niemals telefonisch die Herausgabe von Bargeld oder Wertgegenständen fordern. Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei. Mehr dazu unter polizei-beratung.de.

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