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Höchstadt
Lebensretter fahren in zwei Linienbussen mit
Solche einfach zu bedienenden Defibrillatoren („Defis“) sollen Fahrgästen in Linienbussen im Ernstfall helfen. Sicherheitsbeauftragter Christian Knobl (vorn) zeigt den Gebrauch unter den Augen von Landrat Alexander Tritthart und Busunternehmer Wer...
Solche einfach zu bedienenden Defibrillatoren („Defis“) sollen Fahrgästen in Linienbussen im Ernstfall helfen. Sicherheitsbeauftragter Christian Knobl (vorn) zeigt den Gebrauch unter den Augen von Landrat Alexander Tritthart und Busunternehmer Werner Vogel (von links). // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Das Höchstadter Busunternehmen Vogel rüstet die ersten Fahrzeuge mit Defibrillatoren aus. Vorgeschrieben sind sie nicht, Zuschüsse gibt es auch keine.

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat im Landkreis Erlangen-Höchstadt einen besonderen Stellenwert. In den vergangenen Jahren wurden immer neue Buslinien eingeführt und die Taktzeiten verkürzt. Mit sieben Millionen Euro im Jahr unterstützt der Kreis derzeit den ÖPNV.

Wenn jetzt ab 1. Mai das Deutschlandticket für monatlich 49 Euro kommt, hofft Landrat Alexander Tritthart (CSU), dass noch mehr Menschen auf den Bus umsteigen. Vor diesem Hintergrund kam er dieser Tage gerne zu einem Termin aufs Firmengelände des Höchstadter Busunternehmers Werner Vogel.

Vor einer Reihe geladener Gäste teilte Vogel mit, dass er die ersten Linienbusse jetzt auf eigene Faust mit Defibrillatoren ausstattet. „Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen auf den ÖPNV zu bringen“, sagte Vogel mit Blick aufs Klima. Neben der Zuverlässigkeit spiele für ihn und Christian Knobl, den Sicherheitsbeauftragten des Busunternehmens, aber auch die Sicherheit der Fahrgäste eine Rolle. Dazu gehöre unter anderem, Fahrgästen mit Herzproblemen im Notfall schnell helfen zu können.

Fahrer sind geschult

„Man habe 150 Telefonate geführt, aber niemanden gefunden, der Linienbusse mit Defis ausstattet“, ließ Vogel seine Gäste wissen. So werde man jetzt als Pilotprojekt die ersten beiden Geräte in Bussen auf den Linien Höchstadt-Herzogenaurach und Weisendorf-Erlangen installieren. Die Fahrer seien bereits geschult worden. Wie Sicherheitsbeauftragter Knobl demonstrierte, könne bei dem Gebrauch des Defis praktisch nichts falsch gemacht werden. Wird das Gerät geöffnet, springen einem Anleitungen entgegen und eine Stimme erklärt, was als nächstes getan werden muss.

Eine vorbildliche Geschichte

Für BRK-Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff ist die Aktion von Busunternehmer Vogel „eine vorbildliche Geschichte“. Um dem Herztod keine Chance zu geben, sei es wichtig, dass solche Geräte da sind und in den ersten fünf Minuten eingesetzt werden können. Heideloff und ASB-Geschäftsführer Andreas Schönfelder würden sich wünschen, wenn es noch viel mehr solcher Geräte gäbe. Lebensrettend sein können Defis bei Kammerflimmern. Stellen Ersthelfer einen Herzstillstand fest, mEoüsse die Herzdruckmassage – „wie im Erste-Hilfe-Kurs gelernt“, so Heideloff - angewendet werden. Falsch machen könne der Ersthelfer aber nichts, da der Defi erkennt, ob Kammerflimmern oder Herzstillstand vorliegt.

Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hält die Defi-Aktion der Firma Vogel, die nicht vorgeschrieben ist und für die es auch keine Zuschüsse gibt, für ein „tolles Angebot“. Er selbst werde ihn zwar nie brauchen, weil er bereits einen Defi im Körper eingebaut habe, erklärte Brehm. Aus eigener Erfahrung mit einem Herzstillstand wisse er allerdings, wie wichtig ein Defi sein kann.

Wertvolle Hilfe fürs Überleben

Bis der Rettungsdienst kommt, kann der Defi wertvolle Hilfe fürs Überleben leisten. Dann sollte der Patient schnell in eine Klinik gebracht werden. Dies gestalte sich laut BRK-Rettungsdienstleiter Heideloff aber zunehmend schwieriger. Unter der aktuellen Krankenhaussituation sei immer öfter kein freies Bett zu bekommen. Auch Herzinfarktpatienten müssten da schon mal bis nach Bamberg oder gar Coburg gefahren werden.

Vor diesem Hintergrund habe für ihn das Kreiskrankenhaus Höchstadt eine enorme Bedeutung. Heideloff: „Wir hätten extremste Schwierigkeiten vor allem im westlichen Landkreis, wenn das nicht da wäre.“ Einen Unterstützer hat er in Landrat Tritthart. Der fordert in der aktuellen Krankenhaus-Diskussion die Politiker von der kommunalen bis zur Bundesebene auf, klar zu machen, „dass wir das Krankenhaus in Höchstadt brauchen“.

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