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VGN startet Verkauf
Deutschlandticket: Jede Menge Probleme für 49 Euro
Das neue Deutschlandticket kann seit heute vorbestellt werden. Im VGN-Gebiet gibt es das Ticket via App und als Chipkarte.
Das neue Deutschlandticket kann seit heute vorbestellt werden. Im VGN-Gebiet gibt es das Ticket via App und als Chipkarte. // Boris Roessler/dpa
LKR Erlangen-Höchstadt – 49 Euro zahlen, einsteigen, losfahren – das ist der Plan. Unter anderem für Hundebesitzer, Radler und Wohnsitzlose wird die Reise jedoch komplizierter, als gedacht

Für 49 Euro durch die Region oder ganz Deutschland fahren. So einfach könnte es mit dem neuen Deutschlandticket sein, dessen Vorverkauf heute gestartet ist. Ganz so leicht ist es in der Praxis dann aber doch nicht.

Das Deutschlandticket gilt ab 1. Mai und soll bundesweites Fahren mit allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichen, also zum Beispiel mit Bussen, Straßenbahnen, S-Bahnen und Regionalzügen. Im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), in dem der Landkreis Erlangen-Höchstadt liegt, gibt es drei Möglichkeiten, an das neue Deutschlandticket zu kommen.

Drei Apps zur Auswahl

Die erste ist auch gleich die einfachste, nämlich das Buchen eines digitalen Tickets via App auf dem Handy. Dabei haben die Kunden die Auswahl zwischen der VGN-App, dem DB-Navigator der Deutschen Bahn (DB) und der App „NürnbergMOBIL“ von der Nürnberger Verkehrsaktiengesellschaft (VAG).

Der zweite Weg für alle, die kein geeignetes Mobilgerät besitzen oder ihr Handy nicht benutzen wollen, führt über die VGN-Homepage www.vgn.de. Nach Abschluss der Bestellung bekommen die Kunden die greifbare Version des Deutschlandtickets dann als Chipkarte per Post zugeschickt. Dass die Kunden einen dieser beiden Wege nutzen sollen „ist uns ein Anliegen, um längere Wartezeiten im Service-Center zu vermeiden“, erklärt Melinda Burmeister vom VGN.

Denn es gibt durchaus noch einen dritten Weg: Persönlich vorstellig werden im Service-Center von VGN und VAG im Untergeschoss des Nürnberger Hauptbahnhofs. Im Gegensatz zu App und Internetseite gibt es das 49-Euro-Ticket dort nur zu den Öffnungszeiten.

Die Komplexität steckt im Detail

Zwingende Voraussetzung für die Registrierung als Kunde und den Abschluss eines Ticket-Abos ist bei allen drei Wegen die Angabe einer Anschrift und eines Bankkontos. Damit werden allerdings Menschen ohne festen Wohnsitz, für die das günstige Ticket besonders interessant wäre, automatisch von der Teilnahme ausgeschlossen.

Darüber hinaus gibt es für Wohnsitzlose noch eine zweite Hürde: Vor dem Vertragsschluss für das Ticket-Abo werde die Kreditwürdigkeit der Interessenten geprüft, so Melinda Burmeister vom VGN. „Ohne festen Wohnsitz wird es da schwierig.“

Erst die Chipkarte umstellen

Wichtig für alle, die etwa als Berufspendler bereits ein Ticket-Abo beim VGN abgeschlossen haben: Monatsabos, die mehr als 49 Euro kosten, werden vom VGN automatisch auf das Deutschlandticket umgestellt. Allerdings gibt es auch hier zwei Punkte zu beachten: Die Umstellung erfolgt erst, wenn die Ticket-Chipkarte über ein entsprechendes Lesegerät gezogen wird.

Bevor VGN-Abo-Kunden also die erste Fahrt über die Grenzen des VGN-Gebiets hinaus unternehmen, sollten sie das erledigen. Möglich ist das ab 10. April. Solche Lesegeräte gibt es im VGN-Gebiet etwa in den Linienbussen vorne beim Fahrer, bei den Kontrolleuren in Regionalzügen und U-Bahnen sowie im VGN- und VAG-Service-Center im Tiefgeschoss des Nürnberger Hauptbahnhofs.

Der zweite wichtige Punkt: VGN-Plus-Abos mit der Option, eine zweite Person mitzunehmen, werden nicht umgestellt – weil das Deutschlandticket keine Mitnahme-Option erlaubt.

Was tun mit Hund und Fahrrad?

Und damit ist auch gleich das nächste Problem angesprochen: Wer ein Fahrrad oder einen Hund mitnehmen will, muss ein Zusatzticket lösen. Für Hunde ist das im VGN-Gebiet zum Beispiel ein Kinderticket. Führt die Reise nun über das VGN-Gebiet hinaus – zum Beispiel mit Regionalzügen nach Stuttgart, Köln, München, Berlin oder Hamburg – führt das zu einem Problem: Während das 49-Euro-Ticket bundesweit in allen Nahverkehrsmitteln gilt, endet die Gültigkeit der für den Hund gekauften VGN-Kinderkarte an der Grenze des Verbundgebiets. Das gleiche gilt für zusätzlich gelöste VGN-Fahrradkarten.

Nur für Menschen erhältlich

Die Lösung könnte dann ein Hunde- oder Fahrradticket der Deutschen Bahn sein. Das dann aber nur in den Zügen der DB gilt, nicht aber in den der Zugreise vor- oder nachgelagerten Bussen, U- und Straßenbahnen regionaler Verkehrsverbünde. Eine Alternative für Radler ist die bayernweit gültige Fahrrad-Tageskarte, die aber wiederum nicht geeignet ist, wenn Start oder Ziel der Reise außerhalb von Bayern liegen.

Wir haben beim VGN angefragt, ob man der Einfachheit halber ein zweites 49-Euro-Ticket für seinen Hund oder sein Fahrrad kaufen kann, um diese Probleme zu umgehen. Die Antwort: Nein. Das 49-Euro-Ticket gibt es nur für Menschen.

Und es wird wohl auch nicht lange beim Preis von 49 Euro bleiben. Dabei handelt es sich nämlich nur um einen „Einführungspreis“, wie die Bundesregierung auf ihrer Internetseite mitteilt. Und weiter: Die Verkehrsminister von Bund und Ländern hätten bereits vereinbart, dass es bereits ab dem Jahr 2024 eine „Dynamisierung“ des Preises geben soll. Aus diesem Grund heißt das neue Angebot offiziell auch nicht „49-Euro-Ticket“, sondern „Deutschlandticket“.

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