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Antrag für Lebensretter-App
App für Ersthelfer im Landkreis Erlangen-Höchstadt gefordert
Jeder Defibrillator mehr optimiert den Schutz der Bürger. Bald könnte eine App Ersthelfern im Landkreis Erlangen-Höchstadt dabei helfen, diese schneller zu finden.
Jeder Defibrillator mehr optimiert den Schutz der Bürger. Bald könnte eine App Ersthelfern im Landkreis Erlangen-Höchstadt dabei helfen, diese schneller zu finden. // Symbolfoto: pixelaway, adobestock.com
Signet des Fränkischen Tags von Sandra Buchwald
LKR Erlangen-Höchstadt – Eine App könnte Ersthelfern wichtige Minuten sparen, geht es um Leben und Tod. Ein Antrag bringt sie in den Gesundheitsausschuss. Wie sie geschulten Nutzern dabei hilft, Leben zu retten.

Nürnberg schockt. Fürth schockt mit. Und auch Erlangen schockt schon erfolgreich. Hinter den Verknüpfungen von Städten und dem Verb „schockt“ steckt die „Lebensretter-App“, die nun auch die Mitglieder des Ausschusses für Krankenhausangelegenheiten und Gesundheitsfürsorge des Landkreises Erlangen-Höchstadt als Tagesordnungspunkt der letzten Sitzung diskutierten. Die Idee der Nutzung dieser App stammt von der Jungen Union. Schüler, die gerade die Ausbildung als Ersthelfer absolvierten, hatten Nico Kauper (JU) wegen der App angesprochen, der diese dem Ausschuss nun als „richtigen und wichtigen“ Ansatz präsentierte.

Patient mit Herzstillstand: Lebensretter-App für Ersthelfer

Die App, deren gute Ergebnisse schon evaluiert seien, diene als passende Ergänzung der Gesundheitsfürsorge des Landkreises. Sie unterstütze die Ersthelfer rund um die Betreuung von Patienten mit Herzstillstand. Das rasche Handeln sei dann entscheidend, warb Kauper. „Da geht’s um Minuten.“ Die Mitglieder des Ausschusses sahen das genauso. Das Projekt wird nun durch die Strategiegruppe geprüft. Als entscheidendes Gerät der Reaktivierung der Herztätigkeit nach Kammerflimmern gilt der Defibrillator – kurz „Defi“. Herzkranken Patienten wird das effektive Gerät implantiert, so dass es sofort wirkt. Alternativ gibt es die als AED abgekürzten automatisierten externen Defibrillatoren.

Ein Hinweisschild am Kellerwald Höchstadt zeigt an, dass hier ein Defibrillator in der Nähe ist.
Ein Hinweisschild am Kellerwald Höchstadt zeigt an, dass hier ein Defibrillator in der Nähe ist. // Sandra Buchwald

Sind diese nicht vorhanden oder sind deren jeweilige Standorte den Ersthelfern nicht geläufig, verstreichen die kostbaren Minuten. Doch die Chancen für die Erfolge der durchgeführten Defibrillation sind pro Minute um zehn Prozent geringer. Und genau dort wirkt die App, denn per Algorithmus verkürzt das System die Minuten zwischen Alarmierung und AED-Nutzung. Wenn die Leitstelle etwa als Begriff „Herzstillstand“ eingibt, alarmiere das bereits die diversen Aktivitäten der App, erläutert Eva Kelley, die das digital gestützte Projekt als Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth verantwortet.

Mehr Defibrillatoren im Landkreis Erlangen-Höchstadt gefordert

Von den per App schon registrierten Ersthelfern schickt das System die drei, die den Einsatzorten gerade am nächsten sind. Per Algorithmus weiß die Lebensretter-App sogar, ob das Nutzen des nächsten Defibrillators rascher als der Transport ins Krankenhaus wäre, und liefert als Info den Standort des Geräts. Dass genügend Geräte die Erfolgsaussichten erhöhen, ist klar. Deswegen müsse man die AEDs flächendeckend ansiedeln, so Eva Kelley. AED-Patenschaften, etwa von Unternehmen, seien effektive Unterstützung. Dass nun auch die Verantwortlichen des Landkreises Erlangen-Höchstadt das Nutzen der App erwägen, sei hoch erfreulich. Die Städte und die Gemeinden seien entscheidende Partner. Apropos Partner: Die hohe Sensibilisierung der Bevölkerung durch gute Aufklärung und der Besuch von Ersthelferkursen dienten als effektive Unterstützung.

Die App sammelt sowohl die Daten der Ersthelfer als auch die der verfügbaren Defibrillatoren. Sollten die Verantwortlichen des Landkreises die Teilnahme an der App starten, müssen die Betreiber oder Paten der Defibrillatoren die App befüllen und die Daten der jeweiligen Geräte selbst eintippen. Denn Listen verfügbarer Geräte gibt es wegen fehlender Meldepflicht noch nicht. Ersthelfer müssen sich registrieren. Und diese, so Eva Kelley, müssen jedoch nachweisen, dass sie passende Qualifikationen bieten. Aktuell dürfen nur die Fachkräfte des medizinischen Bereichs und spezifisch geschulte Mitglieder von Feuerwehren und Hilfsorganisationen die App nutzen. Dann sollten also möglichst viele Interessierte aus dem Landkreis die passenden Schulungen absolvieren, wenn das App-Projekt „ERH schockt“ bald startet? Ganz genau, nickt Eva Kelly. „Jeder neue Ersthelfer könnte jeden Tag Leben retten.“

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