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Geschichte
Ailsbacher auf den Spuren der Seherin Sybilla
Auf den Spuren der Sybilla Weis wanderte eine Gruppe zur Kapelle auf dem Lauberberg.
Auf den Spuren der Sybilla Weis wanderte eine Gruppe zur Kapelle auf dem Lauberberg. // Evi Seeger
Signet des Fränkischen Tags von Evi Seeger
Ailsbach – Anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Ailsbach wandelt die Dorfgemeinschaft auf den Spuren einer legendären Frauengestalt. Mit ihrer Grabstelle ist eine dunkle Prophezeiung verknüpft.

Sybilla Weis war selbst erschienen, um Ailsbachern und Gästen ihre Sage zu erzählen. Im historischen Kostüm schlüpfte Nicole Albrecht in die Rolle der Sybilla. Anlässlich des 1000. Jubiläums von Ailsbach wandelte die Dorfgemeinschaft mit ihren Gästen auf den Spuren der legendären Seherin.

Der Sterpersdorfer Georg Schockel ist mit der Geschichte des Lauberbergs bestens vertraut. 2019 maß er das Grab der Sybilla Weis zusammen mit Heimatpfleger Manfred Welker und Rudolf Schwandner neu ein.
Der Sterpersdorfer Georg Schockel ist mit der Geschichte des Lauberbergs bestens vertraut. 2019 maß er das Grab der Sybilla Weis zusammen mit Heimatpfleger Manfred Welker und Rudolf Schwandner neu ein. // Archiv Evi Seeger

In einer vom Posaunenchor Lonnerstadt musikalisch umrahmten Andacht mit Pfarrer Andreas Sauer wurde an die Gründungszeit erinnert. Dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Ailsbach, Sascha Link, waren die Zukunft des Vereins und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ein besonderes Anliegen. Mit den Worten „Mache junge Menschen bereit, weiterzuführen, was unser Ailsbach über Jahrhunderte geprägt hat“ erbat Link den Segen für eine gedeihliche Zukunft des Lonnerstadter Ortsteils.

Zur Quelle und zum Schloss

Auf den Spuren der Sybilla Weis wandelte eine große Gruppe heimat- und geschichtsinteressierter Wanderer. Geführt von Georg Schockel aus Sterpersdorf ging es in der blühenden Maienlandschaft zu Fuß durch Wald und Wiesen. Start war am Hirtenhaus. Der Weg führte zur Quelle der Sybilla vorbei an ihrem einstigen Schloss „im Wolfsgraben“ und schließlich zur Kapelle auf dem Lauberberg. Dort soll die „weise“, also kluge, mystische Frauengestalt der Sage nach begraben sein. Als ihr Ende nahte, soll sie angeordnet haben, dass man ihren Leichnam auf einen Esel lege und sie zur Antoniuskapelle auf den Lauberberg tragen lasse. Nahe an der Mauer solle ihre letzte Ruhestätte sein.

Andacht am Hirtenhaus mit Pfarrer Andreas Sauer. Sybilla Weis (Nicole Albrecht in der Türe) erzählte ihre eigene Sage
Andacht am Hirtenhaus mit Pfarrer Andreas Sauer. Sybilla Weis (Nicole Albrecht in der Türe) erzählte ihre eigene Sage // Sascha Link

Eine Grabplatte im Umgriff der Kapelle erinnert noch heute an die Seherin und Heilerin aus dem Aischgrund, die vor etwa siebenhundert Jahren gelebt haben soll. Sollte jedoch das Grab von dieser Mauer abweichen, so nahe der jüngste Tag, besagt die Legende. Die Sage der geheimnisumwobenen Frauengestalt ist bis heute allgegenwärtig im Bewusstsein der Bewohner der Region.

Nachmessungen am Grab

Nachmessungen am Grab der Sybilla Weis – 2019 von Georg Schockel und Kreisheimatpfleger Manfred Welker – ergaben, dass sich bislang nichts verändert hat. Bis zum jüngsten Tag dürfte demnach noch ein wenig Zeit verbleiben, meinten die beiden Heimatforscher.

Die Antoniuskapelle auf dem Lauberberg bei Sterpersdorf
Die Antoniuskapelle auf dem Lauberberg bei Sterpersdorf // Evi Seeger

Im Umgriff des Hirtenhauses hatte Sascha Link die zahlreichen Besucher willkommen geheißen. Unter ihnen waren auch die Gründungsmitglieder Theo Link sowie Renate und Heiner Heimann, die 1986 viel dazu beigetragen hatten, dass die Dorfgemeinschaft gegründet und das Hirtenhaus mit Leben erfüllt wurde.

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