Sybilla Weis war selbst erschienen, um Ailsbachern und Gästen ihre Sage zu erzählen. Im historischen Kostüm schlüpfte Nicole Albrecht in die Rolle der Sybilla. Anlässlich des 1000. Jubiläums von Ailsbach wandelte die Dorfgemeinschaft mit ihren Gästen auf den Spuren der legendären Seherin.
In einer vom Posaunenchor Lonnerstadt musikalisch umrahmten Andacht mit Pfarrer Andreas Sauer wurde an die Gründungszeit erinnert. Dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Ailsbach, Sascha Link, waren die Zukunft des Vereins und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ein besonderes Anliegen. Mit den Worten „Mache junge Menschen bereit, weiterzuführen, was unser Ailsbach über Jahrhunderte geprägt hat“ erbat Link den Segen für eine gedeihliche Zukunft des Lonnerstadter Ortsteils.
Zur Quelle und zum Schloss
Auf den Spuren der Sybilla Weis wandelte eine große Gruppe heimat- und geschichtsinteressierter Wanderer. Geführt von Georg Schockel aus Sterpersdorf ging es in der blühenden Maienlandschaft zu Fuß durch Wald und Wiesen. Start war am Hirtenhaus. Der Weg führte zur Quelle der Sybilla vorbei an ihrem einstigen Schloss „im Wolfsgraben“ und schließlich zur Kapelle auf dem Lauberberg. Dort soll die „weise“, also kluge, mystische Frauengestalt der Sage nach begraben sein. Als ihr Ende nahte, soll sie angeordnet haben, dass man ihren Leichnam auf einen Esel lege und sie zur Antoniuskapelle auf den Lauberberg tragen lasse. Nahe an der Mauer solle ihre letzte Ruhestätte sein.
Eine Grabplatte im Umgriff der Kapelle erinnert noch heute an die Seherin und Heilerin aus dem Aischgrund, die vor etwa siebenhundert Jahren gelebt haben soll. Sollte jedoch das Grab von dieser Mauer abweichen, so nahe der jüngste Tag, besagt die Legende. Die Sage der geheimnisumwobenen Frauengestalt ist bis heute allgegenwärtig im Bewusstsein der Bewohner der Region.
Nachmessungen am Grab
Nachmessungen am Grab der Sybilla Weis – 2019 von Georg Schockel und Kreisheimatpfleger Manfred Welker – ergaben, dass sich bislang nichts verändert hat. Bis zum jüngsten Tag dürfte demnach noch ein wenig Zeit verbleiben, meinten die beiden Heimatforscher.
Im Umgriff des Hirtenhauses hatte Sascha Link die zahlreichen Besucher willkommen geheißen. Unter ihnen waren auch die Gründungsmitglieder Theo Link sowie Renate und Heiner Heimann, die 1986 viel dazu beigetragen hatten, dass die Dorfgemeinschaft gegründet und das Hirtenhaus mit Leben erfüllt wurde.
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