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Sommerkonzert 2024
Musikanten begeistern bei Konzert im Schlosshof in Adelsdorf
Dirigent Jürgen Gölz, Vorsitzende Heidi Völlner und Gastdirigent Clemens Vykydal waren für die perfekte Stimmung im Schlosshof in Adelsdorf verantwortlich.
Dirigent Jürgen Gölz, Vorsitzende Heidi Völlner und Gastdirigent Clemens Vykydal waren für die perfekte Stimmung im Schlosshof in Adelsdorf verantwortlich. // Johanna Blum
Adelsdorf – Die Adelsdorfer Musikanten begeistern zahlreiche Gäste während des Sommerkonzerts 2024. Von Marschmusik bis Röhrenglocken gab es viel zu hören. Am Freitag startet nun die Kellertour der Musiker.

Zu ihrem Sommerkonzert hatten die Adelsdorfer Musikanten in den Adelsdorfer Schlossgarten eingeladen: Bereits um 18 Uhr öffneten sich die Pforten und die vielen Gäste konnten erst die kulinarischen Angebote wie griechische Spezialitäten und natürlich Bratwürste genießen. Für den Durst standen die Vertreter des Krieger- und Soldatenvereins Aisch 1883 bereit und erfüllten sämtliche Wünsche von Bier bis Aperol Spritz. Schattige Plätze waren sehr begehrt, denn die Sonne schaute neugierig und unerbittlich vom Himmel auf das wundervolle Treiben im Schlosshof. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, man konnte herumlaufen und für Essens- und Getränkenachschub sorgen, ohne zu stören.

Im ersten konzertanten Teil stand der Gastdirigent Clemens Vykydal, Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) und studierter Schlagzeuger, am Pult. Nach „Kaiserin Sissi“, einem Marsch des jungen Komponisten Timo Dellweg, begrüßte Vorsitzende Heidi Völlner das Publikum, besonders Bürgermeister Karsten Fischkal sowie Ehrenbürger und Altbürgermeister Armin Goß, Gemeinderäte, das Helferteam und die vielen Vertreter befreundeter Musikvereine. Sander Maex führte durch den ersten Teil des Abends und wusste zu jedem Stück und über jeden Komponisten etwas zu sagen: So sei ein Roman von Ulrike Schweikert die Grundlage für die Komposition „The witch and the saint“ gewesen. Dramatisch, geheimnisvoll, düster, an- und abschwellend, fast gefährlich war die Musik, und die Percussionisten hatten viel zu tun. Am Schluss konnte man noch lang dem Klang der Röhrenglocken nachlauschen.

Clemens Vykydal dirigiert in Adelsdorf 

Wer kennt nicht Trojas Geschichte? Diese sei von O. M. Schwarz vertont worden – ein musikalisches Drama spielte sich im Schlosshof ab. Gastdirigent Clemens Vykydal zeigte sich zufrieden am Ende des Konzerts: „Ein enorm wissbegieriges Orchester. Die Musiker haben alles aufgesaugt, was ich ihnen in den Proben geraten habe. Sie spielen in ihrem Bereich auf höchstem Niveau.“

Der beeindruckende Blick auf Musiker und Zuhörerm
Der beeindruckende Blick auf Musiker und Zuhörerm // Johanna Blum

Trotz der politischen Probleme stand als nächstes Stück die „Russian Dance Suite“ auf dem Programm. Sie endete mit einem schnellen Tanz ähnlich einer Tarantella. Und der Dirigent holte alles aus dem engagierten Blasorchester heraus. „Man merkt einfach, dass da ein Vollprofi am Pult steht“, schwärmte der Bürgermeister. Ungewohnte Klänge ertönten beim „Roses des Sables“ von H. Mertens – ein wildes, rasantes Werk mit deutlich arabischem Einfluss.

Hans Götz lobt Adelsdorfer Musikanten

Stimmliche Einwürfe wie dibidibe oder dabedabe wurden perfekt gemeistert – ein rhythmisch anspruchsvolles Werk, bestens dargeboten. Beim „Ritual Fire Dance“ von Manuel de Falla, arrangiert von J. Bocook, verschmolz die europäische Musikkultur mit maurischen Einflüssen – ein ritueller Feuertanz, wunderbar interpretiert vom Orchester und seinem Dirigenten. Großer verdienter Applaus läutete die Pause ein. Hans Götz, Dritter Bürgermeister von Röttenbach − er spielt bei der Röttenbacher Blasmusik Tenorhorn − bekundete dem Konzert hervorragende musikalische Qualität. „Für so ein Konzert ist viel Übung nötig“, lobte er.

Tim Scheppe (FW), Adelsdorfer Gemeinderat, sprach ebenfalls seine Hochachtung aus. „Die Musikanten sind eine Bereicherung fürs Schloss und für unser Adelsdorf.“ Sein Kollege Nico Kauper (CSU) war bei der Essensausgabe mit dem Kassieren beschäftigt: „Hervorragend, ganz ungewöhnliche Klänge – passt einfach zum Schloss. Viele andere Orte sind bestimmt neidisch auf Adelsdorf.“ Im zweiten Teil begrüßte Dirigent Jürgen Gölz die Zuhörer und führte sie selbst versiert durchs Programm.

Adelsdorfer Musikanten spielen Elvis

Diesmal erklangen Lieblingsstücke der Musikanten, die man auch in Biergärten gerne hört. Marschmusik wie „Die Sonne geht auf“, bei der die große Trommel besonders zum Einsatz kam, „Mährische Freunde“, eine Polka mit Schwung, leichtfüßig und schmissig, und eine „Serenade“ – ein Einzugsmarsch für die eigene Hochzeit des Komponisten − folgten. Besonders beeindruckend war es, wie die Musikanten die „krummen“ Takte beherrschten. Elvismelodien wie „Suspicious Minds“ und „I can’t help falling in love with you“ erklangen in dem Werk „Lilo & Stich“.

Es folgte Zellhofers „Maxglaner Zigeunermarsch reloaded“, ein Stück mit schwungvollen Melodien und orientalischen Zügen, bei dem die große Trommel fast im Dauereinsatz war. „The Lion sleeps tonight“, bei Chören und Orchestern sehr beliebt, durfte auch nicht fehlen. Das letzte Stück war der „Böhmische Traum“ – das Lieblingsstück des Publikums. Heidi Völlner bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten, aber auch beim Publikum, das immer wieder durch seinen begeisterten Applaus die Musiker angefeuert hatte.

Adelsdorfer Musikanten spielen auf Kellern

Die beiden Dirigenten bekamen Präsente, und das wirklich letzte Stück, der Rausschmeißer, war nach „Music is may first love“ der Gassenhauer „Wir Musikanten“. Wer mehr Lust auf die Adelsdorfer Musikanten hat: Am Freitag, 26. Juli, beginnt die Kellertour am Utzkeller in Weppersdorf um 17 Uhr.

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