Bis zum 4. Februar kann im Stadtmuseum Herzogenaurach eine Ausstellung zu Schneekugeln besichtigt werden. Das Besondere an den Sammlerstücken ist, dass einige davon auch geschüttelt werden dürfen.
Kindheitserinnerungen werden wach, wenn man die kleinen Schätze in der Ausstellung sieht. Für viele waren Schneekugeln Mitbringsel aus dem Urlaub. Die mit Wasser gefüllten Behälter enthalten kleine Figuren und Gebäude mit Motiven aus dem jeweiligen Herkunftsort. Beim Schütteln werden kleine Partikel aufgewirbelt, die sich danach wie Schneeflocken wieder auf dem Boden und den Motiven absetzen.
Sich etwa die Schlösser des bayerischen Märchenkönigs Ludwig, Venedig mit Gondeln auf dem Rialto oder den Petersdom in Rom nach Hause holen zu können und mit einem Handgriff in eine Schneelandschaft verwandeln zu können, hat einen ganz besonderen Reiz. Wurden die Gefäße früher aus Glas hergestellt, so kommt nunmehr Kunststoff zum Einsatz.
Nürnberger Sammler seit 1984
Im Lauf der Entwicklungszeit wurden die Motive ausgeweitet, wie an den Objekten in der Ausstellung zu sehen ist, die der Leihgeber, der Nürnberger Sammler Josef Kardinal seit 1984 zusammengetragen hat. Das älteste Objekt in seiner Sammlung ist eine Schneekugel mit dem Pariser Eiffelturm, entstanden 1890/91. Inzwischen besitzt er 10.670 Exemplare, von denen rund 300 Stücke in der Ausstellung im Stadtmuseum Herzogenaurach zu sehen sind.
Neben Städteansichten, Wallfahrtsstätten und Wahrzeichen gibt es auch Naturdarstellungen und Kunstwerke. Im Laufe der Zeit kamen noch weitere Motive wie Comicfiguren und Märchen, Vertreter aus Film und Musik, aber auch der Weltraum dazu, Exemplare mit den Bremer Stadtmusikanten, Asterix und Obelix und auch der Maus und dem Elefanten.
Auch aktuelle Ereignisse
Passend zur Ausstellung wurde am Sonntag in der „Sendung mit der Maus“ über Schneekugeln berichtet. Es gibt auch ein Coca-Cola-Telefon mit zwei Schneekugeln an der Stelle der Hör- und Sprechmuschel. Daneben fanden aktuelle Ereignisse wie die Corona-Pandemie 2020 ihren Niederschlag in Schneekugeln.
Für die adventliche Umrahmung zur Ausstellungseröffnung zeichneten Schüler des Gymnasiums Herzogenaurach im Rahmen eines Upcycling-Projekts verantwortlich. Weihnachtsbäume aus Eierkartons und Flaschen oder ehemalige Katzenfutterdosen – ein sogenannter Whiskasbaum – waren zwischen den Ausstellungsvitrinen positioniert. Peter Willert am Piano und Christian Kaltenhäußer sorgten für die richtige Stimmung durch die musikalische Umrahmung mit Liedern wie „Let it snow“.
Für die im Stadtmuseum eröffnete Schneekugelausstellung „Let it Snow“ entwickelt, kann ab sofort die „Herzo-Schneekugel“ in der Touristinfo für neun Euro erworben werden. Das teilt das Stadtmuseum zusammen mit dem Amt für Stadtmarketing mit. Die Auflage ist limitiert: Die Gesamtzahl beträgt 120 Stück.
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