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Archäologie im Heimatmuseum
Altstadtfest: Das bietet eine neue Ausstellung in Höchstadt
Ottmar Völlner und Karlheinz Feuerlein (nicht zu sehen) bestücken eine Vitrine im Heimatmuseum Höchstadt mit Bestandteilen von Amphoren und terra sigillata, einem Geschirr der Antike.
Ottmar Völlner und Karlheinz Feuerlein (nicht zu sehen) bestücken eine Vitrine im Heimatmuseum Höchstadt mit Bestandteilen von Amphoren und terra sigillata, einem Geschirr der Antike. // Manfred Welker
Höchstadt – Das Heimatmuseum in Höchstadt bietet einen Blick in die Geschichte Frankens. Nun zeigt es anlässlich des Altstadtfests eine neue Ausstellung. Warum sie nur Dank eines Maurers am Main nun zu sehen ist.

Anlässlich des Altstadtfests in Höchstadt sind im Heimatmuseum archäologische Funde aus römischer Zeit der Fachgruppe Archäologie im Heimatverein zu sehen. Die römischen Funde stammen aus dem Besitz von Konrad Lohneis, der vor über 50 Jahren als Maurer in Stockstadt am Main tätig war. In Stockstadt entstand um 90 nach Christus am Limes ein römisches Kastell. Dort traten bei Baggerarbeiten römische Scherben an das Tageslicht, die er vor dem Abtransport auf die Deponie bewahrte. Es handelt sich um Teile von Amphoren aber auch terra sigillata.

Amphoren aus Ton waren in der Antike die üblichen Transportgefäße, sie verfügten über zwei Henkel, die Basis hatte eine Spitze oder einen Knopf, mit der sie an einem Strand in den Sand gestellt werden konnten. Ansonsten ist eine vertikale Aufrechthaltung kaum möglich. Amphoren dienten in der Antike als Transport- und Vorratsgefäße, etwa für Öl, Oliven und Wein, aber auch das „Maggi“ der Antike, das Garum, außerdem Honig, Milch und Getreide.

Die Amphoren wurden in den Regionen angefertigt, in denen etwa Wein oder Oliven angebaut wurden. Es gibt unterschiedliche Größen, das Fassungsvermögen kann zwischen fünf und 50 Litern betragen. Die Römer betrachteten sie als Einwegbehälter, der Monte Testaccio in Rom, der zum größten Teil aus Amphorenscherben besteht, ist ein beredtes Zeugnis dafür. Es gibt auch aufwendig gestaltete Amphoren mit verzierten Henkeln oder applizierten Tierfiguren.

Ausstellung in Höchstadt mit römischem Tafelgeschirr

Bei weiteren Ausstellungobjekten handelt es sich um sogenannte Terra Sigillata, ein beliebtes römisches Tafelgeschirr aus Keramik, das ursprünglich vermutlich im Raum Arezzo entwickelt wurde und seinen Weg in alle Teile des römischen Reiches fand. Das qualitativ hochwertige Tafelgeschirr wurde in Manufakturen hergestellt, die im ganzen römischen Reich liegen konnten. Die Produkte aus ihrer Werkstatt versahen die Hersteller mit ihrem Stempel. Dadurch können die Gefäße in der Ausstellung in Höchstadt drei Manufakturen zugewiesen werden: MEDDICUS – BITURIX*F – SEVER PUD.

Terra Sigillata Gefäßböden mit den Stempeln MEDDICUS – BITURIX*F – SEVER PUD.
Terra Sigillata Gefäßböden mit den Stempeln MEDDICUS – BITURIX*F – SEVER PUD. // Amnfred Welker

Die Brennöfen mit dem Stempel MEDDICUS sind in Boucheporn, Chémer-Faulquemont und eventuell in Trier im Zeitraum zwischen 90 und 135 nach Christus belegt. BITVRIX•F kann zwischen 125 und 150 n. Chr. nachgewiesen werden. Die Werkstatt exportierte in das ganze provinzialrömische Gebiet, der Name ist nach einer Literaturquelle von 1895 keltisch-gallischen Ursprungs, er leitet sich vom Stamm der Bituriger ab. SEVER PVD, Severus III Pud(ens) hat keine direkt belegte Brennofenstätte, wird aber aufgrund einer Häufung des Siegelvorkommens in La Graufesenque vermutet.

Heimatmuseum zu Altstadtfest in Höchstadt geöffnet

Alle datierbaren Terra Sigillata entstanden im Zeitraum zwischen 70 und vermutlich 85 n. Chr. Die Gefäße konnten zusätzlich mit Modeln aufgewertet werden. Der Überzug erfolgte mit fein geschlämmtem Ton, wodurch sie einen Glanztonüberzug erhielten, der in seiner Färbung von dem vor Ort verwendeten Grundstoff abhängig ist. Das Altstadtfest in Höchstadt findet vom 28. bis zum 30. August statt. Das Heimatmuseum ist am Samstag, 29. August von 15 bis 17 Uhr, am Sonntag, 30. August, von 14 bis 17 Uhr geöffnet, wo auch die Archäologischen Funde besichtigt werden können.

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