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Brauereigenossenschaft Weller
Erlanger Traditionsbrauerei erwacht zu neuem Leben
Die Erlanger Traditionsbrauerei Weller wurde reaktiviert: Hans Kurt Weller, Oliver Jüsten, Monika Fath-Kelling (Vorsitzende des Aufsichtsrats) und Sascha Groß am Maischebottich (von links)
Die Erlanger Traditionsbrauerei Weller wurde reaktiviert: Hans Kurt Weller, Oliver Jüsten, Monika Fath-Kelling (Vorsitzende des Aufsichtsrats) und Sascha Groß am Maischebottich (von links) // Foto: Manfred Welker
Erlangen – Einst vergessen und jetzt voller Leben: Erlangens Weller-Brauerei produziert wieder. Wo das Wellerbier schon aus den Zapfhähnen fließt.

In der Bierstadt Erlangen wurde die ehemalige Sudstätte der 1911 aufgelassenen Adam Weller Exportbrauerei wiedererweckt und produziert Erlanger Bier. Hausherr Hans Kurt Weller zeigt Interessenten bei Führungen die Anlagen im Kellergeschoss.

Untergebracht ist die Brauerei im einzigen klassizistischen Gebäude am Theaterplatz mit der Hausnummer 17, das mit seinen Anbauten bis in die Neue Straße reicht. Im Innenhof befanden sich die Remisen und die Pferdeställe für die Brauerei, ein verglaster Laubengang erlaubt im ersten Stock einen Blick in den Innenhof. Der Lagerkeller der Brauerei erstreckt sich unter der Straße bis in den Theaterplatz hinein.

Wo das Wellerbier aus den Zapfhähnen fließt

Die Eckdaten der Brauerei Weller sind 1811, 1911 und 2011, Gründung, Auflassung und Wiederaufnahme des Braubetriebs. Im Jahr 2013 wurde mit 29 Interessenten die Genossenschaftsbrauerei Weller gegründet, die inzwischen 1068 Mitglieder umfasst. Im Frühherbst 2019 wurde in der Thalermühle die Braugaststätte „Thalermühle“ eröffnet, in der Wellerbier aus den Zapfhähnen fließt.

Um eine kontinuierliche Bierproduktion zu erreichen, entschlossen sich die Verantwortlichen, die Kleinbrauerei mit einer Braukapazität von zwei Hektolitern im Anwesen Theaterplatz 17 im November 2024 in Betrieb zu nehmen. Unterstützt wurde dieses Vorhaben von der Erlanger Genossenschaftsbrauerei Weller. Während Hans Kurt Weller bei der Führung das Hauptaugenmerk auf denkmalpflegerische Aspekte des Gebäudes und des Kellers legt, erläutern bei der Führung Oliver Jüsten und Sascha Groß den Brauvorgang – Kostproben inklusive.

Brauerei Weller Erlangen
Hans Kurt Weller, Oliver Jüsten und Sascha Groß am Maischebottich. // Manfred Welker

Das Malz bestimmt Farbe und Geschmack des Bieres

Da Bier in Deutschland nach dem Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 nur aus den Zutaten Wasser, Hopfen und Malz bestehen darf, die Wirkung der Hefe war damals noch nicht bekannt, gingen Jüsten und Groß auf diese Grundstoffe ein. Beim Malz sind die Sorten Münchener, Wiener und Pilsener Malz üblich, zusätzlich gibt es noch weitere Sondermalze, die beispielsweise dem Rauchbier eine besondere Note verleihen.

Die Zusammensetzung der Malze beim Brauvorgang bestimmt die Färbung und auch den Geschmack des Bieres. Ein weiterer Bestandteil beim Brauvorgang ist der Hopfen, den Bio-Landwirt Markus Eckert aus Herpersdorf liefert, Europas größter Bio-Hopfenbauer. Aus diesen Grundstoffen und geeigneten Hefen, entstehen Weller-Spezialsude. Zur Zeit reifen im Keller der Weller-Brauerei zwei Sude in Edelstahlbehältern mit rund 200 Litern Fassungsvermögen.

Eine Vielfalt an Erlanger Biersorten

Sud X ist ein Archivrat, die Rezeptur entstand 2012 in Anlehnung an den damaligen Erlanger Archivrat Andreas Jakob. Sud XI trägt den Namen Bürocrator. Beide Sorten wurden am 10. August 2025 eingebraut und werden nach ausreichender Lagerung am 11. November 2025 im Logenhaus von Erlangen angezapft. Unterstützt werden die Brauer von Braumeister Martin Nagel, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, damit süffige Biere entstehen. Auf dieser Grundlage entsteht in der Brauerei Weller eine breite Vielfalt an Erlanger Biersorten.

 

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