Einen präparierten Acker, mächtig viele PS unter der Haube und eine schwere Last – mehr braucht es nicht für einen noch jungen, kraftvollen Motorsport in Mittelfranken: das Bremswagenziehen. Traktoren schleppen den sogenannten Bremswagen, auf dem sich Gewichte über die Strecke verlagern und damit den Zugwiderstand erhöhen.
Die Kunst des Fahrers besteht darin, den Schlupf der Räder auf der angefeuchteten Bahn auszugleichen und möglichst „Full Pull“ hundert Meter zu ziehen. Das schafft nicht jeder. Das Rennen ist gelaufen, wenn die Leistung des Trekkers ausgereizt ist und schwarzer Rauch aus dem Schornstein kommt.
So war das Traktor-Pulling in Steudach bei Erlangen
Nun trafen sich die Bulldog-Gemeinde und viele Besucher zum dritten Bremswagenziehen in Steudach. Zahlreiche Oldtimer-Traktoren wurden ausgestellt, der älteste stammte von 1938. Viele Besitzer campten daneben, so wie Familie Hartmann aus Burghaslach, die sich ein Camp mit Blick auf die Bahn, bestehend aus ihrem Trekker und Wohnwagen mit schattigem Vordach, eingerichtet hatte. Von hier aus feuerten sie befreundete Fahrer auf der Bahn an. „Wir fahren zu bis zu 25 Treffen im Jahr“, erklärte Hartmann den professionellen Aufbau.
Hier gibt es die Bildergalerie zum Durchklicken:
110 Schlepper waren angemeldet. Mittelfranken waren unter den Gewinnern des Oldtimer-Bremswagenziehens: In der Klasse 1 (1-20 PS) ging der erste Platz an Michael Rotter aus Kriegenbrunn, der mit seinem Eicher 85,83 Meter ziehen konnte. Johannes Dworschak aus Nürnberg-Neunhof erreichte in der Klasse 4 (61-80 PS) Platz 1 mit 90,09 gezogenen Metern mit einem MB Trac 1300.
Teilnehmer aus Aschaffenburg dabei
Eine weitere Attraktion war „Mensch gegen Maschine“, bei denen vier Teams von jeweils elf Teilnehmern wie „Turbofreunde Steudach“, „Team Junggesellenabschied Manuel“ und „Team Deutz luftgekühlt“ den Bremswagen über die Bahn bis zu einem Maisfeld zogen.
Andere reisten weiter an, so wie die vier jungen Aschaffenburger, die zusammengenommen zehn Traktoren besitzen und gleich am Rand der Strecke das Geschehen verfolgten. „Bei uns gibt es in der Nähe keine Treffen. Und um mit den Traktoren zu kommen, ist es leider zu weit“, bedauerten sie.
Bereut haben die Besucher – 2024 waren es um die 2500 – ihre Anreise sicher nicht, denn das 30-köpfige Organisationsteam hatte ein großartiges Fest organisiert.
Neben dem von einem Moderator kommentierten Ziehen – „Den einen oder anderen freut’s, hier zieht ein Deutz!“ – und schmissiger Musik wie „Nie mehr Alkohol – freie Getränke“ von Mickie Krause gab es zahlreiche Attraktionen für Kinder. Neben einem Karussell und einer großen Hüpfburg grasten Pferde, ein großer Sandhaufen war für die Kleinsten aufgeschüttet. Die Festbesucher konnten in einer Scheune vor der sengenden Sonne geschützt ihr Eis, Crèpe oder Ochs vom Grill verzehren.
Treffen in Rosenbach
Das nächste Bremswagenziehen in der Region findet am 9. und 10. August in Rosenbach (Gemeinde Neunkirchen am Brand) statt.





















