Wer in diesen Tagen und Wochen auf der B 470 im Aischgrund von West nach Ost oder umgekehrt unterwegs ist, sollte den Raum Höchstadt/Gremsdorf möglichst weitläufig umfahren. Grund ist eine längere Totalsperrung der Bundesstraße und vor allem die daraus resultierende Belastung, der die Anwohner auf den Umgehungen und Schleichwegen ausgesetzt sind.
Fernsehen in Ruhe geht nicht
Während die B 470 zwischen Höchstadt und Lonnerstadt noch einige Monate dicht ist, war jetzt am Wochenende auch die A-3-Unterführung der Bundesstraße unpassierbar.
Besonders betroffen ist der kleine Höchstadter Ortsteil Greiendorf. Wer die Straße überqueren will, draußen sitzen möchte oder nur bei offenem Fester fernsehen – der Auto- und Lastwagenverkehr macht vieles derzeit unmöglich, klagen Greiendorfer Anwohner an der Hauptstraße. Vor allem in der Früh und während des Feierabendverkehrs sei es besonders schlimm.
Hilfe zur Selbsthilfe: Blumenkübel bremsen ab
Weil manche Fahrzeuge im Begegnungsverkehr schon mal auf Einfahrten ausweichen, haben einige zur Selbsthilfe gegriffen und Steine, Blumenkübel oder Holzpfosten am Straßenrand installiert. Am östlichen Ortseingang hat es jemand sogar mit einem an einen Laternenmast gebundenen Fahrrad probiert, das Autofahrer wenigstens zum Bremsen animieren soll.
„Hilft aber auch nicht viel“, sagt der junge Mann, der sich in erster Linie um die kleinen Kinder sorgt, die es gewohnt seien, in ihren offenen Höfen zu spielen.
Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1978
Ursache für den Verkehr in Greiendorf ist die Sperrung der 180 Meter langen B-470-Brücke über die Aisch zwischen Höchstadt und Lonnerstadt. Wie das Staatliche Bauamt Nürnberg mitteilt, muss diese Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1978 generalsaniert werden, um sie noch mehrere Jahrzehnte nutzen zu können. Kappen, Geländer, Schutzplanken, Abdichtung und der Belag werden erneuert. Ebenso die Übergangskonstruktionen am Anfang und Ende des Bauwerks.
Navis helfen nicht weiter
Die Kosten sind auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Die offiziell ausgeschilderte Umleitung über Weisendorf und Gerhardshofen nutzen die wenigsten. Navis und Ortskenntnis führen auf die Schleichwege. Ein zweiter Weg geht durch die Höchstadter Innenstadt übers Vogelseck in die Rothenburger Straße. Auch hier hat der Verkehr durch die Sperrung deutlich zugenommen, vor allem an der Engstelle auf Höhe der Spitalkirche bilden sich lange Staus.
An die unausweichlichen Sperrungen durch den A-3-Ausbau haben sich die Menschen im Umfeld der Autobahn inzwischen gewöhnt. Eine größere gab es wieder am Wochenende von Freitag bis Montag. Die B-470-Unterführung musste komplett dicht gemacht werden. Die alte Autobahnbrücke für die Fahrbahnen Richtung Frankfurt ist gefallen. Sie macht einem Neubau Platz, wie er auf der Seite Richtung Nürnberg bereits steht.
Abriss nach Plan – und laut
Der Abriss der ausgedienten Brücke lief nach Plan. Am Montagmorgen war die B 470 wieder frei. Dass ein solcher Brückenabriss nicht still und leise erfolgen kann, dürfte inzwischen auch klar sein. Die Presslufthämmer der Abrissbagger waren in den lauen Nächten bis nach Höchstadt zu hören.
















