Eine packende Lesung erlebten wieder einmal gut 40 Zuhörer aus nah und fern im kleinen Buchladen von Christian Schmidt in Adelsdorf. „Bei so einem vollen Haus geht mir das Herz auf“, freute sich die Autorin Sabine Weigand nach der Begrüßung.
„An diesem Buch habe ich bis in die Anfänge meiner Landtagszeit geschrieben“, fährt sie fort. „Es wurde unter Schmerzen geboren.“ Über die Politik ist sie auf den Stoff des Buches gestoßen. „Bei einer Breslaufahrt kam unsere Gruppe am letzten Tag nach Waldenburg in Schlesien und dort stand mitten in der Landschaft ein riesiges imposantes Schloss. Im Treppenhaus begegnete ich dem Bildnis einer wunderschönen Frau.“ Das war die Geburt des Buches „Die englische Fürstin“.
Das neue Werk erzählt das Schicksal von Daisy von Pless zwischen Kaiserreich und Krieg
Die Erfolgsautorin Sabine Weigand führte die Zuhörer mit dem Schicksal der Daisy von Pless nach London, Berlin und Schlesien − in eine Welt im Wandel, zwischen Kaiserreich und Krieg, zwischen Glanz und Rebellion. Ihr Roman beruht auf einer wahren Geschichte, die sich Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zugetragen hat. Zur Untermalung der Lesung zeigte sie auch Bilder aus dem wahren Leben der englischen Fürstin, zu deren Lebzeiten wurde schon fotografiert wurde.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, entstammt zwar dem englischen Hochadel und macht mit dem schlesischen Industriellen Hans von Pless eine finanziell gute Partie, aber mit Liebe hat deren Ehe nichts zu tun. Sie galt vor dem Ersten Weltkrieg als ein „Fixstern“ der Gesellschaft. Ihre Einladungen waren hochangesehen und die Jagdgesellschaften äußerst exklusiv. Daisy versucht zwar das Beste aus ihrer Situation zu machen, bei dem emotional minderbemittelten Ehemann ist das aber schwierig bis unmöglich.
Soziale Unterstützung für die Bergleute als erfüllende Aufgabe
Schließlich findet sie in der sozialen Unterstützung der Bergleute, die für die Plessens arbeiten, eine erfüllende Aufgabe. Sie ist sich, im Gegensatz zu ihrem Mann, darüber bewusst, dass der eigene Reichtum auf der Armut der unterbezahlten Bergleute ruht, die unter Lebensgefahr die Kohle aus dem Bergwerk holen.
Die Autorin schafft es wieder einmal, eine fiktionale Geschichte historisch fundiert spannend darzustellen. Der Leser wird immer mehr in das Geschehen hineingezogen und erlebt die Höhen bei Empfängen mit dem Kaiser ebenso mit wie die Tiefen des sozialen Elends und die Schrecken des Ersten Weltkriegs.
„Es war wirklich die beste Lesung, die ich bisher besucht habe“
„Das Buch machte mich nachdenklich und die Geschichte von damals wiederholt sich eigentlich schon wieder“, so ein beeindruckter Zuhörer. „Ich konnte diesmal den ganzen packenden Inhalt des Buches verfolgen, denn ich bin fast blind und mit Lesen ist nichts mehr“, erklärte eine begeisterte Zuhörerin aus Adelsdorf. „Vielen Dank für das Erlebnis. Es war für mich wirklich die beste Lesung, die ich bisher besucht habe“, fährt sie noch fort. „Den Tipp, die Tatorte im ehemaligen Schlesien zu besuchen, werde ich mir merken“, meinte ein Besucher.
Sabine Weigand ist Schriftstellerin, Historikerin und Politikerin. Ihre Romane greifen Biografien und Themen des Mittelalters auf. Seit November 2018 ist sie Mitglied des Bayerischen Landtags. Sie lebt seit 1989 in Schwabach und ist im Beirat des Geschichts- und Heimatvereins Schwabach.
Christian Schmidt bedankte sich bei der Autorin und kündete gleich die nächste Lesung – „in Hochfränkisch“ - mit Helmut Haberkamm am 21. April im Buchladen in Adelsdorf an.
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