Ausstellung
Wie sich die Bürowelt veränderte
Diese Schreibmaschine (links) und die Rechenmaschine sind im Heimatmuseum zu sehen.
Diese Schreibmaschine (links) und die Rechenmaschine sind im Heimatmuseum zu sehen.
Foto: Manfred Welker
Weisendorf – Die Erfindung der Schreibmaschine hatte weitreichende Folgen. Das Heimatmuseum Weisendorf beschäftigt sich mit ihrer Geschichte.

Das Heimatmuseum Weisendorf ist am kommenden Sonntag geöffnet. Als Thema haben sich die Engagierten im Heimatverein die Büroausstattung vergangener Jahrzehnte ausgesucht. Das Motto ist daher die Eroberung einer jahrhundertalten Männerbastion durch Frauen mit Hilfe von technischen Innovationen oder wie die Schreibmaschine die Bürowelt veränderte.

Ursprünglich waren nur Männer in Büros als Sekretäre an Stehpulten mit Schreibarbeiten beschäftigt, Frauen blieb eine derartige berufliche Laufbahn verwehrt. Dies änderte sich mit der Erfindung der Schreibmaschine. Die erste Erwähnung einer Schreibmaschine war im 18. Jahrhundert mit der Erteilung eines Patentes im Jahre 1714. Teilweise bestanden frühere Schreibmaschinen sogar aus Holz.

Von der AEG gebaut

Ab circa 1885 wurden in den Büros Schreibmaschinen eingesetzt, wie wir sie heute noch kennen. Jedoch gab es viele Bautypen. Eine Variante der Erfindungen war auch die Zeigerschreibmaschine für den Heimgebrauch, welche bis etwa 1933 von der Firma AEG gebaut wurde.

Die ersten mechanisch angetriebenen Schreibmaschinen gab es ab 1921. In Schreibbüros mit bis zu 50 Maschinen wurden diese durch eine Deckentransmission mittels Keilriemen angetrieben. Es entwickelten sich im Laufe der Zeit auch Sonderschreibmaschinen für verschiedene Einsatzgebiete, so die Schreibmaschinen für Blinde, für Stenografen, Buchhaltungen mit Karteikarten im DIN-A3-Querformat oder für Musiknoten.

Erschütterungen dämpfen

Ein Schwergewicht mit über 36 Kilogramm, angefertigt für die Deutsche Reichsbahn, wurde noch bis ungefähr 1970 von der Deutschen Bundesbahn genutzt. Sie verfügte über starke Gummifüße und musste zusätzlich auf eine mindestens zwölf Millimeter dicke Filzplatte gestellt werden, um die Erschütterungen zu dämpfen. Denn mit einer besonderen Typenhebelbeschleunigung konnten damit internationale Frachtbriefe in siebenfacher Ausfertigung in einem Arbeitsgang getippt werden. Nach 1960 begann der Niedergang der mechanischen Schreibmaschinen. Die Einführung des Korrekturbandes war noch ein Aufbäumen gegen das Unvermeidliche. Mit der Kugelkopfschreibmaschine und dem Zeilendisplay änderte sich die Schreibmaschinenwelt erheblich. Mit dem Aufkommen von elektronischen Rechnern mit Bildschirm und Textspeichern war das Ende der Schreibmaschinen besiegelt, weil gleichzeitig die elektronischen Bauteile sehr kostengünstig wurden und diese Art, Texte dazustellen, auch in den privaten Bereich Einzug halten konnte.

Das Heimatmuseum Weisendorf ist am Sonntag, 19. Juni, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.  Ausgestellt sind mehrere mechanische Schreibmaschinen aus einem Zeitraum von ca. 30 Jahren, die vor dem Aufkommen der elektrischen Schreibmaschine entstanden sind. Für das leibliche Wohl bei Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Diese mechanische Schreibmaschine gehört dem Kreisheimatpfleger Manfred Welker. Bis heute benutzt er sie gelegentlich.
Diese mechanische Schreibmaschine gehört dem Kreisheimatpfleger Manfred Welker. Bis heute benutzt er sie gelegentlich.
Foto: maw

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: