Die Brauerei Steinbach in der Vierzigmannstraße setzt auf gute Mitarbeiter und die Ausbildung der Brauergesellen im eigenen Haus. Seit dem Jahr 1995 sind insgesamt 22 Brauer- und Mälzergesellen aus der Erlanger Sudstätte hervorgegangen.
Und die haben ihr Können auch bei diversen Wettbewerben unter Beweis gestellt. So kann die Brauerei zehn Kammersieger, vier Landes- und drei Bundessieger zu ihren Beschäftigten zählen.
Die Brauerei Steinbach verbindet die Ausbildungszeit ihrer jungen Mitarbeiter mit einer Tradition: der sogenannten Brauertaufe. Diese ist vergleichbar mit dem Gautschen bei den Druckern, wo den Kandidaten der Druckerstaub der Lehrjahre abgewaschen wird. Ähnlich ist es bei den Brauern: Auch hier ist es üblich, den Übergang vom Brauerlehrling zum Brauergesellen durch eine Dusche zu vollziehen. Hier erfolgt dies freilich nicht nur schlicht mit Wasser, sondern mit dem „Hopfenblütentee“.
Bedingt durch die Corona-Pandemie musste diese Brauertaufe allerdings zwei Jahre ausfallen. Aber aufgeschoben ist bekanntermaßen nicht aufgehoben, und so waren es beim diesjährigen Termin gleich vier Kandidaten, die – im Sudkessel sitzend – ihre rituelle Bierdusche erhielten.
Für die Ausbildung bei Steinbach zeichnen Firmenchef Christoph Gewalt und Braumeister Michael Wenk verantwortlich, die Berufsschule befindet sich in Karlstadt. Wichtig ist ihnen der Austausch mit weiteren Brauereien, wie zum Beispiel der Ammerndorfer Brauerei und der Brauerei Bischofshof in Regensburg. Dort verbrachte auch Florian Gewalt, einer der vier Gesellen, einen Teil seiner Ausbildung. Er wird sich nun in der elterlichen Brauerei einbringen. Im Handwerk ist es wichtig, auch nach der Lehre weiteres Wissen zu erwerben. Deshalb wechselt Hannes Geiger zur Brauerei Greif in Forchheim. Der dritte im Bunde, Tom Krämer, wird noch eine Zeitlang bei Steinbachbräu bleiben. Dagegen strebt Ben Schagerl ein Medizinstudium an.
Opa war bei Hubmann in Herzogenaurach
Hannes Geiger und Tim Krämer erzählen im FT-Gespräch über ihre Liebe zum Beruf und die Leidenschaft, Bier zu brauen. Geigers Großvater Manfred Geiger war bei der Herzogenauracher Brauerei Hubmann als Bierfahrer tätig. Das aber führte noch nicht automatisch zu seiner eigenen Berufswahl. Geiger bedauert es sehr, dass in Herzogenaurach nach der Brauerei Hubmann nun auch die Brauerei Heller ihren Betrieb eingestellt hat.
Nach seiner Lehre bei der Brauerei Steinbach in Erlangen wechselte Hans Geiger zur Brauerei Wurm in Pappenheim, um dann im Juni 2022 eine Stelle bei der Brauerei Greif in Forchheim anzutreten. An der Forchheimer Region schätzt er die Zahl der Brauereien und die Vielfalt der Biersorten. Die Brauertaufe ist für ihn ein schöner Brauch: „Man sieht sich dadurch als vollkommener Brauer und auch in der großen Brauerfamilie willkommen.“
Das erlebt man kein zweites Mal
Für Tom Krämer war es schon während seiner Schulzeit klar, dass er etwas Handwerkliches machen wollte. Über ein Praktikum bei der Brauerei Steinbach kam er auf den Geschmack und begann nach der Schule seine Lehrzeit dort. Das war für ihn auch durchaus praktisch, da er aus Bubenreuth stammt. Ausgelernt hat er im Jahr 2022 und kann jetzt bei der Brauerei Steinbach noch ein Jahr Erfahrungen sammeln, bevor es ihn zu einer anderen Brauerei zieht, denn „Brauer werden gesucht“, wie er betont. Für Krämer ist die Brauertaufe etwas ganz besonderes, das man kein zweites Mal erlebt. „Für den schulischen Abschluss gibt es ein Zeugnis, aber die Brauertaufe ist schon cool!“
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