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Gastronomie
Gastro-Pärchen hat ein Herz für Italien
Das frühere „  Il sapore“ in Erlangen hat einen Nachfolger gefunden.  Und der  holt sich Verstärkung aus Herzogenaurach für das „Cuore italiano da Francesco“, das kleine Lokal mit Herz.
Das frühere „ Il sapore“ in Erlangen hat einen Nachfolger gefunden. Und der holt sich Verstärkung aus Herzogenaurach für das „Cuore italiano da Francesco“, das kleine Lokal mit Herz. // Bernhard Panzer
Herzogenaurach – Die Herzogenauracherin Ulli Rudel arbeitet jetzt mit ihrem Freund Francesco Mapelli in dessen Restaurant in Erlangen. Es ist ein kleines Lokal mit Herz.

Manchmal muss man einfach einen Schlussstrich ziehen, auch wenn es keinen Plan für das „Danach“ gibt. Bei Ulrike Rudel war das so. Die Gastronomin aus Herzogenaurach entschloss sich, das Kapitel Selbstständigkeit zu beenden, nach 21 Jahren. Was dann folgen sollte, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Klar war für die zweifache Mutter, dass ihre Kinder einen größeren Stellenwert in ihrem Leben bekommen sollten.

Ulli Rudel und Francesco Mapelli haben ein Herz für Italien. Das besagt auch der Name ihres Lokals in der Erlanger Einhornstraße: „Cuore italiano da Francesco“.
Ulli Rudel und Francesco Mapelli haben ein Herz für Italien. Das besagt auch der Name ihres Lokals in der Erlanger Einhornstraße: „Cuore italiano da Francesco“. // Bernhard Panzer

Dann aber, so erzählt die 44-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung, habe sich eine neue Chance aufgetan. Weiterhin Gastronomie, doch jetzt nicht mehr selbst verantwortlich. Seit ein paar Wochen ist Rudel als Geschäftsführerin im „Cuore italiano da Francesco“ angestellt, einem italienischen Restaurant in der Einhornstraße in Erlangen. Chef ist Francesco Mapelli, ihr Freund. Er hat ihr den Job schmackhaft gemacht und sie überredet, ihn im Lokal zu unterstützen.

Zwei Lokale hat sie seit 2002 geführt, das Cabire in Weisendorf und das Kreisl in Herzogenaurach. Nun folgt die dritte Episode. Also – aller guten Dinge sind drei? Wer die Beiden sieht, in ihrem kleinen, verwinkelten Lokal mit den liebevoll geschmückten Tischen, mag daran nicht zweifeln. Der Name „Cuore italiano“, das italienische Herz, trifft’s genau. Mit viel Herz wollen die Beiden, die ja auch privat seit einem Jahr ein Paar sind, ihre neue Arbeit angehen.

Einen Namen seit vielen Jahren

Das Lokal in der Einhornstraße war schon immer eine beliebte Adresse in Erlangen. Die Osteria „Il Sapore“ hat sich über viele Jahre hinweg einen Namen als gehobenes italienisches Restaurant gemacht, bevor der Chef Maurizio Sindaco sich in Bruck vergrößerte. Francesco kennt Maurizio gut, sagt er, hat er doch schon für ihn gearbeitet. Denn trotz seiner jungen 32 Jahre hat der Italiener, der in Rimini aufgewachsen ist und dort in einem Hotel seine ersten beruflichen Gehversuche machte, schon Erfahrungen gesammelt. Vor elf Jahren kam er nach Erlangen.

Dass die Osteria jetzt frei wurde, war für Francesco, der am liebsten im Service arbeitet, aber auch in der Küche stehen kann, ein Glücksfall. Denn der 32-Jährige wollte sich ohnehin selbstständig machen. Eine kleine Pizzeria habe ihm vorgeschwebt, so klein, dass er sie alleine hätte betreiben können. Für die Einhornstraße passte das nicht, der gute Ruf der gastronomischen Adresse verlangte schon nach einem gleichen Konzept. Also entdeckte er mit dem „Cuore“ sein Herz für die gehobene Küche.

Das Paar freut sich auf ihre gemeinsame Zeit  im kürzlich eröffneten neuen Lokal.
Das Paar freut sich auf ihre gemeinsame Zeit im kürzlich eröffneten neuen Lokal. // Bernhard Panzer

Ausgesucht hat er eine rustikale italienische Küche, mit Rezepten aus Nord- und Süditalien, zwischen Mailand und Bari, wie er sagt. 95 Prozent seiner Produkte kommen aus Apulien. Francesco hat dort einen Händler, der noch rund ein Dutzend weiterer Gäste hier in Franken beliefert. „Er kommt einmal die Woche“, sagt der Gastronom, der besonderen Wert auf die Frische seiner Produkte legt.

Einen Schwerpunkt bilden Fischgerichte. Thunfisch, Scampi und Lachs seien stets im Angebot, letzte Woche gab’s außerdem Wolfsbarsch, diese Woche eine Lieferung Oktopus.

Auch wenn die Preise höher sind, so sind der Chef und seine Partnerin doch überzeugt, ihr festes Publikum zu finden. Angefangen habe alles schon vielversprechend. „Es gibt viel Konkurrenz außen herum“, sagt Francesco. Schließlich liegt das Lokal in unmittelbarer Bahnhofsnähe. „Aber wenige haben unser Konzept“. Der typische Pizza-Pasta-Italiener wolle man nicht sein.

Projekt „Seelenwohl“

Das gefällt auch Ulli Rudel. „Das kommt meinem ersten Lokal am nächsten“, sagt sie. Im Cabire in Weisendorf gab’s schon italienisches Flair, immer ein bisschen Urlaubsstimmung für die Gäste.

Mit diesem Lokal hatte Ulli Rudel 2002 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. 20 Jahre lang war es ihr gastronomisches Zuhause. Zuletzt habe das Personal gefehlt, sagt sie rückblickend. Als ihr Koch kündigte, habe sie diese Etappe beendet.

Personal wird in der Gastrobranche offenbar immer händeringend gesucht, auch im „Herz“ könnten die Beiden Verstärkung gut gebrauchen, erzählt das Paar. Rudels zweites Lokal wurde das Bistro Kreisl in Herzogenaurach, das sie 2021 pachtete, aber nur zwei Jahre lang führte. Parallel dazu betrieb sie als zweites Standbein ihr Geschäft „Seelenwohl“. Unter diesem Namen belieferte sie Supermärkte mit selbst gemachten Salaten, Marmeladen und Suppen.

Das Lokal in der Erlanger Einhornstraße
Das Lokal in der Erlanger Einhornstraße // Bernhard Panzer

Letztlich sei der Job zu Lasten ihrer Kinder gegangen. Schon weil auch hier Personal gefehlt habe. Da wurde kurzfristig abgesagt, oder manche seien erst gar nicht gekommen, beklagt sie im Gespräch „Wenn du da alleine stehst und die Kinder sind zuhause…“, sinniert Rudel, ohne den Satz zu beenden. „Dieses Kapitel ist abgeschlossen“. Am Montag hat sie die Schlüssel abgegeben.

Noch Helfer gesucht

Sie ist davon überzeugt, jetzt deutlich mehr Zeit für ihre beiden Kinder (zehn und zwölf Jahre jung) zu haben. Francesco , den sie übrigens im Kreisl kennengelernt hat, wo er eine Zeitlang gekellnert hat, bekräftigt das mit einem Lächeln und wiederholt: „Wir suchen noch Helfer“.

Das Bistro Kreisl steht inzwischen leer, ein neuer Pächter ist offenbar noch nicht gefunden.

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