Leckerer Bratwurstduft vom Grillstand des Elternbeirates zog über den Pausenhof, Kinder tollten umher, während Eltern, Schüler, Lehrkräfte und Gäste sich neugierig auf den Weg zum neuen Gebäude machten: Das Gymnasium Höchstadt hat seinen Erweiterungsbau feierlich eingeweiht und dabei einen Blick in die Zukunft der Schule eröffnet.
Im Rahmen der Feierlichkeiten sprachen unter anderem Schulleiter Alois Selder, Landrat Alexander Tritthart, Bürgermeister Gerald Brehm, die Ministerialbeauftragte Gabriele Kuen, Elternbeiratsvorsitzende Ursula Mann und Schülersprecher Kian Lamprecht. Ergänzt wurde die Runde durch Beiträge des verantwortlichen Architekten und von Vertretern des Fördervereins. Gemeinsam machten sie deutlich, dass dieser Bau mehr sei als nur Beton, Glas und Holz – er stehe für neue pädagogische Konzepte, für Lernfreude und für ein wachsendes Miteinander am Gymnasium Höchstadt.
20 Millionen Euro kostet der Anbau an das Gymnasium Höchstadt
Beim anschließenden Rundgang durch das Gebäude erläuterte Schulleiter Selder die wichtigsten Eckdaten. Im Mai 2023 wurde mit dem ersten Spatenstich begonnen, schon im Januar 2024 konnte Richtfest gefeiert werden. Nun ist das neue Gebäude fertiggestellt und kann von den 8., 9. und 10. Klassen bezogen werden. Besonders bemerkenswert: Der Kostenrahmen von 20 Millionen Euro wurde exakt eingehalten. „Geplant waren 20 Millionen – und bei 20 Millionen sind wir geblieben“, betonte Selder.
Der Freistaat Bayern trug mit 16 Millionen den Löwenanteil der Finanzierung, während beim Landkreis vier Millionen verblieben. Mit dem Neubau sind 20 zusätzliche Klassenzimmer entstanden sowie fünf moderne Lernlandschaften. Alles sei großzügig, hell und freundlich gestaltet. „Wir sind seit zwei Wochen hier und sammeln noch erste Erfahrungen“, sagte Selder, „doch schon jetzt zeigt sich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind.“ Ein besonderes Konzept sind die Lernlandschaften, die jeweils mit einem Klassenzimmer verbunden sind. Durch innenliegende Fenster kann die Lehrkraft die Schüler im Blick behalten, wenn die Klassen geteilt werden. Diese Fenster erhalten noch Jalousien, damit Schüler nicht von vorbeilaufenden Mitschülern abgelenkt werden.
Die Lernlandschaften bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten: So kann eine Fläche für Bewegung, Tanz oder kleine Theaterprojekte genutzt werden, eine andere eignet sich für Gruppenarbeiten oder für technische Experimente. Im Obergeschoss wurde sogar ein stabiler Seilzug installiert, der bereits beim Tag der Einweihung für Begeisterung sorgte.
Zur Freude der Schüler ließ sich Fachschaftsleiter Physik Wolfram Degen kurzerhand daran befestigen und in die Luft ziehen – ein anschauliches Beispiel für Erlebnislernen. Alle Klassenzimmer sind gleich ausgestattet, von der Möblierung bis hin zur Technik. Die Akustik sei „sehr angenehm“, betonte der Schulleiter. Eine Klimaanlage wurde aus Kostengründen nicht genehmigt. Stattdessen gibt es ein intelligentes Luftaustauschsystem, das im Sommer die Innentemperatur um bis zu fünf Grad gegenüber der Außentemperatur senken soll. „Ob das wirklich funktioniert, wird sich im Sommer zeigen“, sagte Selder. Das System arbeitet energieeffizient: Ein Bewegungssensor startet und stoppt die Luftumwälzung automatisch. Ergänzt wird es durch Außenjalousien und Innenvorhänge zur Beschattung.
Smartboards für den Anbau des Gymnasiums in Höchstadt
Zu den Neuerungen gehören die modernen, interaktiven Smartboards in jedem Klassenzimmer. Sie ermöglichen es den Lehrkräften, Inhalte direkt darzustellen, aber auch Schüler können sich – nach Aufforderung – mit ihren Geräten verbinden und beispielsweise Rechenwege oder Präsentationen für die gesamte Klasse sichtbar machen.
„Das ständige Umstecken externer Geräte gehört damit der Vergangenheit an“, erklärte Selder. Auch die Ästhetik des Gebäudes überzeugt: Unterschiedliche Materialien wurden miteinander kombiniert, was zu einer modernen, aber zugleich warmen Atmosphäre führt. „Ein Schulbau, dem nichts fehlt und der nichts zu wünschen übrig lässt“, fasste Selder zusammen. Doch nicht nur Schulleitung und Architekten zeigten sich zufrieden. Selder zitierte schmunzelnd einen Schüler, den er nach seiner Meinung gefragt hatte. Dessen Antwort: „Endlich stylish!“ Besonders beliebt seien die Schiebetüren, die nicht nur praktisch, sondern auch ein kleines Highlight im Schulalltag seien.
Dass der Neubau dringend notwendig war, steht außer Frage. Die Schülerzahlen am Gymnasium Höchstadt steigen seit Jahren kontinuierlich an, sodass zusätzliche Räume unausweichlich wurden. Die Klassenzimmer messen jeweils 66 Quadratmeter – das Maximum, das genehmigt werden darf. Der Erweiterungsbau ist mehr als ein funktionales Gebäude. Er steht für ein Stück Zukunft am Gymnasium Höchstadt. Eltern, Lehrer und Schüler können stolz sein, dass der Landkreis und der Freistaat dieses Projekt gemeinsam ermöglicht haben.
Die Gäste beim Rundgang waren sich einig: Hier ist ein Ort entstanden, an dem Lernen Freude macht. Ein Haus, das nicht nur Raum für Wissen, sondern auch für Begegnung bietet. So endete die Einweihungsfeier in fröhlicher Stimmung. Während sich die Besucher auf dem Pausenhof Bratwurst und Getränke schmecken ließen, warf so mancher noch einmal einen neugierigen Blick durch die Fenster des neuen Gebäudes. „Hier ist wirklich etwas Besonderes entstanden“, sagte ein Vater. Und eine Schülerin ergänzte: „Ich freue mich schon auf die nächste Stunde im neuen Klassenzimmer.“














