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Veranstalter erklärt Gründe
Aus für Tradition: Keine Lichterfahrt mehr in Höchstadt
Lichterfahrt 2024
Nachdem die Lichterfahrt 2024 trotz Kritik an den Behörden stattgefunden hatte, ist nun Schluss für die beliebte Veranstaltung. // Martin Landeck, Pretzfeld
Höchstadt a. d. Aisch – Ein Highlight im Winter verschwindet aus dem Kalender: Die Veranstalter verkünden das Aus für die beliebte Lichterfahrt in Höchstadt. Das sind die Gründe.

„Ein Funken Hoffnung“ steht auf einem Schild. Und schaut man in die leuchtenden Augen von Kindern und Erwachsenen entlang der Straßen, ist es wohl genau das, was die bunt beleuchteten und mit Weihnachtsmännern und Rentieren geschmückten Traktoren in der kalten, dunklen Winterzeit auf den Straßen Höchstadts verbreiten.

Doch die Szenen, wie man sie aus den vergangenen Jahren von der beliebten Lichterfahrt der Landwirte kennt, werden sich so in Höchstadt wohl erst einmal nicht mehr abspielen.

„Es ist schade“, sagt Organisator Ralf Geyer. „Wir haben das gern gemacht. Alle haben gesagt, wie toll es war. Aber irgendwann mag man nicht mehr.“ Das liege weder an mangelnder Teilnahme, noch an der Stadtverwaltung, wie der Landwirt aus Schirnsdorf mehrfach betont. „Die Stadt Höchstadt hat uns zu tausend Prozent unterstützt“, sagt er. „Zum Beispiel wurde da die Hilfe der Feuerwehr kostenlos zur Verfügung gestellt.“

Lichterfahrt Höchstadt findet 2025 nicht statt

Viel mehr liege es für ihn am Landratsamt. Schon im vergangenen Jahr hatte Geyer die hohen Anforderungen seitens der Behörde kritisiert, 2023 war die Lichterfahrt sogar ganz ausgefallen. „Die Auflagen sind einfach nicht mehr zu erfüllen“, sagt Geyer im Gespräch mit fraenkischertag.de. Vor allem die Anzahl der Ordner – im vergangenen Jahr über 80 Personen – sei eine Herausforderung. Wochenlang habe er im vergangenen Jahr versucht, die Leute zusammenzukriegen, selbst aus dem Urlaub heraus. 

Lichterfahrt 2024
Der Zug aus leuchtend geschmückten Traktoren war in den vergangenen Jahren vor allem für die Kinder ein Highlight im trüben Winter. // Martin Landeck, Pretzfeld

Was Geyer dabei nicht verstehen kann, ist, wieso die Organisation in anderen Landkreisen scheinbar leichter ist. „Ich sehe, wie gut es in Neustadt und Fürth funktioniert. In Neustadt stehen die Leute so eng am Reifen, dass mir beim Fahren bang wird“, erklärt er. „Aber in Höchstadt fahren wir ja in der Mitte der Straße mit massig Platz zu den Gehwegen hin.“

Dennoch seien die Anforderungen höher – und aus Geyers Sicht teils nicht sinnvoll. So habe das Landratsamt beispielsweise ursprünglich gefordert, dass neben jedem Reifen ein Ordner laufen müsse. „Ich muss als Fahrer auf den Vordermann schauen. Dann sind rundherum Lichter, überall blinkt es. Ich sehe den Mann direkt am Reifen nicht. Das ist eher eine Gefahr, als eine Absicherung.“ 

Zu hohe Auflagen für Landwirte 

Verglichen werde das oft mit einem Faschingsumzug. Doch, so Geyer, bei einem Faschingsumzug gehe es darum, dass Süßigkeiten auf die Straße geworfen werden und Kinder auf die Straße laufen, um diese aufzusammeln. „Das haben wir bei der Lichterfahrt ja nicht“, sagt er.

Geyer tut es um die Kinder leid, denn für diese hätten die Landwirte die Lichterfahrt veranstaltet. „Ich verdiene da nichts dran“, betont er. „Im Gegenteil: Wir zahlen ja drauf. Wir müssen die Versicherung bezahlen und allein die Genehmigung kostet 250 Euro.“

Lichterfahrt 2024
Die Landwirte wollen künftig bei der Veranstaltung „Landwirtschaft erleben“ im Mai ein Programm für Interessierte bieten. // Martin Landeck, Pretzfeld

Das Landratsamt verweist auf Anfrage der Redaktion auf die Straßenverkehrsordnung. „Für Umzüge sind zwei Ordner pro Fahrzeug erforderlich. Im letzten Jahr wurden vom Veranstalter 80 Fahrzeuge angemeldet“, schreibt die Pressestelle in einem Statement.

Dennoch habe man sich zusammen mit den Veranstaltern auf eine Kompromisslösung geeinigt und die Auflagen „gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert“. „So wurde auf mitlaufende Ordner verzichtet und die Standorte der Ordner auf die neuralgischen Punkte der Strecke beschränkt. Dies ergab eine Ordnerzahl von 80 Personen als Kompromisslösung“, heißt es weiter.

Landratsamt Erlangen-Höchstadt weist Kritik zurück 

Aus Sicht des Landratsamtes sei „die Veranstaltung gut gelaufen“. Die Behörde habe außerdem zu einer Nachbesprechung eingeladen, was von den Veranstaltern nicht angenommen worden sei. „Wir würden uns wünschen, dass die Veranstaltung auch weiterhin stattfindet“, heißt es in dem Statement. Den Vergleich mit den Lichterfahrten in Neustadt und Fürth weist die Behörde jedoch zurück, „da jeweils die Situation vor Ort bewertet werden“ müsse.

Geyer verweist als Ersatz für die Lichterfahrt indes auf die Veranstaltung „Landwirtschaft erleben“, die im Mai in Lonnerstadt stattgefunden hatte. „Bei der Lichterfahrt wollen die Kinder immer auf die Fahrerkabine, aber bei der Fahrt geht das schlecht“, sagt er. Bei der Veranstaltung in Lonnerstadt hingegen hätten die Kinder die Möglichkeit, sich die Traktoren aus der Nähe ganz genau anzusehen und auch abseits der Maschinen vieles über die Landwirtschaft zu lernen. 

„Wir stellen da alles vor, was wir selber machen: Eier, Öl, Wurst, Schnaps“, zählt Geyer auf. Da der Tag bei den Besuchern sehr gut angekommen sei, wollen die Landwirte die Aktion nun regelmäßig wiederholen, so auch im Mai kommenden Jahres. Und wer auf das Lichtermeer im Dezember trotzdem nicht verzichten will, könne sich die Lichterfahrten in Neustadt oder Fürth anschauen. 

 

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