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Krönung steht bevor
Zum ersten Mal seit Jahren: Höchstadt hat eine Bierkönigin
Die 25-jährige Tanja Merkel ist die neue Bierkönigin Höchstadts.
Die 25-jährige Tanja Merkel ist die neue Bierkönigin Höchstadts. // Foto: Adelheid Wagner
Höchstadt – Höchstadt hat ein neues Kapitel der Monarchie aufgeschlagen: Erstmals seit Jahren wird es wieder eine Bierkönigin geben. Was die zukünftige Regentin vorhat und welches Bier sie am liebsten trinkt.

Die repräsentativen Adelsreihen im Aischgrund werden erweitert. Neben einer Karpfenkönigin gibt es zum ersten Mal seit Jahren eine neue Bierkönigin. Die wird das Kulturgut des Brauens für die Stadt Höchstadt künftig repräsentieren. Am Donnerstag, 10. Juli, ist Tanja Merkel zur Bierkönigin Höchstadts gewählt worden.

Mit dem royalen Titel verbunden, wird Merkel für die kommenden drei Jahre, bis 2028, die jahrhundertealte Brautradition der Stadt gegenüber der Öffentlichkeit vertreten. Dabei ist Merkel die erste Bergkönigin seit Jahren und die zweite in jüngerer Zeit. Vor zehn Jahren wurde die damals 23-jährige Doris Ruß zur ersten Höchstadter Bierkönigin gewählt.

Bierkönigin Höchstadt: Drei Bewerberinnen standen zur Wahl

Annalena Seppel  (v.l.), Natalie Sommer und Tanja Merkel hatten sich auf den Titel der Bierkönigin Höchstadt beworben.
Annalena Seppel (v.l.), Natalie Sommer und Tanja Merkel hatten sich auf den Titel der Bierkönigin Höchstadt beworben. // Foto: Adelheid Wagner

Auf den Aufruf der Stadt und des Kellerbergvereins Höchstadt bewarben sich bis zum Stichtag drei Frauen aus Höchstadt auf das Amt der Bierkönigin. Am Donnerstag stellten sie sich der Jury, bestehend aus Bürgermeister Gerald Brehm, Stadtmarketing-Managerin Annja Hermann, Carsten Constien, Erster Vorsitzender des Kellerbergvereins, Melanie Weigl von der Frauenbraugruppe des Vereins sowie Ehrenmitglied Karsten Wiese. Die Juroren standen vor einem schweren Entschluss. Entscheidende Kriterien zur Wahl der Königin waren unter anderem Begeisterung für die lokale Braukultur, zeitliche Verfügbarkeit für das Ehrenamt und das Führen eines Instagram-Accounts. „Es war keine leichte Entscheidung“, sagte Brehm während der Verkündung. „Alle drei haben einen hervorragenden Charakter und hätten sich als Bierkönigin bestens geeignet.“ Aber, es kann nur eine geben.

Erster Auftritt der Bierkönigin zur Kellerbergkerwa

Weil die 25-jährige Tanja Merkel zur Königinnenwahl gleich im Dirndl erschienen war, hätte sie sofort ihre Amtsgeschäfte als neue Bierkönigin Höchstadts beginnen können. Bis zur Krönung werden allerdings noch ein paar Tage vergehen. Die ist zum Auftakt der Kellerbergkerwa geplant. Dann wird Merkel zum ersten Mal in ihrem herrschaftlichen Mandat der Öffentlichkeit vorgestellt.

Alle zehn Jahre findet die Kerwa in einem größeren Format statt. Dieses Jahr werden 22 Teilnehmende, Häuser und Keller dabei sein. Die erste Kerwa als neuen Bierkönigin für Merkel wird für Bürgermeister Gerald Brehm gleichzeitig die letzte als erster Mann im Rathaus sein. Brehm wird zur nächsten Kommunalwahl 2026 nicht mehr für den Bürgermeisterposten antreten.

Wer ist die neue Bierkönigin Tanja Merkel?

„Bei jüngeren sind die Traditionen der Braukunst nicht bekannt“, sagte Merkel während ihrer Vorstellung. Als Bierkönigin möchte sie das ändern. „Ich freue mich, wenn ich die Bierkultur authentisch unterstützen darf“, sagt sie. Was sie darunter versteht? In der Stadt geboren und aufgewachsen, ist Merkel ein Höchstadter Kind durch und durch. Durch Ihre Eltern sei sie mit Bierfesten aufgewachsen. Die fränkische Bierkultur, sei es beim Stammtisch oder auf der Kerwa, gehöre für sie ganz selbstverständlich mit dazu. Bier bedeutet für Merkel „Austausch und Freude“.  

Abgesehen von repräsentativen Aufgaben bei zukünftigen Stadtfesten ist die gelernte Verkäuferin und Kauffrau für Büromanagement auch jetzt schon ins Stadtgeschehen mit eingebunden, zum Beispiel als Mitglied der Kerwa-Freunde oder beim Höchstadter Skiclub. Momentan ist Merkel bei der Stadt angestellt. Damit ihre Stelle mit den Privilegien und Pflichten als Bierkönigin vereinbar ist, fände man sicher eine flexible Lösung, so Bürgermeister Brehm.

Bierkönigin bald auf Instagram zu sehen

In den Sozialen Medien soll der Bieradel in Zukunft präsenter sein, um vor allem jüngere Generationen für die regionale Brautradition zu begeistern. Das ist für die Bierkönigin kein Widerspruch. „Bier ist nicht zum Saufen da“, stellt sie klar. „Es ist ein Genussmittel. Man trinkt es wegen des Geschmacks“, sagt Merkel. „Es gibt auch gutes alkoholfreies Bier.“ Diese Haltung möchte sie bald auf Ihrem Instagram-Account vermitteln, zusammen mit Impressionen städtischer Feste.

Am liebsten trinkt Merkel Helles. In Sachen Brauerei präferiert sie Löwenbräu aus Neuhaus. Zudem plant die neue Bierkönigin, sich Kenntnisse in Sachen Bierbrauen anzueignen. Denn die Kunst der Herstellung des goldenen Gerstensafts beherrscht sie derzeit noch nicht. Der Kellerbergverein möchte Merkel künftig ins Brauen miteinbinden. Sie soll der Tradition nach den Hopfen beim Brauen beigeben, erklärt Wiese. Weigl von der Frauenbraugruppe des Kellerbergvereins kann sich auch vorstellen, zusammen mit der Königin ein Bier zu brauen.

 

 

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