An den Abenden öffnet der Weihnachtsmarkt um 17 Uhr zur „Blauen Stunde“, der Zeit nach dem Sonnenuntergang, wenn die Weihnachtsbeleuchtung besonders stimmungsvoll zur Geltung kommt. Am Samstag spazierten ab vier Uhr erwartungsvolle Grüppchen zwischen den verschlossenen Buden umher, in denen bereits geschäftig Köstlichkeiten vorbereitet wurden.
Die Kälte trieb viele frühe Gäste ins Eiscafé Venezia, wo sich bei hausgemachtem Apfelstrudel, der dampfend heiß auf den Tisch kommt, trefflich die Zeit vertreiben lässt. Familie Uleri schenkt Glühwein, Starkbier sowie Kinderpunsch aus und bietet frische Mandarinen aus Sardinien an. Nicht nur die Vitamin-C-Bombe ist eine unerwartete Leckerei auf dem Höchstadter Weihnachtsmarkt, er wartet auch mit einer kulinarischen Premiere auf.
Von altbewährt bis exotisch
Am Stand von Josef Beßler, der Schwarzbacher Jagdhütte, gibt es Rehgulasch und -würste. Bereits am Eröffnungsabend war Beßler ausverkauft. Es scheint vielen Besuchern zu gehen wie dem Gast, der sich vor der Jagdhütte die zarten Rehstückchen in sämiger Soße mit wärmender Pfeffernote schmecken ließ und meinte: „Wenn es etwas Besonderes gibt, greife ich immer zu!“ Für sieben Euro ist das Gericht, das ohne Rotwein und ohne Fertigprodukte wie Soßenbinder auskommt, auch für Wild-Neulinge eine erschwingliche Gelegenheit, das magere Fleisch zu probieren.
Aber auch Klassiker wie die Bratwurst im Brötchen (drei Euro), ein frittierter Kartoffelspieß (3,80 Euro) und natürlich der Baumstriezel (fünf Euro) von Werner Bloos, der mitnichten ein Baumkuchen, sondern ein karamellisiertes Hefegebäck ist, bilden eine gute Grundlage für Heißgetränke mit und ohne Alkohol. Katja Christgau ist wieder mit ihren Langos, den ungarischen Fladenbroten, am Markt. „Das sind die einzigen, von denen ich kein Sodbrennen bekomme!“, so die anerkennende Bewertung einer Höchstadterin.
Katja hat die „Altdeutsche Feuerzangenbowle“ (vier Euro) neu in ihrem Sortiment. Die Bowle wird zwar nicht mit einem brennenden Zuckerhütchen präsentiert, punktet aber mit einem kräftigen Geschmack.
Wie der Honigrotweinpunsch (vier Euro) an der Bude des Imkervereins: Er wird alljährlich von Vereinsmitglied Richard Schuster mit Honig aus Erlangen-Höchstadt angesetzt, der für eine himmlische Süße im Abgang sorgt. Mit 3,50 bis vier Euro bewegt sich der Glühweinpreis in Höchstadt im fränkischen Durchschnitt.
Wer an diesem Tag genug vom Nieselregen hatte, konnte sich einige Meter weiter in der Hauptstraße im „Töpfla“ bei Bratapfel-Amaretto oder Töpfla-Rumpunsch mit Pflaumensaft, Zimt und Kardamom aufwärmen – ob mit (4,40 Euro) oder ohne Alkohol (2,90 Euro).
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