Die 9. Klasse der Mittelschule Mühlhausen gestaltete am vergangenen Mittwoch mit ihrer Lehrerin Beate Ehbauer einen „Abend in der Synagoge“. Schülersprecher Alois Hayder begrüßte die vielen Gäste, unter anderem: Schulleiterin Monika von Grafenstein, die Eltern, Lehrer, Berufsberater und den Bürgermeister von Wachenroth Reiner Braun, die Vertreterinnen des Rotary Clubs Höchstadt an der Aisch Gudrun Boss – ehemalige Schulleiterin – und Carola Schwank sowie Joachim Hamburger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, Ralph Görtler und Lorenz Plätzer, Vorsitzender des Forums Alte Synagoge Mühlhausen. „Wir haben uns im Unterricht mit unserer Lehrerin viel mit der jüdischen Geschichte und der Kultur beschäftigt und zusammen mit ihr kamen wir dann auf die Idee, doch das Ergebnis unserer Recherchen hier vorzustellen“, erklärte der Schülersprecher.
Natürlich begrüßte er auch die beiden Musikinterpretinnen Annika Vogl (Gesang) und Angelika Lohse (Klavier). Die Neuntklässler präsentierten in Zweier- oder Dreiergruppen jüdische Künstlerinnen und Künstler wie George Gershwin, Felix Mendelsson-Bartholdy und seine Schwester Fanny Hensel, Paul Ben-Haim (geboren als Paul Frankenberger), Leonard Bernstein und den Schriftsteller Jakob Wassermann. Zu jeder dieser berühmten Personen wussten sie viel zu erzählen und die beiden Musikerinnen trugen locker und mit Schwung passende Lieder oder besser Songs vor: „Summertime“ (Gershwin), „Neue Liebe“ (Mendelsson Bartholdy), „Lied ohne Namen“ (Ben-Haim)“, „Glitter and be gay“ aus Candide (Bernstein) und zum Abschluss noch einmal „Summertime“ aus Porgy and Bess.
Jüdische Kultur: Mittelschüler sprechen in Mühlhausen über Bücherverbrennung
„Eine wunderbare Stimme und wie toll sie dazu schauspielert“, schwärmte ein Gast begeistert. „Und die Pianistin begleitete souverän und einfühlsam.“ Das Duo bekam sehr großen und verdienten Beifall. Von der Bücherverbrennung etwa 1933 in Bamberg berichteten die Schüler im Zusammenhang mit dem Schriftsteller Jakob Wassermann, dessen bekannteste Werke sie vorstellten. Alles war bestens vorbereitet und die Klasse zeigte perfekt, was sie erarbeitet hatte.
Alisha, Neele und Dennis (alle 15 Jahre alt) fanden die Projektarbeit „ganz toll“. Sie begründeten das so: „Wir haben dieses Thema seit Beginn des Schuljahres in Religion und in den Fächern Geschichte, Politik und Geografie bei unserer Klassenlehrerin Frau Ehbauer und das Thema Ernährung und Soziales bei unserer Hauswirtschaftslehrerin Petra Imhof behandelt.“
Alte Synagoge in Mühlhausen: Rotary Club Höchstadt unterstütz Mittelschüler
Natürlich durften auch leckere koschere Häppchen nicht fehlen. „Die haben wir mit Frau Imhof gebacken.“ Sogar die dazugehörigen Rezepte konnten die begeisterten Gäste mit nach Hause nehmen. „Ein wirklich beeindruckender und gelungener Abend.“
Das war die Meinung von Bürgermeister Reiner Braun: „Wir haben doch wirklich noch ordentliche junge Leute, auf die wir stolz sein können.“ Zum Schluss ging der Dank der Schulleiterin Monika von Greifenstein an den Rotary Club Höchstadt an der Aisch, „Demokratie und Vielfalt“ vom Landkreis Erlangen-Höchstadt und an den Förderverein der Schule, welche die Unkosten und die Finanzierung der beiden Musikerinnen mit übernommen hatten. Die Spenden an diesem Abend gingen zu gleichen Teilen an den Verein „Forum Alte Synagoge Mühlhausen“ und in die Klassenkasse der 9. Klasse für die Abschlussfahrt nach Sylt.
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