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Bilanz nach zwölf Jahren
Windräder in Mühlhausen liefern Energie und Geld
Windräder  oberhalb von Mühlhausen
Windräder oberhalb von Mühlhausen // Evi Seeger
Signet des Fränkischen Tags von Evi Seeger
Mühlhausen – Der Betreiber des Windparks in Mühlhausen zieht nach zwölf Jahren Bilanz. Bürger waren es, die deren Bau ermöglichten. Nun soll das Areal erweitert werden.

Die Wertschöpfung für die Region sei das A und O bei Windkraftanlagen. Nicht, dass irgendein Investor komme und den Rahm abschöpfe, betont Reinhard Kirchner. Für den Mitarbeiter von „Wust, Wind und Sonne“ kommen daher bei Ökostrom-Anlagen nur Bürgermodelle in Frage.

Das Unternehmen mit Sitz in Markt Erlbach hat die vier Windräder oberhalb von Mühlhausen – so ziemlich die ersten in der Region – entwickelt. In Mühlhausen gründete sich damals eine „Bürgerwindenergie“-Gesellschaft mit 228 Teilhabern. 6,2 Millionen Euro an Eigenkapital brachten sie ein.

Windräder in Mühlhausen liefern 300.000 Euro Gewerbesteuer

Zusammen mit dem Fremdkapital von 14,2 Millionen Euro wurde das notwendige Investitionsvolumen von 20,4 Millionen Euro auf die Beine gestellt. Seit die Windkraftanlagen im Dezember 2012 ans Netz gingen, liegt auch die kaufmännische und technische Betriebsführung in Händen von „Wust, Wind und Sonne“. Nach nunmehr zehn Betriebsjahren zieht Kirchner Bilanz und will mit den Zahlen auch Kritiker überzeugen. Allein in den letzten zwei Jahren seien 300.000 Euro an Gewerbesteuer in die Gemeindekasse geflossen, berichtet Kirchner, der selbst im Gemeinderat vertreten ist.

Zusätzliche Einnahmen bringe die Kommunalabgabe von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde. Diese Leistung werde auf freiwilliger Basis gezahlt. Denn die inzwischen für neue Anlagen gesetzlich verpflichtende Abgabe, gelte für die Altanlagen nicht. Für Mühlhausen mache das Einnahmen von etwa 25.000 Euro im Jahr aus. Von der kommunalen Abgabe profitieren aber auch die Nachbargemeinden im Radius von 2,5 Kilometer um die Anlagen – also Wachenroth, Burgebrach, Pommersfelden und sogar Schlüsselfeld.

Mühlhausen möchte Bürgersolarpark errichten

Nicht zu vergessen, dass die Kommune auch über die Einkommensteuer ihrer Bürger von der alternativen Stromerzeugung gewinnt. Im Windpark von Mühlhausen habe im vergangenen Jahr jedes Windrad etwa sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Die Marktgemeinde denke daran, den Windpark noch um zwei bis vier Windräder zu erweitern. Derzeit sei man dabei, die dafür notwendigen Flächen zu sichern. Für Mühlhausen, das schon bisher als fortschrittliche Energiegemeinde galt, wäre das ein weiterer Schritt, diesem Image noch mehr gerecht zu werden.

Die neuen Anlagen bringen nach Kirchners Worten doppelt so viel Ertrag wie die Windräder der ersten Generation. Und nicht nur das: Aufgrund verbesserter Technik liefen sie langsamer und leiser als die Alt-Anlagen. Vorerst will Mühlhausen aber seinen Bürgersolarpark errichten. Wie der Windpark wird er ein echtes Bürgermodell. Südlich der Motocross-Strecke wird die Photovoltaikanlage auf einer Planfläche von 17 Hektar (mit Eingrünung) entstehen. Nach dem Verlegen der Kabeltrasse soll in wenigen Tagen das Solarfeld installiert werden.

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