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Brauchtum
Großenseebacher stellen riesigen Kirchweihbaum auf
Baumaufstellen in Großenseebach
Baumaufstellen in Großenseebach // Manfred Welker
Signet des Fränkischen Tags von Dr. Manfred Welker
Großenseebach – Die Kirchweih in Großenseebach beeindruckte dieses Jahr mit einem monumentalen, über 33 Meter hohen Kerwasbaum und einem Festzelt, das vor Leben und Musik pulsierte.

Einen 33,5 Meter hohen Baum stellten bei der Kirchweih in Großenseebach die Kerwasburschen am vergangenen Wochenende neben dem Festzelt auf. Aus dem Wald wurde er stilgerecht mit den zwei Pferden von Manfred Müller zum Festplatz gefahren.

Bereits die Schlachtschüssel am Donnerstag lockte zahlreiche Interessenten nach Großenseebach. Jeder konnte aus der Küche bestellen, was ihm am besten mundete: Stücke vom Rüssel, vom Ohr oder Bauch. Gegen Mittag konnten zudem Blut- und Leberwürste bestellt werden.

Es hat sich inzwischen eingespielt, dass der FSV-Förderverein den Vorstand des Großenseebacher FSV bei der Organisation der Kerwa unterstützt. Über 100 Helfer halten somit die Kerwa „am Laufen“.

Schon vor dem Bieranstich war das Festzelt beim Sportheim gut besucht. Das gute Wetter ermöglichte es, dass auch vor dem Zelt viele Gäste saßen. Der Vorsitzende des FSV, Michael Schmitt, begrüßte im Namen des Vorstands die Gäste, den stellvertretenden Bürgermeister Rudi Riedel, die Großenseebacher Gemeinderäte und vor allem die Helfer, ohne die das gesamte Fest nicht möglich gewesen wäre.

Brauereichef Hofmann bringt echtes Holzfaß

Er würdigte die 23 Kirchweihburschen und ihren Oberortsburschen Björn Ziegler ganz besonders, denn sie trugen das Programm der Kerwa und ohne sie würde sie erheblich an Attraktivität verlieren. Auch in diesem Jahr kamen neben Bürgermeistern der Nachbargemeinden zahlreiche Kreisräte zum Anstich.

Brauereichef Georg Hofmann von der Brauerei Hofmann brachte wieder ein echtes Holzfaß zum Anstich nach Großenseebach. Riedel brachte das Bier erst zum Schäumen, bevor das erste Bier in die Krüge fließen konnte.

Für die musikalische Umrahmung des Anstichs sorgten die Leutenbacher Musikanten. Der Kerwasbaum, ein Prachtexemplar von Fichte mit 33,5 Metern und einer schönen Krone, wurde im Korporationswald im Steinbruch von Herbert Müller gefällt und von den Pferden Mirabelle und Marille von Manfred Müller musikalisch begleitet nach Großenseebach gebracht.

Für die beiden Pferde war Schwerarbeit angesagt. Danach konnten sie ihren verdienten Feierabend im Stall genießen. Um den Baum beim Aufstellen in die Senkrechte zu bringen, mussten die Ortsburschen alle Kräfte bündeln.

Rot-weiße Frankenfahne an der Spitze

Obwohl der Baum trotz seiner Größe eher schlank war, war das Aufstellen natürlich mit viel Arbeit verbunden. Es war selbstverständlich, dass der große Baum weithin sichtbar sein sollte.

Er diente anderen Ortschaften im Seebachgrund als Maßstab, den es zu erreichen galt. Ein Übertreffen schien kaum möglich. In die Äste der Spitze wurden bunte Bänder eingeflochten und das obere Stück des Baumstammes wurde in den traditionellen fränkischen Farben rot und weiß umwickelt.

Zusätzlich erhielt die Spitze eine rot-weiße Frankenfahne; oberhalb des Kranzes wurden mit rot-weißen Bändern ebenfalls drei rot-weiße Fahnen am Stamm angebracht. Im liegenden Zustand entfernten zwei Männer den Stamm mit einer Kette von losen Rindenteilen.

Das Aufstellen unter dem Kommando von Werner Mirschberger erfolgte traditionell mit den sogenannten „Schwalben“, das heißt ursprünglich Heubäumen, die heutzutage an den Spitzen mit Schwerlastgurten oder Ketten verbunden werden. Diese Aufgabe hatte bisher Manfred Weiser übernommen.

Kirchweihburschen in der Pflicht

Unter seinem Kommando hatten die Ortsburschen jeden Baum problemlos aufgestellt. „Jetzt schiebt die Neuenbürger Seite stärker!“, lautete sein Kommando aufgrund des großen Baumes.

Während die Kirchweihburschen ins Schwitzen gerieten, behielt Mirschberger stets den Überblick. „Ihr seid jetzt in der Pflicht“, kommentierte er.

Beim Aufrichten mit vier Paar Schwalben wurde nahe des Lochs immer wieder eine mannshohe Leiter nachgeschoben, um den Baum zusätzlich zu stützen. Begleitet von den kritischen Blicken älterer Großenseebacher wurde der Baum nach und nach aufgerichtet.

Als der Baum schließlich stand, wurde er verkeilt. Erst danach konnten sich die Beteiligten im Zelt von der Anstrengung erholen.

Die musikalische Begleitung im Festzelt übernahmen „Die Gaudifranken“.

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