0
Auszeichnung bei „hin&herzo“
KI im Poetry-Slam: Preis für Laura Hybner in Herzogenaurach
Laura Hybner erhielt bei „hin&herzo“ in Herzogenaurach den Projektpreis.
Laura Hybner erhielt bei „hin&herzo“ in Herzogenaurach den Projektpreis. // Sandra Schnappauf
Signet des Fränkischen Tags von Sabrina Schnappauf
Herzogenaurach – Passen KI und Poetry-Slam zusammen? Diese Frage versucht Laura Hybner zu beantworten. Dafür erhält sie 2025 bei „hin&herzo“ den Projektpreis. Was ihre Kunst so besonders macht.

Die Poetry Slammerin Laura Hybner wurde am Freitagabend in der Schmiede Drebinger mit dem „hin&herzo-Projektpreis 2025“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Kulturfestivals „hin&herzo“ feierten die Besucher ihre sprachgewaltige Performance und Bürgermeister Hacker würdigte Hybners künstlerische Handschrift als großartigen Beitrag zur lebendigen Kulturszene Herzogenaurachs. Der „hin&herzo-Projektpreis“ versteht sich als Auszeichnung für eine besondere künstlerische Leistung, aber auch als Signal der Wertschätzung gegenüber den Kunst- und Kulturschaffenden.

Werksstudentin in München: Laury Hybner in Herzogenaurach

Um diese Anerkennung greifbar zu machen, ist der Preis mit 2000 Euro dotiert – ermöglicht durch die Unterstützung der Sparkasse, an diesem Abend vertreten durch Matthias Mickmann, der Hybner den Scheck überreichte. Neben der finanziellen Förderung erhielt die Gewinnerin eine Urkunde, die ihre Leistung und ihren Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Herzogenaurach sichtbar macht. Insgesamt gingen 45 kreative Bewerbungen um den „hin&herzo-Projektpreis“ ein, die allesamt von der Jury sorgfältig gesichtet wurden. Die Gewinnerin Laura Hybner ist trotz ihres jungen Alters bereits eine feste Größe in der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene.

Seit 2016 steht sie regelmäßig auf Bühnen in Bayern und darüber hinaus, 2022 wurde sie mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Erst 2021 legte sie ihr Abitur ab, begann danach ihr Studium in Landshut und arbeitete als Werkstudentin im Kommunikationsteam des Fraunhofer-Instituts in München. Neben ihren eigenen Auftritten hat sie in den vergangenen Jahren Projekte initiiert und Workshops geleitet – unter anderem zum Thema Künstliche Intelligenz. Dabei stellte sie die spannende Frage in den Mittelpunkt, ob Texte, die von KI erzeugt wurden, mit handgeschriebenen mithalten können, und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die lebendige Poetry-Slam-Szene haben könnte.

Poetry-Slammerin Laura Hybner entwickelt Projekt mit KI

„Im letzten Jahr habe ich für mich beschlossen, mich intensiver mit dem Thema Künstliche Intelligenz auseinanderzusetzen“, erklärte Laura Hybner bei der Preisverleihung. „Man hört so oft: KI nimmt uns unsere Kunst weg. Da habe ich mich gefragt: Ist das überhaupt so?“ Statt die Debatte nur theoretisch zu führen, entwickelte sie ein praxisnahes Projekt. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern schrieb sie eigene Poetry-Slam-Texte und ließ parallel KI-generierte Texte entstehen. „Neue Medien verdrängen die alten nie komplett“, sagt sie. „Spannend war für uns die Frage: Was macht das mit uns, wenn wir die Texte vergleichen? Welche Wirkung entfalten sie – und wie verändert das unseren Blick auf Kunst und Sprache?“

Zum Abschluss der feierlichen Preisverleihung sorgte die Preisträgerin für ein interaktives Erlebnis: Sie präsentierte einen Auszug aus ihren eigenen Texten und nahm sich die Zeit, dem Publikum die Grundidee des Poetry Slams näherzubringen. Ein Dichterwettstreit, bei dem selbst verfasste Texte innerhalb eines festgelegten Zeitlimits vorgetragen werden. In literarisch verpackter Form schilderte sie, wie ihr Projekt abgelaufen war, und band die Zuschauer aktiv ein: Diese sollten mithilfe von Schildern entscheiden, ob ein Text von einer KI oder von einem Menschen geschrieben worden war. „Mensch oder Maschine?“, lautete die Frage – und das verblüffende Ergebnis: Die meisten Besucherinnen und Besucher konnten die Unterschiede kaum erkennen.

Für die musikalische Untermalung des Abends sorgte die Band Folk Trails, die mit ihren Klängen eine fröhliche Atmosphäre schuf. Die historische Schmiede Drebinger bot dazu mit ihrem industriellen Charme und künstlerischen Ambiente den passenden Rahmen für die Preisverleihung.

 

Inhalt teilen
  • kopiert!