Zu einem besonderen Konzert waren alle Musikliebhaber in die Sankt-Georgskirche eingeladen. Neben dem Kammerorchester Höchstadt waren der Projektchor St.Georg (Einstudierung: Georg Schlee) und die Solisten Andrea Kaschel (Sopran), Georg Schlee (Bariton) und drei Altsängerinnen zu hören. Der Jubel wollte am Schluss nicht enden, weshalb Chor und Orchester als Zugabe noch einmal das zarte, wunderschöne Benedictus mit dem Hosannajubel aus Rüdiger Kaufmanns Sankt-Georgsmesse spielten. Aus dieser erklangen als Höhepunkt auch des Konzertes drei Teile, nämlich das Sanctus, das Gloria und das Benedictus.
Anlässlich von Kaufmanns 75. Geburtstag hatten der Projektchor St. Georg und das Kammerorchester Höchstadt das „Höchstädter Te Deum“ und Teile der Sankt-Georgsmesse aus der Feder des ehemaligen Gymnasiallehrers Rüdiger Kaufmann einstudiert. Pfarrer Kilian Kemmer begrüßte die Gäste im voll besetzten Gotteshaus zu einem besonderen musikalischen Genuss. „Sicher werden Sie alle heute Abend das Gefühl der Geborgenheit und des Umsorgtseins durch die Musik erfahren“, sagte Kemmer. „Herr Kaufmann bringt 75 Jahre Lebenserfahrung in seine Kompositionen mit ein und es ist bestimmt kein Zufall, dass in die Version des Te Deum im Dreivierteltakt die dreiviertel Jahrhundert alte Lebenserfahrung Kaufmanns einfließt.“ Der Konzertabend begann mit Teilen aus Telemanns Tafelmusik, gespielt von dem kleinen „Ensemble alter Freunde“ aus Kaufmanns Studienzeit.
Von Bamberg bis Italien: Musiker spielen zusammen
Es schlossen sich das Cembalokonzert in D-Dur von Corrette und ein Präludium von Bach in einer von Kaufmann geschriebenen Orchesterfassung an. Die Freunde von früher sind heute weit verstreut – von Bamberg bis Süditalien. Aber es klang so vertraut, als hätten sie nicht erst am Abend vorher zum ersten Mal wieder miteinander musiziert. Ein wunderbarer Einstieg in den Abend.
„St. Georg in Höchstadt ist mir ans Herz gewachsen, denn seit Kindestagen ist die Pfarrgemeinde und die für mich wunderschöne Kirche meine geistige Heimat. Dafür bin ich sehr dankbar und ich versuche, auch musikalisch etwas zurückzugeben“, so Rüdiger Kaufmann. Ursprünglich hatte er die Messe für Solisten, Chor, Orgel, Pauken – die das „militärische“ Element des St. Georg verkörpern – und Streicher gesetzt. „Weil wir im Konzert nicht oben, sondern unten singen und spielen wollten, habe ich die Orgel für dieses Konzert durch Holz- und Blechbläser ersetzt“, erklärte Kaufmann während des Konzerts. Die Reihenfolge der Messteile war ungewöhnlich und nur für das Konzert so gewählt, weil auf diese Weise ein geschlossenes Ganzes entstand.
„Großer Gott wir loben dich“ in St. Georg in Höchstadt
Sanctus und Benedictus enden mit dem gleichen jubelnden Hosanna. „Das Besondere am Sanctus ist, dass ich mir vorgestellt habe, dass es in himmlischen Sphären schwebe. Hingegen sind die Hosanna-Teile, ebenso wie das Gloria, in dem die Pauken dominieren, rhythmisch deutlich akzentuiert“, sagte der Komponist. „Mir hat das Benedictus am besten gefallen“, so Heidrun Völlner aus Adelsdorf.
„Alles ein hervorragender Ohrenschmaus von höchster Qualität. Der Chor, alle Musiker, die Solisten – einfach spitze“, schwärmte sie. Dem „Höchstädter Te Deum“ liegt das bekannte Lied „Großer Gott wir loben dich“ zugrunde und ist allen etwas vertrauter. Nach drei Teilen mit Chor und auch Solisten kam der vierte Teil, in dem zum abschließenden Höhepunkt die Zuhörer mit einstimmen durften. „Das hat ja wunderbar geklappt“, schwärmte der Komponist danach.
St. Georg in Höchstadt: Lego für Rüdiger Kaufmann
„Meine Frau hatte starke Zweifel, ob es gelingt. Sie haben es gut gemacht. Danke!“, lobte er das Publikum. Alexander Krisch aus Höchstadt war begeistert: „Wie Kaufmann es immer wieder schafft, aus dem, was er zur Verfügung hat, das Beste rauszuholen. Der Moment, als alle mitsangen, war sehr beeindruckend.“ Ingrid Geyer aus Mühlhausen sagte nach dem Auftritt: „Ein wunderschönes Konzert, super, abwechslungsreich und ein toller Zusammenklang.“
Eva Schäfer aus Adelsdorf schwärmte: „Man konnte sich dabei in den Himmel träumen.“ Als Geburtstagsüberraschung hatte das Kammerorchester Kaufmann einen Legobausatz für sein zweites Hobby überreicht. Außerdem gab es Blumen für die Solisten und den Komponisten.
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