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Schlemmen für den guten Zweck
Wie Zwetschgenkuchen aus Schlüsselfeld Geflüchteten hilft
Katja, Sascha, Liubov, Nelly Knaub, Maximilian Ley, Hanna und Wasili (von links) zeigen in Schlüsselfeld den letzten Zwetschenkuchen der Saison.
Katja, Sascha, Liubov, Nelly Knaub, Maximilian Ley, Hanna und Wasili (von links) zeigen in Schlüsselfeld den letzten Zwetschenkuchen der Saison. // Karl-Heinz Panzer
Signet des Fränkischen Tags von Karl-Heinz Panzer
Schlüsselfeld – Der Chef der Schlüsselfelder Stadtbäckerei hat Zwetschgenkuchen für eine Benefizaktion der Ukraine-Hilfe verkauft – mit überwältigender Ressonanz.

Sie gingen weg wie die warmen Semmeln, die letzten Zwetschgenkuchen, die Maximilian Ley in dieser Saison gebacken hat. Der Chef der Schlüsselfelder Stadtbäckerei hatte noch einmal acht Bleche von dem saftig-fruchtigen Gebäck in den Ofen geschoben. Er tat es extra für eine Benefizaktion. 200 Euro vom Verkaufserlös spendet der Bäckermeister an die Hilfsaktion „Freunde der Ukraine 24“, die damit Hilfstransporte in das schwer bedrängte Land finanziert.

16 Kilo von dem Steinobst haben Ukrainehelfer für die Aktion von ihren heimischen Bäumen geholt. Schon nach zwei Tagen war ein Großteil der knapp 200 Teile über den Ladentisch am Schlüsselfelder Marktplatz gegangen. Der Rest hielt sich auch nicht lange. Zu der beachtlichen Resonanz trug auch der Umstand bei, dass in dem Steigerwaldstädtchen inzwischen eine ukrainische Community von rund 100 Menschen heimisch geworden ist, die allermeisten von ihnen Frauen und Kinder, die nach dem Kriegsausbruch geflüchtet sind.

Ukrainer besucht Gymnasium in Scheinfeld

Nachdem die Backaktion in den Lokalzeitungen angekündigt worden war, machte das bei den gut vernetzten Ukrainern in der Umgebung schnell die Runde. Viele von ihnen haben schon Fuß gefasst in Schlüsselfeld, beruflich und auch privat. Mit Liubov, ihrer Tochter Sascha sowie deren Kinder Wasili und Katja kamen drei Generationen aus einer Familie ins Bäckereicafé. Auch Saschas Freundin Hanna war mitgekommen, ebenso Nelly Knaub, die sich in der Stadtverwaltung um die Geflüchteten kümmert. Sie alle freuten sich über den Erfolg von Leys Backaktion, aber nicht nur darüber.

Die Integration gerade der Ukrainer klappe erstaunlich gut, in der Stadt ebenso wie in den übrigen Ortsteilen, so Nelly Knaub. Ihre Russischkenntnisse wurden bei dem Treffen fast gar nicht gebraucht, denn die Ukrainer haben in ihren Sprachkursen offenbar gut aufgepasst. Allen voran Wasili, der wo es nötig war, dolmetschte. Er ist gerade in die sechste Klasse im Scheinfelder Gymnasium vorgerückt. Seine Schwester wird im Kindergarten betreut.

Spenden für Freunde der Ukraine 24

Ihre Mutter, zuhause in der Ukraine gab sie Musikunterricht, arbeitet als Aushilfslehrerin in der Schule. Hanna wiederum, ebenfalls Lehrerin und obendrauf Mediendesignerin, arbeitet in der Marketingabteilung eines einheimischen Baustoffherstellers. Obwohl sie in der Ukraine zuletzt in der Großstadt gelebt hat, fühle sie sich in der ländlichen Umgebung ausgesprochen wohl. Das liege auch an den netten und hilfsbereiten Arbeitskollegen, unterstreicht die Ostukrainerin.

Ähnlich gute Erfahrungen macht Wasili: „Wir mögen es, hier zu leben. Alle Nachbarn sind voll freundlich, auch die Leute in der Schule, im Krankenhaus, beim Arzt, in der Bank, überall“, schwärmt der junge Sportler, der bei den Leichtathleten in Burghaslach trainiert. Die „Freunde der Ukraine 24“ kommen aus den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt.

Sie transportieren unter anderem medizinische Hilfsmittel, technisches Gerät für die Versorgung mit Strom und Wärme in die Ukraine – je nach Bedarf der einheimischen Hilfsorganisationen, mit denen sie sich absprechen. Die „Freunde- der Ukraine 24“ kann man über ein Spendenkonto unterstützen, das von der Stadt Höchstadt geführt wird.

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