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Spendenaktion erfolgreich
Hilfe aus Höchstadt: Neuer Krankenwagen rettet Leben in Mali
 Der gebrauchte Krankenwagen wurde überholt und steht bereit zur Überführung nach Mali. Soungalo Magassa freut sich über das erfolgreiche Projekt für die Bevölkerung seiner Heimatgemeinde.
 Der gebrauchte Krankenwagen wurde überholt und steht bereit zur Überführung nach Mali. Soungalo Magassa freut sich über das erfolgreiche Projekt für die Bevölkerung seiner Heimatgemeinde. // Foto: Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Höchstadt – Die Spendenaktion des Höchstadter Tierarztes Soungalo Magassa war erfolgreich: Bald kommt in Bossofala eine wichtige Hilfe für Kranke und Verletzte an. Wie es jetzt weitergeht.

Verletzte, Schwerkranke und Hochschwangere in der Gemeinde Bossofala in Mali dürften bald wesentlich bessere Chancen haben, im Ernstfall schneller in einem Krankenhaus zu landen. Ihr zum Krankenwagen umgebautes dreirädriges Motorrad kann endlich durch einen richtigen Sanka ersetzt werden. Der aus Bossofala stammende, seit Jahren in Höchstadt fest verwurzelte und weit bekannte Tierarzt Soungalo Magassa hatte in seiner neuen Heimat eine Spendenaktion initiiert, die zum Erfolg führte.

Spendenaktion in Höchstadt: ein neuer Krankenwagen für Mali

Einen in Deutschland ausgemusterten Krankenwagen wollte Magassa erwerben und generalüberholen. In den nächsten Tagen wird ein solches Auto nun seine Reise nach Afrika starten. Nach längerer Suche war der Tierarzt in der Lausitz fündig geworden und kaufte mit einem Mercedes Sprinter ein Fahrzeug, das in Afrika noch gute Dienste leisten und dort auch gewartet werden kann. „Weil ich dem Verkäufer glaubhaft erklären konnte, dass das Auto für einen guten humanitären Zweck ist, habe ich es auch etwas günstiger bekommen“, freut sich Magassa. Ein Freund aus Kairlindach hat ihn dabei unterstützt und den Krankenwagen für Mali fit gemacht.

Auch gespendete Infusionsständer und Krücken schickt Soungalo Magassa in dem Mercedes Sprinter mit nach Bossofala.
Auch gespendete Infusionsständer und Krücken schickt Soungalo Magassa in dem Mercedes Sprinter mit nach Bossofala. // Foto: Andreas Dorsch

Von Höchstadt über Südfrankreich nach Guinea

In den nächsten Tagen wird der Sprinter in Höchstadt abgeholt und in einem Container von Südfrankreich nach Guinea verschifft. Inzwischen hat er auch ein Kurzkennzeichen, ist versichert und hat TÜV. Die Plakette sei aber nicht ganz einfach zu bekommen gewesen, sagt Magassa. Mit dem Blaulicht auf dem Dach stellte sich die Frage, ob er als Krankenwagen oder normales Auto geprüft werden sollte. Schließlich muss die Blaulicht-Anlage für die Fahrt zum Hafen doch nicht, wie es anfangs aussah, aufwendig vom Dach abgebaut werden.

Bisher werden Patienten aus Bossofala in diesem zu einem Krankentransporter umgebauten Motorrad in die weit entfernte Klinik gebracht.
Bisher werden Patienten aus Bossofala in diesem zu einem Krankentransporter umgebauten Motorrad in die weit entfernte Klinik gebracht. // Foto: Soungalo Magassa

Großer Dank an alle Helfer und Spender

Ganz besonders möchte sich Magassa bei allen Privatleuten, Vereinen und Organisationen bedanken, die das Projekt mit Geld oder auch nur hilfreichen Tipps unterstützt haben. Über 11.000 Euro sind bisher für den gebrauchten Krankenwagen, Zulassung, TÜV und Versicherung investiert worden. Abgewickelt wird alles über den von Magassa gegründeten gemeinnützigen Verein „Cooperation Bossofala“. Dessen Ziel ist es, die Lebenssituation in den zur Gemeinde gehörenden 17 kleinen Dörfern mit insgesamt rund 20000 Einwohnern zu verbessern.

Bisher werden Patienten aus Bossofala in diesem zu einem Krankentransporter umgebauten Motorrad in die weit entfernte Klinik gebracht
Bisher werden Patienten aus Bossofala in diesem zu einem Krankentransporter umgebauten Motorrad in die weit entfernte Klinik gebracht // Foto: Soungalo Magassa

Für den Transport des Fahrzeugs bräuchte der Verein noch einige Euro. „Nach dem Projekt sind unsere Finanzen erst einmal aufgebraucht“, sagt der engagierte Afrikaner. Er wird beim Altstadtfest am kommenden Wochenende übrigens wieder als DJ im Schlosshof zu hören sein.  Seine kleine Gage fließt ebenso direkt in die Vereinskasse wie der Inhalt einer für die „Cooperation Bossofala“ aufgestellten Spendenbox.

Höchstadt finanziert Geburts- und Krankenstation in Mali

Der Krankenwagen ist nicht das erste Projekt in Bossofala, das mit Unterstützung aus Höchstadt verwirklicht wurde. So haben es Spenden der Höchstadter evangelischen Kirchengemeinde im vergangenen Jahr ermöglicht, in der Flächengemeinde in Mali eine dringend benötigte Geburts- und Krankenstation zu bauen. Dafür möchte sich die Geburtsstation ganz herzlich bei der Höchstadter Bevölkerung bedanken und hat Magassa ein Transparent geschickt, dass er dem Bürgermeister übergeben soll.

Einmal mehr verspricht Soungalo Magassa, dass jeder dem Verein gespendete Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird. Vom feierlichen Empfang des Krankenwagens in seiner Heimatgemeinde hat man dem Höchstadter Tierarzt schon Fotos und Berichte angekündigt. In dem Auto dürfen sich die Empfänger auch über weitere Spenden freuen, wie kleine chirurgische Instrumente, Desinfektionsmittel, Infusionsständer, Bandagen und Krücken.

 

 

 

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