Verletzte, Schwerkranke und Hochschwangere in der Gemeinde Bossofala in Mali dürften bald wesentlich bessere Chancen haben, im Ernstfall schneller in einem Krankenhaus zu landen. Ihr zum Krankenwagen umgebautes dreirädriges Motorrad kann endlich durch einen richtigen Sanka ersetzt werden. Der aus Bossofala stammende, seit Jahren in Höchstadt fest verwurzelte und weit bekannte Tierarzt Soungalo Magassa hatte in seiner neuen Heimat eine Spendenaktion initiiert, die zum Erfolg führte.
Spendenaktion in Höchstadt: ein neuer Krankenwagen für Mali
Einen in Deutschland ausgemusterten Krankenwagen wollte Magassa erwerben und generalüberholen. In den nächsten Tagen wird ein solches Auto nun seine Reise nach Afrika starten. Nach längerer Suche war der Tierarzt in der Lausitz fündig geworden und kaufte mit einem Mercedes Sprinter ein Fahrzeug, das in Afrika noch gute Dienste leisten und dort auch gewartet werden kann. „Weil ich dem Verkäufer glaubhaft erklären konnte, dass das Auto für einen guten humanitären Zweck ist, habe ich es auch etwas günstiger bekommen“, freut sich Magassa. Ein Freund aus Kairlindach hat ihn dabei unterstützt und den Krankenwagen für Mali fit gemacht.
Von Höchstadt über Südfrankreich nach Guinea
In den nächsten Tagen wird der Sprinter in Höchstadt abgeholt und in einem Container von Südfrankreich nach Guinea verschifft. Inzwischen hat er auch ein Kurzkennzeichen, ist versichert und hat TÜV. Die Plakette sei aber nicht ganz einfach zu bekommen gewesen, sagt Magassa. Mit dem Blaulicht auf dem Dach stellte sich die Frage, ob er als Krankenwagen oder normales Auto geprüft werden sollte. Schließlich muss die Blaulicht-Anlage für die Fahrt zum Hafen doch nicht, wie es anfangs aussah, aufwendig vom Dach abgebaut werden.
Großer Dank an alle Helfer und Spender
Ganz besonders möchte sich Magassa bei allen Privatleuten, Vereinen und Organisationen bedanken, die das Projekt mit Geld oder auch nur hilfreichen Tipps unterstützt haben. Über 11.000 Euro sind bisher für den gebrauchten Krankenwagen, Zulassung, TÜV und Versicherung investiert worden. Abgewickelt wird alles über den von Magassa gegründeten gemeinnützigen Verein „Cooperation Bossofala“. Dessen Ziel ist es, die Lebenssituation in den zur Gemeinde gehörenden 17 kleinen Dörfern mit insgesamt rund 20000 Einwohnern zu verbessern.
Für den Transport des Fahrzeugs bräuchte der Verein noch einige Euro. „Nach dem Projekt sind unsere Finanzen erst einmal aufgebraucht“, sagt der engagierte Afrikaner. Er wird beim Altstadtfest am kommenden Wochenende übrigens wieder als DJ im Schlosshof zu hören sein. Seine kleine Gage fließt ebenso direkt in die Vereinskasse wie der Inhalt einer für die „Cooperation Bossofala“ aufgestellten Spendenbox.
Höchstadt finanziert Geburts- und Krankenstation in Mali
Der Krankenwagen ist nicht das erste Projekt in Bossofala, das mit Unterstützung aus Höchstadt verwirklicht wurde. So haben es Spenden der Höchstadter evangelischen Kirchengemeinde im vergangenen Jahr ermöglicht, in der Flächengemeinde in Mali eine dringend benötigte Geburts- und Krankenstation zu bauen. Dafür möchte sich die Geburtsstation ganz herzlich bei der Höchstadter Bevölkerung bedanken und hat Magassa ein Transparent geschickt, dass er dem Bürgermeister übergeben soll.
Einmal mehr verspricht Soungalo Magassa, dass jeder dem Verein gespendete Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird. Vom feierlichen Empfang des Krankenwagens in seiner Heimatgemeinde hat man dem Höchstadter Tierarzt schon Fotos und Berichte angekündigt. In dem Auto dürfen sich die Empfänger auch über weitere Spenden freuen, wie kleine chirurgische Instrumente, Desinfektionsmittel, Infusionsständer, Bandagen und Krücken.
















