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Benefizkonzert in Höchstadt
Mit Liederkranz: Ukrainerin sammelt Spenden für ihre Heimat
Bei dem Konzert am Samstag in der Fortuna-Kulturfabrik ist auch die ukrainische Sängerin Anastasiia Yanovska zu hören, die im März 2022 als Kriegsflüchtling nach Höchstadt gekommen ist.
Bei dem Konzert am Samstag in der Fortuna-Kulturfabrik ist auch die ukrainische Sängerin Anastasiia Yanovska zu hören, die im März 2022 als Kriegsflüchtling nach Höchstadt kam und inzwischen Fuß gefasst hat. // Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Karl-Heinz Panzer
Höchstadt a. d. Aisch – Anastasiia Yanovska floh vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine nach Höchstadt. Musik ist seitdem ihr Leben. Nun tritt sie in Höchstadt auf und möchte Spenden für ihre Heimat sammeln.

Spendengelder für Hilfsorganisationen sammeln und gleichzeitig auf die Lage in der Ukraine aufmerksam machen – das wollen Aktivisten aus Höchstadt und dem Landkreis Neustadt bei einem Benefizkonzert am Samstag, 15. Juni, um 15 Uhr in der Fortuna-Kulturfabrik in Höchstadt. Mit „Musik für die Ukraine“, so ist die Veranstaltung überschrieben, bei der nicht nur Musik für, sondern auch aus dem osteuropäischen Land zu hören sein wird. Mit dabei ist Anastasiia Yanovska, eine leidenschaftliche Sängerin, die der Krieg nach Höchstadt verschlagen hat.

Nach Integrations- und Deutschkursen arbeitet die studierte Finanzwirtin inzwischen in der Sparkassenfiliale in Höchstadt. Als Quereinsteigerin, denn sie war zwischenzeitlich viele Jahre lang als Landschaftsplanerin tätig. „Ich musste alles neu lernen“, sagt sie. Ebenso wie die deutsche Sprache, denn die braucht sie für ihren Job am Schalter. Aber dank der „unglaublichen Hilfsbereitschaft“ ihrer neuen Kollegen funktioniere das gut, freut sich die dreifache Mutter.

Benefizkonzert in Höchstadt: Ukrainerin flieht vor russischen Soldaten  aus Butscha

Ebenso habe sie bei der Wohnungssuche, Behördengängen und der Erledigung sonstiger Formalitäten viel Unterstützung erfahren. Die Liebe zu Musik und Gesang zieht sich bei der Ukrainerin durchs ganze Leben. Als Kind besuchte sie eine Musikschule, lernte Klavierspielen und nahm Gesangsunterricht. „Singen war schon immer meine große Freude“, sagt sie. Im Kindergarten, in der Schule und in der Kirche.

Sie lebte bis zum russischen Angriff in der Gegend von Butscha, etwa 20 Kilometer nördlich von Kiew. Die vorübergehend von den Russen besetzte Stadt hat traurige Berühmtheit erlangt. Die feindliche Soldateska verübte Massaker, die vom internationalen Strafgerichtshof untersucht werden. Zu Kriegsbeginn wurden Anastasiia und ihre Familie Zeugen, wie Häuser in der Nachbarschaft beschossen wurden und in Flammen aufgingen. „Vielleicht ist unser Haus das nächste Ziel“, fürchtete sie.

Nach Flucht aus Ukraine: Ukrainerin schließt sich Liederkranz in Höchstadt an

Jetzt hat sie Fotos von der Ruine auf dem Handy. Rechtzeitig setzte sie sich zusammen mit ihrer Schwägerin und ihren Kindern ins Auto und machte sich gen Westen auf. Nach vier Tagen im Auto, in ewigen Staus und mitten im Chaos der Massenflucht, kamen sie am 12. März 2022 nach Deutschland. Höchstadt steuerten sie an, weil in der Gegend entfernte Verwandte wohnen. Neben dem Integrationskurs war es die Musik, mit der Yanovska hier Fuß fasste.

Sie schloss sich dem Höchstadter Liederkranz an. Mit dem Chorleiter Johannes Först tat sie sich zu einem Duo zusammen, beide sind auch Teil der Formation „Klangfreunde“. Sie werden am Samstagnachmittag ebenso zu hören sein wie der Liederkranz Höchstadt, der Kirchenchor aus Ulsenheim und das Saxofon-Quartett „Four Sax“ aus Gutenstetten.

Spenden des Benefizkonzerts in Höchstadt kommen Hilfsaktion in Ukraine zu Gute

Alle Künstler treten ohne Gage auf. Spenden werden gerne angenommen und gehen, ebenso wie die Erlöse aus dem Verkauf von Erfrischungen, Kaffee und Kuchen zu 100 Prozent an die Hilfsaktion. Damit werden Hilfsgüter für die Ukraine finanziert. Im Rahmen der Veranstaltung ist von einem jungen Höchstadter Helfer auch ein Erlebnisbericht aus den umkämpften Ortschaften in der Ukraine zu hören.

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