Interview
Seit 100 Tagen Vorstand Sport der Turnerschaft
Manfred Schmidt ist Vorstand Sport in der Turnerschaft.
Manfred Schmidt ist Vorstand Sport in der Turnerschaft.
Foto: Gitti Dassler
Herzogenaurach – Als Manfred Schmidt nach Herzogenaurach kam, fühlte er sich lange fremd. Durch sein Engagement im Verein ist er heimisch geworden.

Manfred Schmidt wurde in der Jahreshauptversammlung im April als Vorstand Sport der Turnerschaft Herzogenaurach gewählt. Er ist schon über 25 Jahre Mitglied und hatte in der Leichtathletikabteilung diverse Ämter begleitet wie Wettkampfrichter und Trainer. Jetzt hat er die ersten 100 Tage als Vorstand Sport hinter sich. Und wie fühlt sich das für ihn an?

Was schätzen Sie an der Turnerschaft im Besonderen? Manfred Schmidt: Für mich ist die Turnerschaft ein sehr wichtiger Baustein zur Integration von Menschen jeglichen Alters oder Herkunft in unser schönes Herzogenaurach. Ich kann dies auch mit meiner persönlichen Erfahrung untermauern. Als ich 1991 mit meiner Familie von einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt nach Herzogenaurach kam, war Herzogenaurach praktisch nur meine Schlafstätte, da ich berufsbedingt sehr viel in der Welt unterwegs war.

Meinen Sie damit, dass Sie eigentlich ein Fremder in Herzogenaurach waren? Genau das! In den ersten Jahren hatte ich nur sehr wenige Kontakte in Herzogenaurach, bis meine drei Töchter nach und nach in die Turnerschaft eintraten – anfänglich beim Kinderturnen und später bei der Leichtathletik. Die Leichtathletik Abteilung kam aktiv auf mich zu, ob ich nicht auch Aufgaben übernehmen wollte.

Und wie haben Sie darauf reagiert? Ich übernahm sehr gerne meine ersten Aufgaben und damit begann meine „persönliche Integration“ in Herzogenaurach. Auf einmal kannte und grüßte ich immer mehr Menschen, wenn ich in der Stadt unterwegs war.

Gibt es etwas bei der Turnerschaft, das Sie als „einzigartig“ empfinden? Ja, das gibt es ganz bestimmt! Wir haben in Herzogenaurach viele großartige Vereine, die alle hervorragende Arbeit leisten, aber es gibt nur einen Verein, der so viele unterschiedliche Abteilungen bzw. Interessen unter einem Dach verbindet.

Was meinen Sie dabei im Speziellen? Können Sie dies ein bisschen näher erläutern? Die Turnerschaft bietet für Menschen jeglichen Alters eine ideale Anlaufstelle, um sich sportlich zu betätigen. Dies beginnt schon bei den Allerkleinsten mit dem Mutter-Kind Turnen, wo die Kleinen sowohl Sport als auch Spiel in der Gemeinschaft erfahren. Besonders nach der langen Corona-Pause ist das heute wichtiger denn je, dass unsere Kleinsten diese Erfahrungen machen können.

Neben den diversen Abteilungen kann man bei der Turnerschaft ja auch noch andere Aktivitäten durchführen – können Sie einmal ein paar davon vorstellen? Wir bieten zum Beispiel schon seit vielen Jahren Reha-Sport an. Die Mitglieder dieser sogenannten Herzsportgruppe hatten zumeist einen Herzinfarkt, Bypass- oder Herzklappenoperation oder einen Herzschrittmacher – das Alter spielt hier keine Rolle.

Hier lernen Sie unter Aufsicht unseres Diplomsportlehrers Peter Müller, wie Sie durch Bewegung in der Gruppe stärker werden.

So eine große Anlage wie die Turnerschaft sie hat, muss ja auch kontinuierlich gewartet werden. Dazu haben wir ein unser eigenes, hoch motiviertes „Kompetenz-Team“, das auf ehrenamtlicher Basis unsere Anlage in Schuss hält – rüstige Rentnerinnen und Rentner sind dort jederzeit als neue Mitglieder willkommen.

 

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