Der ATSV Erlangen und der FC Eintracht Bamberg boten am Dienstagabend im Nachholspiel ein temporeiches Bayernliga-Derby, das teils mit hoher Intensität geführt wurde, aber auch zwangsläufig zu vielen Fehlern führte. So kamen insgesamt sechs Tore zustande, die sich gleichmäßig auf die beiden Mannschaften verteilten.
Bayernliga Nord, 12. Spieltag
ATSV Erlangen - FC Eintracht Bamberg 3:3 (1:1)
Das Derby zwischen den beiden fränkischen Mannschaften war von Beginn an von hohem Tempo geprägt, beide Teams bemühten sich um spielerische Lösungen in der Offensive. Den ersten Schuss gaben vor 220 Zuschauern die Gäste aus Bamberg ab, doch es blieb nur beim ersten Herantasten. Ansonsten bestimmten vor allem Fehler im Spielaufbau das Geschehen auf dem Platz.
Kein Team konnte sich wirkliche Vorteile erarbeiten, so fiel das 1:0 für die Hausherren in der 15. Minute auch etwas überraschend. Nach einem Zuspiel von Florian Markert stand Tanyel Deliboyraz in der Mitte einschussbereit und brachte den ATSV in Führung. Die Bamberger versuchten nun, zwingender in der Offensive zu werden. Doch stattdessen hätten die Hausherren fast in Person von Markert noch erhöht.
Eintracht Bamberg schlägt zweimal eiskalt zu
Es war dann ein Eckball, der den Ausgleich brachte: Paul Kraußold verlängerte die Hereingabe, und am zweiten Pfosten musste Robin Zeitler nur noch einnicken (24.). Es sollte die vorletzte echte Torchance im ersten Abschnitt sein, da beide Mannschaften immer wieder Fehler im Spielaufbau einstreuten. Der ATSV kam in Minute 36 noch einmal zu einem Torschuss nach einer Einzelaktion von Lucas Markert, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. So ging es mit einem 1:1-Unentschieden zurück in die Kabinen.
Der zweite Durchgang begann gleich mit einem Paukenschlag: Domreiter Andreas Pfahlmann zog in zentraler Position einfach mal ab, und sein Ball zappelte zur 2:1-Führung für die Gäste im Netz (47.). Diese Führung hielt aber nur für sieben Minuten, dann schlugen die Gastgeber nach einem Freistoß von der linken Seite wieder zu. Die Flanke ging durch zum zweiten Pfosten, wo Florian Markert frei stand - 2:2.
Der nächste gefällige Angriff der Hausherren brachte sie dann wieder in Führung: Die Erlanger passten den Ball quer durch das Mittelfeld auf den linken Flügel, von dort wurde die Kugel flach und scharf ins Zentrum gepasst, und am Ende schob Dior Zabergja das Leder überlegt zum 3:2 ins lange Eck. Nun warteten alle auf die Reaktion des letztjährigen Regionalligisten aus Bamberg.
ATSV Erlangen rettet den Punkt in der Schlussphase
Und tatsächlich machte die Elf von Trainer Jan Gernlein in den letzten 20 Spielminuten ordentlich Druck und gewann die Überhand. Doch die Erlanger Defensive stand gut gestaffelt und ließ weiterhin keine zwingenden Torchancen zu. Das Spiel nahm zudem an Härte zu, in den letzten zwölf Minuten verteilte Schiedsrichter David Kern fünf gelbe Karten - darunter eine an FCE-Co-Trainer Alexander Grau.
In der 81. Minute fanden die Bamberger schließlich die entscheidende Lücke. Sie spielten sich über rechts bis auf die Grundlinie durch, von wo der Ball flach und scharf ins Zentrum gespielt wurde. Der Schuss des gerade eingewechselten Timm Strasser konnte von einem Erlanger Verteidiger nicht mehr von der Linie gekratzt werden, und so stand es 3:3.
In der Schlussphase waren die Erlanger vor allem auf Ergebnissicherung bedacht, während die Bamberger spürbar noch den Sieg wollten. Kurz nach Anbruch der Nachspielzeit forderten die Gäste vehement einen Foulelfmeter nach einem Zweikampf, doch die Pfeife von Schiri Kern blieb stumm. Es sollte aus Sicht des FCE keinen Lucky Punch mehr geben - beide Teams trennten sich leistungsgerecht mit 3:3.
Die Statistik zum Spiel
ATSV Erlangen: Agyekum - Spies, Rizai, Ott, F. Markert, Deliboyraz (90. Vierengel), Ayvaz, Rexhepi, Zabergja (79. Owusu), Stielke, L. Markert
FC Eintracht Bamberg: Willert - Pfahlmann (76. Lange), Kraußold (72. Leistner), Linz, Schmitt (66. Schneider), Reischmann, Nüßlein, Zeitler, Kettler, Zietsch (79. Strasser), Hartwig
Schiedsrichter: David Kern
Tore: 1:0 Deliboyraz (15.), 1:1 Zeitler (24.), 1:2 Pfahlmann (47.), 2:2 F. Markert (54.), 3:2 Zabergja (68.), 3:3 Strasser (81.)
Zuschauer: 220









