Ektase pur! Die ist vor allem David Raum ins Gesicht geschrieben. Niclas Füllkrug hatte Sekunden vorher das 1:1 gegen die Schweiz geköpft. Nach Vorlage von Raum. Der schreit, rennt am jubelnden Pulk vorbei, tritt vor Freude gegen die Bande. „Ich selbst bin total eskaliert. Das war ein Moment, den ich mir immer vorgestellt hatte. Das hat uns als Mannschaft gepusht“, sagt der gebürtige Nürnberger. Die Szene ist schon ein paar Tage alt. Sie hallt immer noch nach.
David Raum: Gespräch in Herzogenaurach
David Raum lächelt, als er das einer kleinen Journalistenrunde am Home Ground erzählt. Der 26-Jährige trägt Badelatschen, weiße Tennissocken bis über die Knöchel und eine für ihn typische Basecap. Schirm nach hinten, versteht sich. Seine Arme und Beine: voller Tattoos. Aber keine Mückenstiche. Die „abartige Mückenplage“ (O-Ton Julian Nagelsmann) macht aktuell so manchem im deutschen Camp zu schaffen. Raum aber nicht.
„Wir haben hier superliebe Mitarbeiterinnen am Home Ground. Die haben so kleine Schalen aufgestellt. Aus denen kommt ein bisschen Rauch. Das hält die Mücken fern“, sagt er. „Die Mücken sind aber normal. Ich freue mich über die Sonne, die Hitze, das gute Wetter – auch abends noch. Das ist wie im Urlaub.“
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Sightseeing durch fränkische Heimat
Den Wochenbeginn hatten die Spieler frei, Familien waren im Base Camp. Raum nutzte die Gelegenheit und sah sich seine alte Heimat Nürnberg zusammen mit Verteidigerkollege Robin Koch und dessen Freundin an.
„Zu den beiden habe ich gesagt: ,Ich bin euer Reisebegleiter. Wir haben ein bisschen im Café gesessen, ich habe ihnen die Altstadt gezeigt. Da haben sie sich gefreut. Robin hat schon erzählt, dass seine Eltern aus Bamberg kommen. Wir haben ein bisschen darüber geredet“, erzählt Raum.
Zwei Freunde: David Raum und Robin Koch
Die Verbindung der beiden Nationalmannschaftskollegen kommt aber nicht allein durch Franken zustande. „Mit Robin verstehe ich mich sehr gut. Es ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse, einfach cool“, sagt Raum.
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Auch für Raum persönlich war die Rückkehr nach Nürnberg besonders. Dort wurde er fußballerisch groß, kickte erst für Tuspo, wechselte später zur SpVgg Greuther Fürth. „Ich war lange nicht mehr hier“, sagt Raum.
Und trotzdem: Franken bleibt für ihn etwas Besonderes. „Die Verbindung ist noch da. Ich habe meine Familie hier. Selbst habe ich lange in Nürnberg und in Fürth gelebt. Als ich aus der U19 von Greuther Fürth gekommen bin, habe ich kurz hier in Herzogenaurach gejobbt. Das war sogar bei Adidas“, verrät Raum.
„Deswegen ist für mich der Weg hier her, das Gelände, alles hier ein Stück weit mit Heimat verbunden. Während des Turniers denke ich nicht immer so intensiv daran“, sagt Raum. „Aber ich finde es cool und höre es immer wieder, wenn die Leute ihren fränkischen Akzent rauslassen. Dann weiß ich: Ich bin in der Nähe meiner Heimat.“
Fränkische Familie: David Raum
Nicht nur in Nürnberg hat David Raum Familie, auch in Ebern. Dort wohnen die Großeltern Hans und Rosi Elflein. „Ich versuche immer mal wieder durchzurufen. Sie schauen all' meine Spiele. Aber nicht nur meine Großeltern, sondern auch meine Tante, meine Cousine. Sie sind mega stolz“, sagt Raum.
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„Wenn wir telefonieren, freuen sie sich mega darüber. Sie wissen, dass ich an sie denke. Und ich weiß, sie denken immer an mich. Wenn es zeitlich dann einmal dazukommt, besuche ich sie gerne. Es ist eine enge Verbundenheit. Ich bin als Kind immer sehr oft bei meinen Großeltern gewesen. Und aus Leipzig ist es gar nicht so weit.“
David Raum: Startelf-Einsatz im Achtelfinale?
Über Hoffenheim ist Raum bei RB zu einem gestandenen Bundesliga-Profi gereift – und mittlerweile zum Nationalspieler avanciert, der eine entscheidende Rolle spielen kann. Das zeigte spätestens die Ausgleichs-Vorlage gegen die Schweiz. „Jeder, der nicht in die Startelf will, wäre hier falsch“, sagt Raum. „Ich kannte vor dem Turnier aber auch meine Rolle. Ich glaube, die habe ich im letzten Spiel ganz gut umgesetzt.“
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Für seine Positionskonkurrenten Maxi Mittelstädt hat Raum nur lobende Worte übrig. „Ansprüche stelle ich keine. Ich versuche einfach, mich mit Leistungen aufzudrängen. Am Ende entscheidet dann der Trainer.“













