0
Neue Aussage zum Wellnesshotel
Emotional: Fischkals letzter Neujahrsempfang in Adelsdorf
Im Trauzimmer des Schlosses in Adelsdorf sprach Bürgermeister Karsten Fischkal (rechts) beim Neujahrsempfang zu den Gästen.
Im Trauzimmer des Schlosses in Adelsdorf sprach Bürgermeister Karsten Fischkal (rechts) beim Neujahrsempfang zu den Gästen. // Johanna Blum
Adelsdorf – Einen emotionalen Nachmittag erlebt Karsten Fischkal beim Neujahrsempfang in Adelsdorf. Zum letzten Mal steht er als Bürgermeister vor der Gemeinde. Ein Ärgernis wird auch 2026 unverändert bleiben.

Da die Aischgrundhalle noch nicht nutzbar ist, hatte Bürgermeister Karsten Fischkal zu einem kleinen Neujahrsempfang ins Schloss geladen. Er begrüßte die Gemeinderäte mit Partner, die Kommandanten der drei Feuerwehren, Altbürgermeister Armin Goß, Pfarrer Thomas Ringer und nicht zu vergessen Christkind und Engelchen. Es war eine Neujahrsansprache mit besonderem Gewicht.

Bürgermeister Adelsdorf: Fischkals letzter Neujahresempfang

Nicht, weil sie lauter oder emotionaler war als andere, sondern weil sie zeigte, dass eine Gemeinde wie Adelsdorf immer in Bewegung bleiben muss, um erfolgreich zu sein. „Vieles, was ich heute anspreche, geschieht für mich zum letzten Mal in meiner Funktion als amtierender Erster Bürgermeister“, erklärte Fischkal zu Beginn. Der Jahresrückblick erfolgte bewusst sachlich und konzentrierte sich auf die zentralen Themen, Projekte und Entscheidungen, welche die Gemeinde im Jahr 2025 geprägt haben. Einen besonderen Schwerpunkt legte Fischkal auf den Klimaschutz und die Energiepolitik der Gemeinde.

Lob für Klimaschutz bei Neujahrsempfang in Adelsdorf

Adelsdorf sei heute nachweislich Klimaschutzgemeinde und habe das Ziel erreicht, ein Bioenergiedorf zu werden. „Nicht auf dem Papier, sondern messbar und überprüfbar“, betonte er. Diese Entwicklung sei das Ergebnis konsequenter politischer Entscheidungen und einer langjährigen Zusammenarbeit. „Andere reden über Klimaschutz – wir handeln.“ Die Gründung der Gemeindewerke sei dabei ein zentraler Meilenstein gewesen.

Geplantes Wellnesshotel als prägendes Thema

Ein prägendes Thema des Jahres 2025 war und ist das geplante Wellnesshotel. Fischkal bekräftigte seine Haltung zu dem Projekt und verwies auf die Bedeutung von Investitionen für die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Region. „Früher war man stolz, wenn jemand investieren wollte. Heute muss sich ein Investor rechtfertigen. Ist das der richtige Weg?“, argumentierte er nachdenklich. Das mit den Gegnern des Projekts abgesprochene und durchgeführte Ratsbegehren habe eindeutig  die Fortführung der Planung bestätigt.

Dieses Votum sei ein demokratisch legitimierter Auftrag, „den man respektieren muss, auch wenn man persönlich anderer Meinung ist“. Kritik an einer angeblich fehlenden Neutralität wies er deutlich zurück. „Meine Aufgabe ist es nicht, nichts zu sagen. Meine Aufgabe ist es, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen“, erklärte er. Neutralität bedeute einen fairen Umgang, nicht jedoch Meinungslosigkeit. Ende des Monats gehen die Gespräche mit den übergeordneten Behörden weiter. 

Andere Themen waren die medizinische Versorgung, insbesondere der Generationenwechsel in der hausärztlichen Betreuung, der Aufbau einer Kurzzeitpflege im Haus der Gesundheit sowie Investitionen in Einrichtungen und Infrastruktur. Die Sanierung der Aischgrundhalle, Maßnahmen im Ortsbild, Fortschritte im Naturschutz und im öffentlichen Nahverkehr wurden ebenso angesprochen wie die weiterhin belastende Situation des Schulschwimmbads nach dem Brand. „Dass unsere Kinder dieses Bad so lange nicht nutzen können, tut mir selbst sehr weh“, erklärte er. Im Bereich Kinder, Familie und Betreuung hob er die Einweihung der Kindertagesstätte St. Theresia in Aisch hervor.

2025: Gebühren für Kindergarten in Adelsdorf steigen

Gleichzeitig sprach er offen über die notwendige Anpassung der Kindergartengebühren. „Das war kein leichter Schritt, aber Verantwortung heißt auch, unbequeme Entscheidungen auszuhalten.“ Im Bereich Sicherheit verwies er auf die Indienststellung neuer Feuerwehrfahrzeuge in Aisch und Neuhaus sowie auf den gefassten Grundsatzbeschluss für den Neubau der Feuerwehr Adelsdorf. Finanzpolitisch hob er hervor, dass die Gemeinde als erste im Landkreis den Haushalt 2026 beschlossen habe.

„Ja, wir mussten auch Kredite aufnehmen. Aber ich weiß, was mit dem Geld gemacht wurde und wird, und das hat unserer Gemeinde gutgetan“, betonte er. Der Haushalt sei genehmigungsfähig und sichere die weitere Handlungsfähigkeit der Kommune. Neben Infrastruktur und Finanzen würdigte Fischkal ausdrücklich das vielfältige Vereinsleben, kulturelle Veranstaltungen, Jubiläen sowie die gewachsenen Partnerschaften mit Gemeinden in Italien und Österreich. „Aus Partnerschaften sind echte Freundschaften geworden“, betonte er stolz.

Wahlkampf für Kommunalwahl in Adelsdorf verläuft sachlich 

Zum Abschluss ging er auch auf persönliche Entscheidungen ein. Die Ankündigung vom 8. März 2025, nicht erneut für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, sei eine bewusste Entscheidung nach vielen Jahren Verantwortung in einer aufstrebenden Gemeinde gewesen. Der laufende Wahlkampf verlaufe sachlich, was für das künftige Miteinander im Adelsdorfer Gemeinderat von großer Bedeutung sei. Mit Blick auf die kommenden Jahre betonte er, dass die Gemeinde gut aufgestellt sei.

„Stillstand wird es nicht geben. Entscheidend ist, dass man auch künftig bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und mutig zu bleiben“, betonte er in Richtung der Bürgermeisterkandidaten. Sachliche Diskussionen, klare Prioritäten und der Wille zur Gestaltung seien dafür unverzichtbar. Abschließend dankte Bürgermeister Karsten Fischkal den Bürgern für das Vertrauen während seiner 18-jährigen Amtszeit und wünschte der Gemeinde ein gesundes, zufriedenes und spannendes Jahr 2026. Mit einem Umtrunk und guten Gesprächen endete der Nachmittag.

Inhalt teilen
  • kopiert!