Ob Köln, Hamburg oder Berlin: In größeren Städten sind Paraden zum Christopher-Street-Day, die für die Gleichberechtigung von queeren Menschen demonstrieren, längst gang und gäbe. Auch in Erlangen nahmen im vergangenen Jahr rund 2500 Menschen am CSD teil, viele in bunten Outfits und mit Regenbogenflagge ausgestattet.
Doch in diesem Jahr kommt zum CSD-Kalender noch ein Termin hinzu: Zum allerersten Mal soll in Herzogenaurach am 27. September, also genau eine Woche nach dem Termin in Erlangen, ein eigener CSD stattfinden.
Erster CSD in Herzogenaurach: Planungen laufen seit Monaten
Schon seit einigen Monaten ist ein Team von rund acht Personen dabei, die Veranstaltung zu planen, wie eine der Organisatorinnen und Organisatoren berichtet. Auch einen Verein wolle die Gruppe „Pride Herzo“ bald gründen, sagt Jana Kröber.
Auch wenn im benachbarten Erlangen jährlich ein großer CSD stattfindet, sehen Kröber und ihre Bekannten den Bedarf auch in Herzogenaurach. „Wir haben einige queere Leute in Herzogenaurach und es ist einfach schade, wenn man immer nach Erlangen oder Nürnberg fahren muss“, so Kröber.
Um 13 Uhr soll das Programm am CSD-Samstag im September beginnen. „Es wird ein paar Reden am Marktplatz geben und es sind Musikeinlagen geplant“, erzählt Kröber. Danach sei ein Demozug durch die Innenstadt geplant. „Ab 15 Uhr gibt es dann ein Straßenfest in der Fußgängerzone. Es wird Stände von verschiedenen Organisationen und Parteien geben und eine Bühne.“
Organisationen wie Kirche und Bücherladen nehmen teil
Unter anderem die evangelische Kirche, die Organisation „Omas gegen Rechts“, das „Radio Z“ aus Nürnberg oder die AIDS-Hilfe Nürnberg-Fürth sollen dabei sein, aber auch Geschäfte und Initiativen direkt aus Herzogenaurach, wie „Bücher, Medien und mehr“ oder der „Runde Tisch Demokratie bewahren“. Auch die SPD, die Grüne und die Linke zählen zu den Unterstützern der Veranstaltung.
Dass die Initiative direkt so viele Teilnehmer gefunden hat, freut die Organisatorinnen und Organisatoren besonders. „Es ist schön, dass die Bereitschaft da war“, sagt Körber. Das zeige auch, dass das Thema Relevanz habe. Diese Bereitschaft zeige sich in Herzogenaurach aber auch daran, dass beispielsweise die Sportartikelhersteller Adidas und Puma regelmäßig die bunten Pride-Flaggen vor ihren Firmen-Hauptsitzen aufhängen.
Bürgermeister Hacker: Toleranz bei Firmen wie Adidas und Puma
Auch Bürgermeister German Hacker wird, wie er auf Nachfrage von fränkischertag.de bestätigt, einige Begrüßungsworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CSD richten. „Ich verstehe den CSD als Aufruf zur Toleranz“, erklärt er. Als solchen unterstütze er die Aktion. „Das ist Inhalt unseres Grundgesetzes, die Gleichberechtigung von Menschen frei von religiöser Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung. Das drückt man damit aus.“
Hacker verweist ebenfalls auf die Regenbogenflaggen bei Puma und Adidas. „Das ist eine Besonderheit in Herzogenaurach. Es ist ein schönes Zeichen, wenn Unternehmen das schon so intus haben. Das passt zum Standort“, so der Bürgermeister.
Aktuell informieren die Organisatoren auf Instagram über den Termin und die laufenden Planungen. Dazu zählen zum Beispiel Hinweise auf die offenen Orgatreffen im Jugendhaus Rabatz. „Da kommen beispielsweise auch oft Leute von anderen Organisationen, die mehr Erfahrung mit Veranstaltungen haben und uns noch helfen können“, erklärt Kröber.
Unterstützung durch Jugendhaus Rabatz
Das Rabatz hingegen stellt die Räume kostenlos zur Verfügung, um die Initiative zu unterstützen, wie Daniel Birk, die pädagogische Leitung des Jugendhauses, erklärt. „Das Jugendhaus Rabatz steht jeher für ein vielfältiges, offenes und demokratisches Miteinander. In unseren Räumen leben wir Diversität und dulden weder Hetze noch Gewalt“, sagt Birk. „Insofern ist es für uns – die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen sowie unsere zahlreichen Ehrenamtlichen – eine Selbstverständlichkeit, den CSD in Herzogenaurach tatkräftig zu unterstützen. Durch geschlechtssensible Angebote und Aktionen begleiten wir den CSD in unserem Programm und setzen ein Zeichen für Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung.“
Genaue Schätzungen zur Teilnehmerzahl kann das Team von Pride Herzo noch nicht abgeben, immerhin findet die Veranstaltung in diesem Jahr zum ersten Mal statt. „Aber wir haben auf Instagram schon eine gute Reichweite und es ist praktisch, dass der CSD in Erlangen genau eine Woche vorher stattfindet, da können wir auch noch ein bisschen Werbung machen“, sagt Kröber. „Wir hoffen auf 200 bis 300 Personen.“















