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Jahrhunderte alte Tradition
Wie Feldgeschworene Grenzen sichern und hüten
Der Liederkranz Höchstadt sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente während des Abends im Schlossgewölbe in Höchstadt.
Gut gelaunte Feldgeschworene auf dem Weg nach Buch: Tim Scheppe, Obmann Benno Dausch und Michael Auer (vorne, von links). // Britta Schnake
Neuhaus – Seit mehr als 700 Jahren gibt es Feldgeschworene. In Adelsdorf gehen sie zusammen mit dem Bürgermeister traditionell die Grenzen ab und wahren dabei ein wichtiges Geheimnis.

Bis in das 14. Jahrhundert reicht es zurück, das Amt des Feldgeschworenen. Es ist somit eines der ältesten Ämter überhaupt. Ein einwandfreier Leumund ist dabei Grundvoraussetzung. Feldgeschworene wirken mit bei der Abmarkung der Grundstücke und der Erhaltung der Grenzzeichen in Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt.

Feldgeschworene auf Grenzbegehung in Adelsdorf

15 mal 15 mal 70 Zentimeter groß ist so ein Grenzstein und aus Granit, wie Heinrich Brehm, Obmann von Adelsdorf, Aisch, Uttstadt und Nainsdorf erläutert: „Fast bodeneben werden sie gesetzt, vielleicht zwei bis drei Zentimeter drüber.“ Will ein Besitzer seine Grenze wissen, wendet er sich ans Vermessungsamt. Zusammen mit zwei Feldgeschworenen werden dann die Grenzzeichen überprüft und gesetzt. Unter den Grenzzeichen verstecken die Feldgeschworenen geheime Zeichen. Das sogenannte „Siebenergeheimnis“.

Aufwandsentschädigung für Feldgeschworene

15 Euro pro Stunde erhält der Obmann als Aufwandsentschädigung nach Anwesenheitszeit, 14,50 Euro gehen an die Feldgeschworenen. Dies gilt aber nicht nur innerorts, sondern auch in Wald und Flur. Einmal im Jahr findet in der 32 Quadratkilometer großen Gemeinde Adelsdorf eine Grenzbegehung statt. Jährlich wechselnd werden die vier Bereiche der Gemeinde, nämlich Neuhaus (Obmann Benno Dausch), Heppstädt/Wiesendorf (Obmann Konrad Dellermann), Lauf/Weppersdorf (Obmann Egid Dobeneck) sowie Adelsdorf (Obmann Heinrich Brehm) von den Feldgeschworenen, dem Bürgermeister sowie Gemeinderäten begangen.

Wenn Bürgermeister Karsten Fischkal den „Heiner“ (Obmann Brehm) anruft, weiß er, woran er ist. Brehm hat bereits 30 Jahre sein Amt inne. „Ich bin dem Heiner dankbar, dass er sich drum kümmert, um die Grenzbegehungen und um die Ehrungen“, sagt Bürgermeister Fischkal. Heuer war Neuhaus dran. Seit zwei Jahren hat Benno Dausch das Amt des Obmanns der Neuhauser „Siebener“ inne.

Feldgeschworene am Fischereimuseum Neuhaus

Für die Begehung hat er eine Strecke von etwa sieben bis acht Kilometer herausgesucht, welche teilweise an der Gemarkungsgrenze entlangläuft. „Der exakte Grenzverlauf kann nicht abgelaufen werden“, erläutert er. Los geht es am Neuhauser Fischereimuseum in Richtung Buch, vorbei am Kirchenweiher, dem Neuhauser Neubaugebiet „Schwabenleite“ und am Solarpark. Genau an der Grenze stehend, packt Fischkal eine Flasche regionalen Zwetschgenschnaps aus. „Die berühmte Flasche Schnaps ist eine Tradition, die sollte man beibehalten“, erklärt er und verteilt kleine Schnapsgläschen.

Tim Scheppe obliegt die gerechte Verteilung des Traditionsschnapses. Kurz darauf kommt dem Trupp Willi Wahl entgegen, der mit seinen beiden Ziegen „Heidi“ und „Klara“ seine tägliche Gassirunde dreht. Ein Anblick, den man wohl eher selten zu sehen bekommt. Weiter geht’s am Krötenweiher vorbei über den Radweg, der direkt an der Kreisstraße endet. Eine Gefahrenstelle, welche auf der Gemarkung Gremsdorf liegt, wie Fischkal erläutert.

Stau auf der A3 bei Adelsdorf

Vorbei an der A3, wo sich der Verkehr mal wieder staut, am kleinen und großen Brandweiher bis zum Drei-Länder-Eck, dem Punkt an welchem die Grenzen der Gemarkungen Neuhaus, Hannberg und Hesselberg aufeinandertreffen. Tatsächlich ist auch Röttenbach so nah, dass man fast vom Vier-Länder-Eck sprechen könnte. „Es geht einfach darum, ein Gefühl zu kriegen, wo verläuft die Grenze“, erklärt Fischkal.

Scheppe lässt die Flasche ein letztes Mal herumgehen. Die Begehung klingt mit einem Essen im Landgasthaus Schmidt aus. Ein kleines Dankeschön für die wichtige Arbeit, welche die Feldgeschworenen seit dem 14. Jahrhundert leisten.

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