Zufrieden, aber auch etwas erschöpft, kamen vor kurzem zwei Adelsdorfer aus München zurück. Sie waren täglich auf der Wiesn, aber nicht als Gäste, sondern als eifrige „Mitarbeiter“. Vor zwei Jahren wurde der Traum des in Adelsdorf beliebten und bekannten Metzgers und Caterers Harry Kraus Wirklichkeit: Einmal auf dem Oktoberfest dabei sein – aber nicht als Besucher, sondern als Mitarbeiter in einem der Festzelte. Dieses Jahr war er nun zum dritten Mal dabei und hatte sogar Fabio Freiberg, einen Adelsdorfer Kollegen, mit ins Boot genommen.
Metzger aus Adelsdorf arbeitete bei Oktoberfest in München
Das Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese startete am 21. September und endete am 6. Oktober. „Ich bin damals zu dem Job in einem der größeren Zelte mit der größten Küche – der Ochsenbraterei − auf der Wiesn über Beziehungen gekommen“, strahlt Harry. Natürlich hat er heuer wieder lange vorher angefragt und es hat nun schon zum dritten Mal geklappt. „Am Freitag vor Beginn der Wiesn mussten wir antreten und wurden genau eingewiesen,“ erklärt er.
Beef Tartar bei Oktoberfest 2024
Immerhin arbeiten im Ochsenzelt 250 Bedienungen, 122 Leute stehen in der Küche, 29 Musiker sorgen für die gute Stimmung, 65 Ordner kontrollieren unentwegt alles, was im Zelt passiert, vier Personen sind im Magazin tätig, 20 in den Schenken und 15 Personen arbeiten in der Verwaltung – eine enorme Zahl. „Zum Aufgeregtsein beim Einweisen blieb uns beiden gar keine Zeit“, erzählt Harry. „Ich bin diesmal in der fünften Gasse – der Hähnchengasse − tätig, wo sich auf acht Grills gleichzeitig die Hähnchen drehen. 320 Hähnchen braten auf einmal und pro Tag werden zwischen 2500 und 3000 Hendl verkauft.“
Fabian Freiberg ist gelernter Koch und freute sich, diesmal auch dabei sein zu können. Er war in verschiedenen Gassen eingesetzt, angefangen von der Vorbereitung der Schweinebraten über die kalte Küche bis zur Zubereitung von Kaiserschmarrn. Die sechs „Gassen“ sind in diverse Speisen unterteilt: Gasse 1: Kalte Küche wie Brotzeitbretter, Beef Tatar und mehr; Gasse 2: Vegane Küche, Dessert, Süßspeisen, Suppen; Gasse 3: Filet, Käsespätzle, Gulasch, Rinderbackerl, Weißwürste, Kindergerichte; Gasse 4: Schweinebraten, Ochsenbratwurst, Schweinswürstl; Gasse 5: Hähnchen, Haxen; Gasse 6: Ochsenbraten, Rinder Hochrippe, Ochsensemmel. Der Arbeitstag der beiden Adelsdorfer sah folgendermaßen aus: Angefangen wurde zwischen acht und zehn Uhr.
Bürgermeister Karsten Fischkal besucht Oktoberfest 2024
Als Erstes mussten alle Soßen und Beilagen gerichtet und zubereitet werden. Um zehn Uhr wurde das Zelt und die Küche geöffnet und von da an wurden die Gäste pausenlos bis 22 Uhr mit Speisen versorgt. „Natürlich gab es für uns kurze Verschnaufpausen dazwischen.“ Auf die Frage, ob es denn anstrengend sei, antwortete Harry: „Ja es ist echt sehr anstrengend, die Mengen an Speisen zu produzieren und alles sofort an die wartenden Kellner auszugeben.“
Aber die Wiesenzeit habe sich für beide auf jeden Fall wieder gelohnt. „Alleine die Erfahrung solche Mengen zu bewerkstelligen, dann ein Teil der Organisation des Ganzen zu sein, aber vor allem viele nette Menschen und Kollegen kennenzulernen – das war schon immer fantastisch und ein wirklich super Erlebnis – und der Grund wieder zu kommen“, schwärmt er. Besonders freuten sich die Adelsdorfer über das Treffen mit Bürgermeister Karsten Fischkal im Zelt der Ochsenbraterei. „Er war mit Freunden zum Essen dort und hat nach uns gefragt“, verriet er dem FT. Gerne sind Harry und auch Fabio nächstes Jahr beim 190. Oktoberfest wieder dabei.
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