Als eine der ersten Kommunen präsentierte Adelsdorf in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen beschlussfähigen Haushalt für das kommende Jahr. Kämmerer Jonas Geier prophezeite dabei einen positiven Ergebnishaushalt mit einem Jahresergebnis von 2,9 Millionen Euro für 2026, 3,4 Millionen für 2027 und 3,6 Millionen für 2028, resultierend aus Grundstücksverkäufen und Steuereinnahmen. 2029 seien es dann immerhin noch 921.000 Euro.
Gemeinderat Adelsdorf beschließt Haushalt für das Jahr 2026
Der Finanzhaushalt wird 2026 mit einem Minus von 1,07 Millionen Euro angegeben, für 2027 sei ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwarten, in den Folgejahren gar ein positives mit 71.800 Euro für 2028 und 765.200 Euro für 2029. Investiert wird auch im kommenden Jahr in die Generalsanierung des Oberdorfs. Geplant ist auch ein Neubau für die Feuerwehr in Adelsdorf, welcher 2026 mit gut einer Million Euro zu Buche schlagen wird und auch in den Folgejahren spürbare Löcher ins Budget reißen wird. Ferner soll in die Ertüchtigung der Kläranlage, in die Schulschwimmhalle und den Hochbehälter in Aisch investiert werden.
Kommunen: Staatliche Ausgaben machen der Gemeinde Adelsdorf zu schaffen
Geier präsentierte anschaulich die Entwicklung der Personalkosten, welche sich 2016 noch auf 1,1 Millionen beliefen, 2026 hingegen auf 6,7 Millionen. Mit über sechs Millionen ist auch die Kreisumlage ziemlich happig. Ein Aspekt bei Geiers Fazit ist eine drohende Verschärfung der Finanzlage der Kommunen, da immer mehr staatliche Leistungen erbracht werden müssten ohne ausreichende Gegenfinanzierung von Bund und Land. 25 Prozent der gesamtstaatlichen Ausgaben würden von den Kommunen erbracht, hierfür erhielten sie aber nur 14 Prozent der gesamtstaatlichen Steuereinnahmen.
In seiner sehr persönlichen Rede zum Haushalt ließ Bürgermeister Karsten Fischkal seine Amtszeit Revue passieren. „Wenn ich auf die Zeit seit 2008 zurückblicke, sehe ich eine Gemeinde, die sich Jahr fürJahr weiterentwickelt hat“, so Fischkal. Er berichtet über die frühzeitige Ausrichtung auf erneuerbare Energien mit der Gründung der Gemeindewerke und zeigt sich stolz, dass Adelsdorf seit letzter Woche den offiziellen Titel „Klimaschutzgemeinde“ trägt.
Tim Scheppe (FW) ging zum Haushalt auf die Personalkosten im sozialen Bereich ein und sprach dabei von einer Investition in die Zukunft. Zudem würde in die Infrastruktur und Sicherheit investiert.
Diskussion im Gemeinderat: Kritik am Haushalt der Gemeinde Adelsdorf für 2026
Kredite seien nötig, denn mit diesen würden auch Werte geschaffen. Nico Kauper (CSU) berichtete positiv über den Anstieg der Einwohnerzahl sowie der Einkommens- und Gewerbesteuern, doch wo Licht sei, da sei auch Schatten.
So bringe Wachstum auch Verpflichtungen mit sich, wie beispielsweise das Schaffen von Infrastruktur und steigenden Personalaufwand. Kerstin Auer (Grüne) hofft, dass die Nahwärme gut vorankommt, die Baugrundstücke gewinnbringend verkauft werden können und keine Katastrophen auf die Gemeinde zukommen.
Ralf Olmesdahl (ABWI) sieht einen Überprüfungsbedarf bei der Gewerbesteuer, denn hohe Investitionen bedeuteten auch eine hohe Abschreibung. Bei den Kanalgebühren hofft er, dass eine Steigerung eingebaut werde. Im Zuge der Konsolidierung solle man schauen, die Personalkosten stabil zu halten. „Der Haushalt ist kein Zustand der Selbstzufriedenheit.“
Jörg Bubel (SPD) sieht das Finanzergebnis weder für 2026 noch für die Folgejahre als gut an, nicht einmal zufriedenstellend. Als Beispiel dient ihm das Minus von 1,07 Millionen Euro für 2026. Wichtige Investitionen seien im Konsolidierungsprogramm auf unbestimmte Zeit verschoben. Unter anderem der Neubau der Schule, Sanierung des Buswendeplatzes der Schule, Gemeinschaftshaus und Räume für den Seniorenbeirat. Dies alles sei liegen geblieben. Ein wichtiger Bereich sei auch die notwendige Steigerung der Unterstützung für die Vereine. „Wir wollen ein lebenswertes, vielfältiges, soziales Land, kein kriegstüchtiges.“
Letztlich wurde der Haushalt 2026 einstimmig beschlossen.














