Die beiden Schulgebäude in Weisendorf bekommen wohl zeitnah Photovoltaikanlagen aufs Dach und Batteriespeicher in den Keller. Die Gemeinderäte haben es sich nicht leicht gemacht mit der Entscheidung.
PV aufs Dach – ja, unbedingt. Da waren sich alle einig. Aber beim Thema Batteriespeicher gingen die Meinungen stark auseinander.
Norbert Maier (Bündnis 90/Grüne) fragte als Erster nach: Rechnet sich das? Sind die von der Energieagentur Nordbayern in einer Potenzialanalyse vorgeschlagenen Speicherkapazitäten nicht überdimensioniert und damit unwirtschaftlich? Die Einspeisung des durch die PV-Anlage erzeugten Stroms sollte zum Eigenverbrauch genutzt werden, eine Einspeisung ins öffentliche Netz stellt für ihn keine Option dar.
Auch für E-Autos
Die Schule nutzt den Strom überwiegend tagsüber, aber auch abends, wenn die Vereine oder die Volkshochschule die Räumlichkeiten nutzt, wird Energie benötigt, wusste Jutta Kattner (UWG) und plädierte für die Speicherlösung. Lässt sich der Strom auch für eine öffentliche Ladesäule von E-Autos auf dem Schulgelände nutzen, fragte Ernst Rapport (Bündnis 90/Grüne) nach. Dies wurde bejaht und in dem Zusammenhang mit weiteren geplanten E-Ladesäulen (zum Beispiel Festplatz und Heidweihergraben) sollte in einem nächsten Planungsschritt ein Zuschussantrag bei N-ergie gestellt werden, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein.
Abstimmung im Weisendorfer Gemeinderat: 12:9
Nach regem Austausch der Argumente entschied der Gemeinderat dann mit 12:9 Stimmen für die PV-Anlage plus Speicher, es werden Haushaltsmittel bereitgestellt. Im nächsten Schritt sind die Dachflächen der Grundschulen I und II statisch zu prüfen, ob sie der Belastung standhalten können. Der Netzbetreiber liefert auch noch die Lastgänge des Stromverbauchs.
Die Gemeinde hofft, dass die Anlage noch in diesem Jahr installiert werden kann, sofern die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung vorliegen. Aktuell geht man von 23 kWp bei der Grundschule I und 59 kWp bei der Grundschule II aus. Mit der Energiespeicherlösung (insgesamt 70 kw) würden Investitionskosten in Höhe von 160.000 Euro entstehen.
Günther Vogel wechselt
Einer, der auch immer wieder auf die Kosten schaut, ist Gemeinderatsmitglied Günther Vogel (BGW-FW). Wie in der Sitzung am 4. März bekanntgegeben wurde, hat sich die BGW-FW als eingetragener Verein aufgelöst. Günther Vogel schließt sich den Freien Wählern Weisendorf an.
Das hat auch Auswirkungen auf die Besetzung der Ausschüsse des Gemeinderats. Die Ausschussgemeinschaft der BGW-FW und der SPD wird aufgelöst. Auf Nachfrage unseres Medienhauses betonen sowohl Günther Vogel als auch Kathrin Rascher (SPD) die gute Zusammenarbeit in den vergangen Jahren in der Ausschussgemeinschaft.
Der Zusammenschluss der beiden Wählergruppen BGW-FW und FWW ist laut Vogel auch der rasanten Entwicklung der Marktgemeinde zu verdanken. Er sah sich schon immer als Vertreter aller Bürger, gleich ob aus dem alten Ortskern oder den Ortsteilen. Im Bund geht der Trend hin zu kleinen Splitterparteien, in Weisendorf werden kleine Parteien aufgelöst, wenn es die Vernunft erfordert, stellt Vogel fest.
Skepsis zum Schloss-Ankauf
Ihm geht es darum dass die Marktgemeinde gut aufgestellt bleibt für die weitere Entwicklung. Es kommen erhebliche Ausgaben in den kommenden Jahren auf Weisendorf zu. Daher gilt es, das Geld einigermaßen zusammen zu halten.
Ankauf des Weisendorfer Schlosses eine kritische Sache
Günther Vogel sieht die Diskussion um einen möglichen Ankauf des Weisendorfer Schlosses vor dem Hintergrund der hohen Investitions- und Unterhaltskosten kritisch. Als alteingesessener Weisendorfer würde er sich natürlich freuen, wenn das Schloss erhalten bliebe, es gehört zu Weisendorf. Aber die Wirtschaftlichkeit darf auch nicht vergessen werden. Viele andere Projekte würden in Zeiten rückläufiger Einnahmen hinten anstehen müssen.
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