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Krankenhausreform
Holetschek kämpft für Höchstadter Kreiskrankenhaus
Das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt ist Anlaufstation für viele Patienten aus der Region.
Das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt ist Anlaufstation für viele Patienten aus der Region. // Foto: Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Für Klaus Holetschek passen die Rahmenbedingungen am Kreiskrankenhaus, um die geplante Reform zu überleben. Trotzdem macht sich mancher um das kleine Haus Sorgen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sieht „keinen Grund, das Haus hier in Frage zu stellen“. Das hörten die Gastgeber gerne, die auf Initiative des hiesigen CSU-Landtagsabgeordneten Walter Nussel den Minister zu einer Gesprächsrunde ins Höchstadter Kreiskrankenhaus St. Anna geladen hatten.

Holetschek versicherte Landrat Alexander Tritthart (CSU), Bürgermeister Gerald Brehm (FW), Kaufmännischem Leiter Thomas Menter, MdL Nussel, dem Ärztlichen Direktor der Uniklinik Erlangen, Heinrich Iro, und Mitgliedern des Krankenhausausschusses, dass er sich für den Fortbestand des Höchstadter Krankenhauses einsetzen werde.

Sorgen, das Haus könnte die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplante Krankenhausreform nicht überleben, wollte Bayerns Gesundheitsminister zerstreuen: „Die Voraussetzungen in Höchstadt sind gut, weil die Rahmenbedingungen passen.“

Kooperation mit Uniklink in Erlangen

Zu den Rahmenbedingungen gehört neben den millionenschweren Investitionen in die Strukturverbesserung und Erweiterung der vergangenen Jahre auch die Zusammenarbeit mit der Uniklinik Erlangen. So wie die Kooperation im Bereich der Chirurgie läuft, stelle sich Uniklinik-Direktor Iro die Gesundheitsversorgung vor.

Höchstadt decke die Grundversorgung der Bevölkerung ab, und wenn es „hart auf hart“ komme, stehe die Uniklinik bereit. Selbst wenn es nicht immer ganz einfach sei, laufe die Zusammenarbeit sehr gut, stellte Iro fest.

Bei seinem Besuch überreichte Minister Klaus Holetschek die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege, die Barbara-Stamm-Medaille, an das Personal des Höchstadter Krankenhauses. Marion Dürr, stellvertretende Stationsleiteri...
Bei seinem Besuch überreichte Minister Klaus Holetschek die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege, die Barbara-Stamm-Medaille, an das Personal des Höchstadter Krankenhauses. Marion Dürr, stellvertretende Stationsleiterin der Chirurgie, nahm die Auszeichnung entgegen. // Andreas Dorsch

Auch die Uniklinik profitiere, indem junge Kollegen in Höchstadt die Basisversorgung kennenlernen. Für Iro ist das Höchstadter Haus unbedingt notwendig, „weil die Gesundheitsversorgung abseits der Zentren nicht hinten runterfallen darf“.

Er könne die geplante Reform zwar nicht verhindern, meinte Minister Holetschek, aber sie sollte wenigstens praktikabel sein. Noch habe er nicht das Gefühl, dass die Reform für den Patienten gut ausgehe.

Allerdings liege ihm auch noch kein Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vor. Holetschek will für kleine Kliniken wie das Höchstadter Haus kämpfen und betonte, die Bayerische Staatsregierung schließe keine Krankenhäuser.

Man brauche aber eine Strukturveränderung und eine andere Finanzierung. Weg von Fallpauschalen, dafür sollten dann die Vorhaltekosten übernommen werden.

Neues Medizinisches Gesundheitszentrum 

Sorge bereite dem Minister aus Bayern das geplante Krankenhaus-Transparenzgesetz, nach dem die Leistung von Kliniken im Internet bewertet werden soll. Hier könnten kleine Häuser schlecht wegkommen, befürchtet Holetschek.

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt stehe zu seinem Krankenhaus, betonte Landrat Alexander Tritthart. Das Haus werde bewusst als Regiebetrieb geführt und nicht in eine GmbH ausgelagert.

Mit der Gründung des neuen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) habe man „auch das gemacht, was die Fachleute fordern“. Die 2,3 Millionen Euro, die der Kreis im Jahr zuschieße, sei den Verantwortlichen die Gesundheitsversorgung auf dem Land wert.

Er sei aber in Sorge, was durch die geplante Reform auf das Krankenhaus zukommen könnte. Für Bürgermeister Brehm ist das Krankenhaus in Höchstadt unverzichtbar, um die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten.

200 Arbeitsplätze in Höchstadt

Ihm selbst sei hier schon bei einem Herzstillstand geholfen worden. Kaufmännischer Leiter Menter erinnerte daran, dass das 83-Betten-Haus auch 200 Arbeitsplätze vor Ort biete.

Mit der neuen Intensivstation wolle man ein Akutkrankenhaus bleiben. Gleichwohl sieht Menter im Entwurf des Reformgesetzes „ein hohes Risikopotenzial“.

Der Ärztliche Direktor der Uniklinik forderte mit Vehemenz eine Beibehaltung der Grundversorgung in der Fläche. Personalmangel ist auch für Iro inzwischen ein Problem.

Wenn die Krankenpflegeschulen nur noch zu 50 Prozent ausgelastet sind, müsse man praktisch jeden nehmen, so der Professor. Iro sagte: „Die Gesellschaft muss wieder Zusammenhalt lernen, sonst fährt das System an die Wand.“

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