Nach dem einstimmigen Beschluss im Planungsausschuss hat nun auch der Stadtrat den Flächennutzungsplan und vorhabensbezogenen Bebauungsplan einer neuen Photovoltaikanlage genehmigt. Die neu zu errichtende Anlage soll eine Spitzenleistung von 8,8 Megawatt haben und circa 8600 Megawattstunden elektrische Energie erzeugen. Das entspricht der jährlichen Energiemenge von rund 2500 Durchschnittshaushalten. Zusätzlich wird im Ackerboden mit Verlegung von Leitungsschleifen oberflächennahe Geothermie genutzt.
Es sollen damit circa vier Gigawattstunden Wärme erzeugt werden. In der Nähe der neuen Anlage befindet sich am Ortsrand, nahe der ehemaligen Mülldeponie westlich von Haundorf das Heizkraftwerk der Stadt Herzogenaurach. Mit der neu erzeugten Energie kann eine große Wärmepumpe betrieben werden, die dann das vorhandene Fernwärmesystem unterstützt. Zudem ist unter den PV-Modulen die Weidehaltung, zum Beispiel von Schafen, möglich.
Herzo Energie Gmbh betreibt Geothermie-Anlage in Herzogenaurach
Betrieben wird die Anlage in der Rechtsform einer GmbH, eine neue Tochtergesellschaft der Herzo Energie GmbH. Nachdem Bürgermeister German Hacker den Antrag vorgestellt hatte, erläuterte Thomas Auernhammer vom Planungsamt weitere Details. Auf der sechs Hektar großen Fläche wurde die positive Mehrfachnutzung eingehend geprüft, auch, auf welche Weise der Strom transportiert werden soll, sei geklärt. Die Fragen des Artenschutzes seien vorab behandelt worden; für Ausgleichsflächen ist gesorgt.
In der Diskussionsrunde stellte Christian Polster (CSU) klar, dass die dezentrale Stromerzeugung grundsätzlich eine gute Sache sei. Er findet es gut, dass die Anlage erstmal für 30 Jahre genehmigt werden soll; danach könne man sehen, welche Folgenutzung in Frage kommt. Polster regte an, die Anlage als Bürgerbeteiligungsmodell den Anwohnern anzubieten. Bürgermeister Hacker stellte fest, dass bei den PV-Anlagen der „Peak“ der Anfragen erreicht sei.
Herzogenaurach: Stadtrat hofft auf Firma für Wasserstoff
Bei Windkraftanlagen werde die direkte Bürgerbeteiligung eine stärkere Rolle spielen. Zudem seien die Herzo-Werke sowieso in Bürgerhand. Veit Götz (Bündnis90/Die Grünen) würde sich freuen, wenn die tagsüber erzeugte Wärme abends von den Bürgern genutzt werden könnte. Holger Auernheimer (SPD) findet es toll, dass man in Sachen Energieerzeugung mit großen Schritten voranschreite.
Zudem hofft er, dass sich in Zukunft eine Firma in Herzogenaurach ansiedelt, die lokal Wasserstoff erzeugen kann. Roland Reichelsdorfer (AfD) hatte damals gegen die PV-Anlagen in Burgstall und beide Windkraftanlage in Zweifelsheim gestimmt. Beim Bauvorhaben in Haundorf sieht er sich in einer anderen Situation: Weil hier die Solarthermie (Anmerkung: gemeint ist wohl Geothermie) zusätzlich genutzt werden kann. Auch Manfred Welker (FW) konnte dem Antrag zustimmen, „obwohl der Flächenverbrauch ein Thema ist“.
Energie: Herzo-Werke für Wind und Photovoltaik
Dietmar Klenk, Geschäftsführer der Herzo-Werke, ging detailliert auf die Fragestellungen ein. Sein Fazit: „Wir brauchen Strom, am besten in der Kombination der Lösungen Wind und PV.“ Herzogenaurach nutzt von der Gesamtfläche von 4700 Hektar 30 Hektar für die Energiegewinnung. Geothermie ist Neuland für die Herzo-Werke.
Für die erforderlichen Simulationen wurde die Universität in Nürnberg mit ins Boot genommen – wichtig, weil man drauf geachtet hat, wie viel Wärme man dem Boden entziehen kann, ohne die Vegetation zu beeinträchtigen. Mit der Genehmigung der Anlage in Haundorf sind auch mögliche Fördermittel verbunden. Der Strom soll eigenwirtschaftlich vermarktet werden.
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