Spendengelder
Medikamente für ukrainische Krankenhäuser
Die Medikamentenlieferung soll Krankenhäusern in der Ukraine zugute kommen.
Die Medikamentenlieferung soll Krankenhäusern in der Ukraine zugute kommen.
StockMediaProduction / Fotomontage: SH
Ukraine
Anna-Lena Reif von Anna-Lena Reif Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Über 30.000 Euro kamen bei Spendenaufrufen in Herzogenaurach zusammen. Damit können insbesondere Krankenhäuser mit Arzneimitteln unterstützt werden.

In Krisenzeiten rückt die Welt zusammen. Das ist auch deutlich spürbar, seit der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist. Viele Menschen aus der Region haben das Bedürfnis, zu helfen und denen, die ihr Zuhause und ihren Besitz verloren haben, beizustehen.

Auch in Herzogenaurach zeigt sich das deutlich, denn die Organisation „Herzogenaurach packt an“ hat in den vergangenen Tagen viel geleistet. Organisator Thilo Schaufler erklärt, dass bei einer Spendenaktion nicht nur 3000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen seien.

In Zusammenarbeit mit der Seebrücke in Nürnberg hätten die freiwilligen Helfer vor allem Sachspenden gesammelt.

Transport nach Frankfurt

Am Sonntag war demnach ein Transport von Nürnberg aus Richtung Frankfurt gestartet. Ein Lkw, komplett vollgepackt mit 28 Paletten, soll laut Schaufler am Montag, 14. März, in Frankfurt angekommen sein.

Dort befindet sich einer von fünf Umschlagplätzen, die das „Netzwerk Ziviler Krisenstab“ in Deutschland betreibt. Dabei handelt es sich um einen Verband von kleineren Hilfsorganisationen aus ganz Deutschland, dem auch „Herzogenaurach packt an“ angehört.

Auf diesem Umschlagplatz werden die Spenden dann weiter organisiert. Vor dem Abtransport aus Nürnberg wurden alle Sachspenden nach Produkten auf Paletten sortiert. So gibt es zum Beispiel Paletten voller Hygieneprodukte und Paletten nur mit Decken und Schlafsäcken.

Spenden werden je nach Bedarf verteilt

So können in Frankfurt nun diese Paletten je nach Bedarf weiter verteilt werden. Je nachdem werden die Paletten mit den Sachspenden dann beispielsweise weiter nach Polen oder Moldavien transportiert.

Die Herzogenauracher hätten so zwar keinen Einfluss darauf, wo ihre Spenden landen, „aber das ist auch egal“, sagt Thilo Schaufler. „Das ist zweitrangig, es geht einzig und allein um den Bedarf.“ Das Netzwerk habe in jedem der Länder, die infrage kommen, eine Anlaufstelle, so könne alles genau dorthin transportiert werden, wo es am meisten benötigt wird.

Die Aktion sei sehr groß angelegt gewesen. Neben der Seebrücke in Nürnberg und den Sammelstellen in Herzogenaurach hatten auch Sammelstellen in Neustadt, die Wirtschaftshochschule in Nürnberg und die Feuerwehr Aurachtal tatkräftig bei der Sammelaktion unterstützt. Bis circa 22.30 Uhr hatten die Hilfskräfte am Sonntagabend noch die letzten Paletten in den Lkw geschlichtet.

Weiterhin Mitglied im Bündnis

Wird noch weiter gesammelt? „Wir sind auf jeden Fall noch Mitglied im Bündnis“, sagt Thilo Schaufler. „Wir verfolgen die Situation, die Strukturen stehen ja.“ Allerdings sei es ohne eigene Lagerhalle doch immer schwierig, solche Sammelaktionen durchzuführen.

Trotzdem sei „Herzogenaurach packt an“ auf jeden Fall noch involviert. Wie die nächsten Schritte aussehen, steht allerdings noch nicht fest: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir uns als nächsten Schritt auf die Aktionen innerhalb Deutschlands beziehen, weil viele Geflüchtete jetzt ankommen und die auch hier versorgt werden müssen.“

30.000 Euro gesammelt

Auch der Rotary Club Herzogenaurach hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Binnen einer Woche kamen dabei 30.000 Euro zusammen. Bei der Aktion unterstützen neben den Clubmitgliedern auch Bekannte, befreundete Unternehmer und anonyme Spender.

Aber auch die ISMO GmbH und die Spedition Segerer waren maßgeblich an der Planung und Ausführung an der Aktion beteiligt.

Die Spendengelder wurden vor allem für dringend benötigte Medikamente benutzt. Laut einer Pressemitteilung des Rotary Clubs wurden diese anhand von konkreten Bedarfslisten von ukrainischen Krankenhäusern gekauft.

Medikamente werden nach Bedarf verteilt

Am Freitag, 11. März, machte sich der Transport auf den Weg. Zunächst nach Luhe in der Oberpfalz, wo die Medikamente sortiert und verpackt wurden. Dann ging es weiter nach Przemysl an der polnisch-ukrainischen Grenze. Von einem Verteilerzentrum aus werden die Medikamente dann nach je nach Bedarf an die ukrainischen Krankenhäuser verteilt.

Die gemeinnützige Organisation, die 2000 gegründet wurde und derzeit 45 Mitglieder hat, hatte neben Spendengeldern auch Sachspenden gesammelt. Über 40 Kisten an Spenden kamen dabei zusammen. Hierbei handelte es sich vor allem um Decken, Schlafsäcke und Isomatten, die auf der Flucht benötigt werden.

Auch das Landratsamt hatte einen Aufruf gestartet: Bürger, die Wohnungen für Geflüchtete zur Verfügung stellen könnten, sollten sich bitte melden. Über 200 Angebote seien Stand Montag bereits eingegangen, diese müssten allerdings erst einmal gesichtet werden, erklärt die Pressesprecherin, Stephanie Mack.

Zahl der Flüchtlinge unklar

Die Stadt selbst können derzeit aktuell noch circa 65 weitere Plätze zur Verfügung stellen. Auf der Homepage hätten sich bereits mehr als 300 Personen registriert, diese wären anscheinend erst einmal bei Verwandten oder Bekannten untergekommen.

„Wie viele geflüchtete Personen aus der Ukraine sich aktuell tatsächlich im Landkreis ERH aufhalten, lässt sich leider nicht konkret nennen“, erklärt Mack auf Anfrage.

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